Ein Big-Data-Projekt der National Geospatial-Intelligence Agency

GeoWave: Neues Eclipse-LocationTech-Projekt basiert auf Apache Accumulo

Redaktion JAXenter
Eclipse GeoWave

© shutterstock.com/LoloStock

Zwei Jahre ist es her, dass sich unter der Schirmherrschaft der Eclipse Foundation die LocationTech Working Group gründete, eine Initiative für ortsabhängige Software. Seither hat sich eine Reihe von Projekten bei der Working Group eingefunden (wir berichteten), die unterschiedliche Technologiebausteine liefern – viele davon Java-basiert. Jetzt wurde ein neuer Projektvorschlag mit dem Titel „GeoWave“ eingereicht. Worum geht es bei dem Vorhaben?

Die kompakte Antwort: um gewaltige Mengen an Ortsdaten.

Die ausführliche Antwort: Laut Projektvorschlag soll ein verteilter Key-Value Store für die Speicherung und Analyse besonders großer Datenmengen sowie den Zugriff darauf genutzt werden. Der zur Zeit von dem Open-Source-Projekt verwendete Data Store basiert auf der NSA-Datenbank Apache Accumulo, die für ihre ausgefeilten Sicherheitsfunktionen bekannt ist. Bald soll GeoWave auch HBase unterstützen – allein schon wegen dessen Ähnlichkeit mit Accumulo. Auch die NoSQL-Datenbank Cassandra steht auf der Agenda.

Des Weiteren stehen bislang Plug-ins für die Bibliotheken GeoTools, eine Java-Bibliothek für Geoinformationssysteme (GIS), und PDAL (Point Data Abstraction Library) zur Verfügung; außerdem MapReduce-Input- und Outputformate für die verteilte Verarbeitung und Analyse von Ortsdaten.

Geodaten als „First Class Citizens“

GeoWave soll die Lücken schließen, die aktuell noch zwischen populären Ortsdatenprojekten, Key-Value-Stores und Frameworks zur verteilten Datenverarbeitung klaffen. Ortsdatenbezogene Operationen hätten oft einen geringen Stellenwert im Big-Data-Umfeld oder seien nicht mit den traditionellen Speicher- und Rechenoptionen vereinbar, heißt es im Projektvorschlag. GeoWave, um Integration bemüht, soll dieser stiefmütterlichen Behandlung von Ortsdaten ein Ende bereiten: „Through GeoWave we intend to make them first class supported citizens“.

NGA und NSA

Wie Accumulo hat auch GeoWave geheimdienstliche Ursprünge: Das Projekt wurde von der US-Behörde für geographische Aufklärung, der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA), entwickelt. Dabei wurde sie von den Firmen RadiantBlue Technologies und Booz Allen Hamilton (für die Edward Snowden bekanntlich arbeitete) unterstützt, die sich beide auf Technologieberatung im Regierungssektor spezialisiert haben. Wie die NSA operiert auch die NGA unter der Aufsicht des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Der erste Codebeitrag wird noch im März an die Eclipse Foundation übergeben. Ein erstes Hauptrelease soll kommenden Juli zur Verfügung stehen.

Aufmacherbild:

Close up on a hand placing a pin on a map von shutterstock.com / Urheberrecht: LoloStock

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