Interview mit Sid Sijbrandij, Co-Founder und CEO von GitLab

Eine neue Ära? Wie GitLab von dem Deal zwischen Microsoft und GitHub profitiert

Gabriela Motroc

© Shutterstock.com / Rawpixel.com

Es war eine aufregende Woche für die Entwickler-Community; Microsoft hat GitHub übernommen und damit die ganze Industrie in Aufruhr versetzt. Eine Firma konnte jedoch viel von diesem Schachzug gewinnen: GitLab. Wir haben im Rahmen der aktuellen Ereignisse mit Sid Sijbrandij, CEO und Co-Founder von GitLab, über #movingtogitlab gesprochen und darüber, was GitLab von GitHub unterscheidet.

JAXenter: Jetzt ist es also offiziell: Microsoft hat GitHub übernommen. Wie steht GitLab dazu? War es für euch eine schockierende Nachricht oder hat sich das schon länger angebahnt?

Sid Sijbrandij: Ich denke, dass es eine großartige Gelegenheit für GitHub ist und sie sich das redlich verdient haben. Die ganze Sache zeigt zudem den wachsenden Einfluss von Entwicklern auf. GitHub hat sehr viel für die Entwickler-Community generell und die GitLab-Community speziell getan und wir alle sind GitHub zu Dank verpflichtet. Wir selbst hatten auf GitHub mit der Entwicklung angefangen und fanden dort ein paar unserer ersten Helfer.

Geschockt hat mich die Nachricht allerdings nicht. Ich denke der Schritt hat für Microsoft durchaus Sinn gemacht, denn Millionen von Entwicklern benutzen die GitHub-Plattform und nun werden sie ihre Repositories auf Azure migrieren. Dass Azure eine der Prioritäten von Microsoft ist, ist ja hinlänglich bekannt: Azure war meiner Meinung nach die treibende Kraft hinter dem Deal.

JAXenter: Die Nachricht von dem Deal zwischen Microsoft und GitHub hatte auch eine positive Wirkung auf GitLab, #movingtogitlab ist inzwischen sehr populär geworden. Warum wechseln so viele jetzt zu GitLab?

Wir haben uns für die Google Cloud Platform (GCP) entschieden, da wir voll auf Kubernetes setzen.

Sid Sijbrandij: #movingtogitlab hat am ersten Wochenende über 3000 Tweets angesammelt, aber die Verbesserungen von GitLab werden von der Community bereits seit Monaten verfolgt. Dennoch denke ich, dass die Übernahme viele (endlich) zum Handeln motivierte. Was den Unterschied zwischen GitLab und GitHub ausmacht, ist darin zu erkennen.

Wir bei GitLab bieten unseren Nutzern eine einfache Applikation für den ganzen DevOps Lifecycle an. Diese beinhaltet CI/CD, ein Container-Repository, das Monitoring und andere wichtige Features. Entwickler können ihre Ideen dort formen und dann mitverfolgen, wie sie Früchte tragen – und das alles in einer einzigen Anwendung. Die Kollaboration mit Designern, Security-Teams und den Operators fällt so ebenfalls leichter.

JAXenter: Dieser plötzliche Aufmerksamkeitsschub ist jedenfalls schmeichelhaft für GitLab, aber findet der Umzug wirklich statt? Machen die Leute Nägel mit Köpfen oder ist das alles nur heiße Luft?

Sid Sijbrandij: Wir haben über 200.000 Repositories in den letzten paar Tagen importiert und die Auftragsrate ist um das 7-fache angestiegen. Und es ist wirklich aufregend zu beobachten, dass sich diese Dynamik fortsetzt.

Wird der Kauf von GitHub durch Microsoft die Open-Source-Bewegung negativ beeinflussen?

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JAXenter: Einigen bereitet der Kauf von GitHub durch Microsoft immer noch Kopfschmerzen, aber GitLab selbst läuft auch (noch?) auf Azure. Die Migration zur Google Cloud Platform ist allerdings schon in Gang. Warum genau, habt ihr euch für einen Wechsel von Azure zur Google Cloud entschieden und wann wird der Umzug vollendet sein?

