Gespräch mit George F. Colony: Auf dem Weg zu Business Technology

Was ist entscheidend für den Erfolg von Business Technology im Unternehmen?

Colony: Heute ist es wichtig, dass die Erfolgsstrategie des CEO mit der des CIO zusammenpasst. Sie werden sehen, dass diese in den meisten Unternehmen nicht gleich sind. Aber wenn wir den Weg zu BT gehen, werden sie sich annähern und schließlich auch synchron laufen. Das ist der richtige Weg, da bin ich mir sicher.

Wenn man über die notwendigen Veränderungen im Zuge des neuen Paradigmas spricht, sind dann auch Veränderungen bei Forrester nötig?

Colony: Statt den Markt über Themen anzusprechen, sprechen wir ihn jetzt über die Rollen unserer Kunden an. Und das hilft uns dabei, ihnen zu helfen, für die Businessbelange in ihren Unternehmen wichtiger zu werden. Wir stellen Fragen wie „Ist SOA nicht cool?“ oder „Ist Mobility/Mobilität nicht toll?“ nicht mehr. Wir fragen jetzt, wie kann der CIO Mobility dazu nutzen, den Marktanteil und den Umsatz seines Unternehmens zu steigern. Von daher würde ich sagen, ja, es hat definitiv auch unsere Art und Weise des Denkens verändert. Es hat uns aber auch den CEOs näher gebracht. Denn man kann kein Businesstechniker sein, ohne das Geschäft zu verstehen. Und selbstverständlich wissen die CEOs über ihr Geschäft am besten bescheid. Daher verbringe ich persönlich immer mehr Zeit mit CEOs und helfe ihnen dabei, die Technologien besser zu verstehen – aber ich helfe auch dem CIO dabei, den CEO besser zu verstehen.

Muss sich der CEO auch verändern?

Colony: In einem richtigen BT-Unternehmen kann der CIO nicht das Zentrum der Innovation oder das Zentrum der Technik sein. In einem richtigen BT-Unternehmen brauchen wir TKBEs – Technology Knowledgeable Business Executives. Dadurch erweitern der CEO und die Businessmanager ihr Technologieverständnis. So sind sie in der Lage, im Team mit dem CIO Innovation zu betreiben. Man kann nicht mehr sagen, dass Innovation die Sache des CEOs oder die des CIOs ist. Sie müssen alle die Technologie verstehen, um sie in gemeinsamer Arbeit für Innovation zu nutzen. Sie können sehen, dass zum Beispiel in Unternehmen wie Federal Express oder UPS, auch der CEO sich stark auf die Technologie konzentriert. Nicht dass CEOs SOA in all ihren Tiefen verstehen würden. Aber sie müssen in der Lage sein, ihr offen zu begegnen und nicht sich gegen sie zu stellen.

Im Moment wehren sich viele CEOs noch. Sie hören Web 2.0 und sagen „Das machen wir nicht!“. Sie denken nicht wie ihre Kunden. Ich sage dazu: Deine Kunden werden durch die Technologie verändert und deine Kunden verändern dich. Übrigens schätze ich, dass in diesem Jahr zum ersten Mal eine CEO für ein Fortune-1000-Unternehmen benannt wird, der mit einem Appel II groß geworden ist. Sie werden das sehen. Alle kommenden CEOs in den nächsten zehn Jahren werden die Technologien schon seit ihrer Kindheit kennen. Sie sind damit aufgewachsen und werden dementsprechend auch anders damit umgehen. Daher denke ich, dass es einen enormen Generationenwechsel geben wird. Und dieser wird uns weiter von der IT zur BT tragen. Genau das ist der andere Treiber von BT.

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