Mit einem Klick zum Glück

Gitpod: Die One-Click Online IDE

Moritz Eysholdt

© Shutterstock / alvintus

Eine individuelle Entwicklungsumgebung mit nur einem Klick direkt aus relevanten GitHub Repositorys erstellen? Klingt fast ein wenig wie Science Fiction, ist aber mit Gitpod kein Problem mehr. Die Softwareschmiede TypeFox hat nun die offene Beta für das Projekt offiziell gestartet. Neben der Theia IDE und dem Language Server Protocol kommt auch das Framework Sprotty wieder zum Einsatz.

Der vorliegende Artikel erschien im englischen Original auf dem Blog von TypeFox.

Die offene Beta des TypeFox-Projektes Gitpod ist offiziell gestartet. Bislang haben wir das Projekt nicht zu laut beworben, weshalb noch nicht besonders viele Informationen über unser erstes Produkt an die Öffentlichkeit gelangt sind. Das wollen wir nun ändern.

Gitpod ist eine Online IDE für GitHub und andere git-Hosting-Dienste. Durch einen einzigen Klick auf ein GitHub Issue, einen Pull Request oder einen Branch ist es mit Gitpod möglich, einen Entwickler-Workspace zu starten. Dieser besitzt als Frontend die Open Source IDE Theia und als Backend kommt ein in der Cloud laufender Docker Container zum Einsatz.

Natürlich können auch eigene Docker Images verwendet und etliche Workspaces auf einmal gestartet werden. Wie man sich vielleicht bereits denken konnte, wird die Sprachunterstützung für die beliebtesten Programmiersprachen via Language Server Protocol (LSP) zur Verfügung gestellt.

Gitpod macht Theia für Entwickler zugänglicher

Vor ungefähr anderthalb Jahren haben wir mit unseren Freunden von Ericsson das Projekt Theia gestartet. Wir freuen uns darüber, dass für Eclipse Che in Zukunft Theia als IDE Frontend genutzt werden wird. Theia wird mittlerweile auch stark von Entwicklern bei Red Hat und ARM unterstützt, bzw. weiterentwickelt.

Bislang war es ein wenig schwierig, Theia wirklich einzusetzen. Man musste entweder das Repository klonen, die IDE erstellen und dann lokal ausführen – nicht gerade das, was man unter dem Begriff „nutzerfreundlich“ versteht. Mit Gitpod können Nutzer endlich täglich mit Theia arbeiten, ohne umständliche Build-Prozesse zu durchlaufen. Ein Klick auf ein GitHub Repository genügt.

Gitpod als Host für individuelle IDEs

Mit Theia ist das Erschaffen einer gebrandeten Web-basierten IDE sehr einfach. Diese kann mit der Unterstützung verschiedener Sprachen und Funktionen für das Arbeiten mit Diagrammen angereichert werden. Sprachunterstützung wird dabei über das Language Server Protocol (LSP) eingebunden. Eine Liste mit verfügbaren Sprachservern gibt es hier. Das LSP ist auch der richtige Weg, um Xtext-Sprachen in die Entwicklungsumgebung zu integrieren.

Für das Diagramming kommt das Framework Sprotty zum Einsatz, das nicht nur Theia mit Theia integriert, sondern serverseitig auch mit Xtext-Sprachen. Mit Sprotty kann man read-only-Visualisierungen mit exzellenten Layout-Algorithmen, aber auch interaktive grafische Modellierungsumgebungen umsetzen.

Lesen Sie auch: „Theia ist für mich eine klassische IDE, die auf moderner Technologie beruht“

Lokal können individuelle IDEs bereits als Electron-Anwendungen oder via Docker Container genutzt werden. Noch in diesem Jahr möchten wir Gitpod als Hosting-Service für individuelle IDEs in der Public Cloud anbieten. Wir werden Gitpod außerdem für on-premise-Installationen via Kubernetes verfügbar machen.

Sämtliche Details zu Gitpod gibt es im Blog-Post von Sven Efftinge, der Homepage des Projektes und auf GitHub.

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Moritz Eysholdt
Moritz Eysholdt
Moritz Eysholdt ist leidenschaftlicher Softwareentwickler und Gründer/Geschäftsführer der TypeFox GmbH.
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