Gartners BPM-Prognosen bis 2014

Mirko Schrempp

Das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat unter dem Titel „Predicts 2010: Business Process Management Will Expand Beyond Traditional Boundaries“ fünf Business Process Management (BPM) Voraussagen für 2010 und die Jahre danach veröffentlicht. Dabei verstehen die Anlysten von Gartner BPM als Managementdisziplin die Prozess als Assets betrachtet, die direkte Auswirkungen auf die Gesamtperformance eines Unternehmens haben. Es sei daher die Aufgabe BPM über den traditionellen Focus auf Routine-, Prognose- und sequentielle Abläufe hinaus sehen und breiter gefasste, unternehmmens- und bereichsübegreifende Prozesse und unstrukturieretes Wissen miteinbeziehen, so Janelle Hill, Vice President bei Gartern. Vorallem Wissensarbeit sei sehr komplex und unstrukturiert, aber wichtig.

New BPM technologies will enable the management of unstructured and dynamic processes to deliver greater knowledge worker productivity and competitive advantage.

Janelle Hill

Fünf Voraussagen bis 2014

By 2012, 20 per cent of customer-facing processes will be knowledge-adaptable and assembled just in time to meet the demands and preferences of each customer, assisted by BPM technologies.

Heute sei die Möglichkeit zur proaktiven Änderung von Prozessen noch in einem Zwischenstadium, doch im nächsten Schritten würden Prozess sich auf Basis von ermittelten Mustern aus Nutzerverhalten, Kundenanforderungen, Vorhersagefunktionen, Vergleichsanalysen und sozialen Beziehen, selbst anpassen. Gartner rät Unternehmen daher sich neue BPM-Anbieter zu suchen, die in diese Richtung gehen oder den aktuellen Hersteller dazu zu bewegen dies zu tun.

By 2013, dynamic BPM will be an imperative for companies seeking process efficiencies in increasingly chaotic environments.

Hierbei steige der Druck auf die IT und das Business, die Prozesse schneller, gar automatisch, an auch unvorhergesehene Entwicklungen anzupassen. Das soll dadurch erreicht werden können, dass Prozesse dynamischer und systematischer gemessen und bewertet werden. Unternehmen sollten dazu schon jetzt Ereignisse identifizieren deren Nutzung sich in Verbindung mit ad hoc oder strukturierten Prozessen, als vorteilhaft für das Geschäft erweisen könnten.

Through 2014, the act of composition will be a stronger opportunity to deliver value from software than the act of development.

Hinter dieser Voraussage liegt der Gedanke, dass traditionelles programmieren von Anwendungen überholt sein wird. An seine Stelle treten neue SOA und BPM Compositions, die in Integrated Composition Environments (ICE), Design- und Runtime-Elemente für den gesmaten LifeCycle zusammenbringen werden. Diese Entwicklung werden auch Auswirklungen auf die Organisation von Unternehmen im Hinblick auf Kommunikation oder verteilte Teams, aber auch auf die klassischen Produktanbieter haben.

By 2014, business process networks (BPNs) will underpin 35 per cent of new multienterprise integration projects.

Während aktuelle Lösungen auf Horizontale-B2B-Integration ausgelegt sind sollte sich Unternehmen und Lösungsanbieter auf die technische Unterstützung von unternehmensübergreifenden, also Mulit-Enterprise, Prozessintegrationsprojekten über Business Process Networks einstellen.

By 2014, 40 per cent of business managers and knowledge workers in Global 2000 enterprises will use comprehensive business process models to support their daily work, up from 6 per cent in 2009.

Grafische Geschäftsprozessmodelle sollen das gemeinsame Kommunikationsmittel von IT und Business werden (Anstieg von 6 auf 40 Prozent). Die Prozessmodelle sollen eine tiefere Einsicht in den Kontext der Prozesse geben und so eine bessere Anwendung von Informationen und Analysen erlauben. Gartner rät daher Unternehmen sich jetzt schon ausreichend Prozessmodellierungskompetenz anzueignen und dafür auch Mitarbeiter speziell auszubilden.

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Mirko Schrempp
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