Die neuen Features im Überblick

Geronimo lebt!

Frank Pientka

Nachdem es in letzter Zeit etwas still um Geronimo geworden ist, haben die Apachen jetzt eine für das Java-EE-6-Profil zertifizierte Version vorgelegt. Da sich vor allem unter der Haube einiges geändert hat, werden wir dorthin einen Blick werfen: auf die neuen Möglichkeiten und die dabei verwendeten Bibliotheksversionen.

Apache Geronimo war als zweiter Open-Source-Applikationsserver recht früh für J2EE-1.4- und Java-EE-5-zertifizierte Versionen verfügbar. Mit Geronimo 3.0 und der vollen Java-EE-6-Zertifizierung wird diese Tradition fortgeführt und der Server in sechs Varianten ausgeliefert. Die Variante mit Tomcat, Axis und Wink ist vollständig für Java EE 6 und das Web Profile zertifiziert, diejenige mit Jetty und CXF wird erst später die Zertifizierung erreichen. Beide unterstützen durch Apache Aries die OSGi Core Specification v4.3 und – mit dem Configuration Admin Service, Blueprint Container, Web Applications, JNDI Services, JPA Services und dem JMX Management Model – Teile der Enterprise Specification v4.2. Dadurch können neben Java-Archiven (EAR, WAR und RAR) auch Enterprise Bundle Applications (EBA), OSGi Web Application Bundles (WAB) und OSGi Bundles (JAR) installiert und verwaltet werden. Für Plug-ins gibt es das Geronimo-spezielle Configuration Archive (CAR), (Abb. 1).

Abb. 1: Deployment-Einheiten

Offiziell werden Java 6 und 7 als Laufzeitumgebung sowohl von Oracle als auch von IBM unterstützt. Da die Configuration-Archive-Informationen abhängig von der Java-Version gespeichert werden, kann die Laufzeitumgebung, wenn Geronimo einmal unter Java 7 gestartet wurde, nicht mehr zur JVM 6 zurückgewechselt werden. Von IBM, das die meisten Geronimo-Entwickler stellt, gibt es eine qualitätsgesicherte und ebenso kostenlose WebSphere Community Edition (WAS CE). Sie bietet zwar keinen eigenen Quellcode, dafür eine weitergehende Unterstützung von Zusatzprodukten an (LDAP-Server, Datenbanken, MQ-Server, IBM JDK, Plattformen), (Abb. 2).

Abb. 2: Geronimo in verschiedenen Geschmacksrichtungen
Einleitung

Durch die Umstellung der Architektur von der proprietären GBeans- auf eine standardisierte OSGi-Umgebung gab es einige Umstellungen, die sich bei den Werkzeugen und der Verwendung bemerkbar machen. Wie bisher können Modulabhängigkeiten in einem Geronimo-Deployment-Plan beschrieben werden. Zusätzlich sind die OSGi-Bundles jedoch selbst beschreibend, sodass sie ihre Abhängigkeitsdefinitionen mitbringen oder gegenüber einem OBR auflösen können. Statt der mit Version 2.0 eingeführten Geronimo Shell (GShell) wird als Verwaltungsumgebung Apache Karaf verwendet. Da Karaf von einigen anderen Apache-Projekten wie ServiceMix, ActiveMQ, CXF und Camel unterstützt wird, sind die Integration und das Arbeiten mit diesen verschiedenen Umgebungen bequem möglich. Nach Starten des Geronimo-Servers mit geronimo.[bat|sh] run gelangen Sie durch Tab in die Karaf-Umgebung und können sich mit help dessen GoGo-Befehle anzeigen lassen. In der Karaf-Konfigurationsdatei etc/config.properties können Sie statt des OSGI-Containers Equinox den ebenfalls mitgelieferten Apache Felix verwenden, indem Sie karaf.framework=equinox auskommentieren und die Kommentarzeichen aus der Zeile mit karaf.framework=felix entfernen. Durch die mächtige Kommandozeilenschnittstelle und die sehr komfortable Webkonsole werden die Verwaltung und der Betrieb von großen Installationen erleichtert (Abb. 3).

Abb. 3: Geronimos modulare Admin-Oberfläche Abb. 3: Geronimos modulare Admin-Oberfläche (Vergrößern)

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Frank Pientka
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