Sid Sijbrandij: Unser Umzug von Azur zur Google Cloud Platform (GCP) fand beriets im April dieses Jahres statt. Wir haben uns für GCP entschieden, da wir voll auf Kubernetes setzen und die GCP ein sehr gutes Kubernetes-as-a-Service anbietet (GKE). Nach unserer Ankündigung diese Woche, arbeiten wir daran, die Migration der Repositorys von Azure zur GCP zu beschleunigen.

JAXenter: Vor Kurzem habt ihr angekündigt, dass GitLab Ultimate und Gold für Open-Source-Projekte und schulische Einrichtuntungen frei verfügbar sein soll. Was war der Grund für diese Entscheidung und war es lediglich ein Zufall, dass diese quasi zeitgleich mit dem Bekanntwerden der GitHub-Übernahme verkündet wurde?

Dennoch denke ich, dass die Übernahme viele (endlich) zum Handeln motivierte. Was den Unterschied zwischen GitLab und GitHub ausmacht, ist darin zu erkennen.

Sid Sijbrandij: Die Entscheidung, GitLab für die Bildung freizustellen, beruht darauf, dass wir es Studenten ermöglichen wollen, mit den fortschrittlichsten Features zu arbeiten, die sonst nur großen Unternehmen zugänglich sind.

Am Abend vor der offiziellen Ankündigung beantwortete das GitLab-Team auf YouTube Fragen der Community im Live-Stream. Mohammad Al-Ahdal, der dem Webcast beitrat, stellte dann die Frage, ob GitLab es in Erwägung ziehen würde, Bildungsrabatte oder spezielle Pakete für Studenten anzubieten. Wir haben daraufhin beschlossen, dass es eine Priorität sein sollte, Bildungseinrichtungen kostenlose und fortschrittliche Services anzubieten. Das lag unter anderem auch daran, dass die meisten Bildungseinrichtungen keinen Zugang zu besseren Sicherheits- oder Performance-Management-Tools für ihre Softwareprojekte haben.

JAXenter: Warum sollte man sein Projekt von GitHub auf GitLab migrieren?

Sid Sijbrandij: Wie gesagt bietet GitLab den Nutzern eine einzige Anwendung für den gesamten DevOps Lifecycle. Mit dieser können Entwickler ihre Projekte von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt in einer einzigen Anwedung erstellen.

Unsere Konkurrenz hingegen benötigt für den gleichen Prozess über 10 verschiedene Tools. Die von uns so bereitgestellte Kontinuität führt zu einem schnelleren Entwicklungsprozess und sorgt dafür, dass Teams einen bis zu drei Mal so schnellen DevOps-Zyklus erreichen.

JAXenter: Wie kann man sein Projekt denn von GitHub nach GitLab migrieren?

Sid Sijbrandij: Nutzer, die ihre Projekte von GitHub auf GitLab migrieren möchten, können dafür das Migrationtool von GitLab benutzen. Dieses Feature ermöglicht es dem Benutzer, seine GitHub-Projekte mit einem Klick auf GitLab umzustellen. Dabei wird alles übertragen: Von den Branches bis zur Commit History, GitHub Issues, Kommentare, Labels, Pull Requests und Wiki-Seiten. Außerdem werden auch die Node-Beschreibungen konvertiert.

Auf unserem Blog haben wir dafür eine Schritt-für-Schritt-Anleitung veröffentlicht und zudem noch eine Dokumentation, der die Benutzer folgen können.

JAXenter: Vielen Dank!

Sid Sijbrandij’s career path is anything but traditional. He studied applied physics and management science in college. He started three companies before GitLab, including being the first full-time employee of a recreational submarine company. He was first introduced to GitLab while working as a self-taught Ruby programmer. Sid started a business around GitLab in 2012 with the author of GitLab, Dmitriy Zaporozhets. Leading GitLab through Y-Combinator’s winter 2015 batch, Sid has since grown GitLab to over 250 team members across 40 countries, and closed $20 in Series-C funding led by Google Ventures. A champion of the open source community, Sid is altering conventional wisdom on DevOps practices and open core business models.
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Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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