Für mehr Spaß am Entwickeln: Wissensmanagement-Tool YSbox vorgestellt

Hartmut Schlosser

Entwickler möchten in der Regel vor allem eines: Software entwickeln! Doch bringt es der Unternehmensalltag allzu oft mit sich, dass ärgerlich viel Zeit mit der Suche nach Informationen verbracht werden muss – seien es nun Kommentare in Bugtickets, E-Mails, Dokumentationen oder fachfremde Spezifikationen. Dazu kommen noch Meetings und Telefonate, und schon ist der schöne „Flow“ beim Entwickeln dahin.

Abhilfe verspricht nun das neue Entwickler-Werkzeug YSbox, das von der Münchener scitics GmbH vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um eine Wissensmanagementlösung, mit der sich Informationen, die für bestimmte Quellcode-Stellen relevant sein können, direkt in der Entwicklungsumgebung anzeigen lassen.

Wie Frans Fürst und Frank Hammerschmidt (Geschäftsführung bzw. Vertriebsleitung scitics) im Gespräch mit JAXenter erläutern, liegt der Fokus von YSbox nicht auf Programmiersprachen-abhängigen Informationen wie Syntax-Hilfen oder Code-Vervollständigung. Es geht vielmehr um die Bereitstellung Programmiersprachen-unabhängiger, im Unternehmen vorhandener (Fach-)Informationen, die Entwicklern nicht ohne Weiteres zur Verfügung stehen und für die traditionell ein hoher Recherche-Aufwand betrieben werden muss.

Zu diesem Zweck werden unternehmensweit vorhandene Content- und Sourcecode-Managementsysteme, Wikis oder andere Informationsquellen automatisch indiziert, semantisch miteinander verknüpft und in Echtzeit priorisiert in der IDE bereit gestellt. Aus den Informationen werden zudem mögliche Experten ermittelt, die bei Bedarf direkt kontaktiert werden können. Das Ziel: „Die Wissensvermittlung beschleunigen, die unternehmensweite Kommunikation beleben, durch den Abbau von Informationslücken den Spaß am Entwickeln erhöhen.“

YSbox stellt Kontext-bezogene Informationen in der IDE bereit (Bild: Scitics)

Mit dieser Zielsetzung differenziert sich YSbox von reinen „Agile Tools“, da es versucht, die Informationen aus einer ganzen Tooling-Landschaft semantisch zu überspannen, durch soziale Elemente anzureichern und zentral innerhalb der gewohnten Entwicklungsumgebung bereit zu stellen.

Zur Verfügung steht YSbox zum einen als Plug-in für Visual Studio und Eclipse (weitere „individuelle“ Anbindungen sind laut scitics möglich). Eine Intranet-Serverlösung baut zudem selbständig ein semantisches Netz aus den verschiedenen Unternehmensdaten auf. Integrierbar sind beispielsweise die Versionsverwaltungssysteme Git, Subversion, CVS; die Bug-Tracker JIRA, Trac, Mantis sowie Dokumentationen, Mailinglisten, Benutzerdatenbanken und Wikis via SharePoint, MediaWiki, Netzlaufwerke, etc.

Derzeit können kommerzielle Lizenzen für YSbox erworben werden. Eine Testversion steht auf der Produktseite zum Download bereit. Für die Weiterentwicklung von YSbox nehmen die Entwickler gerne Feature-Wünsche und Bug-Reports entgegen, die dann in zukünftige freie YSbox-Versionen fließen sollen.

Bleibt noch, den Grund für den etwas kryptischen Namen YSbox aufzuklären. Ausgesprochen wird das ganze nach dem englischen „Wise“, erläutern Frans Fürst und Frank Hammerschmidt. Und nach dem Oxford Advanced Learner’s Dictionary steht „Wise“ für die „Fähigkeit, aufgrund von vorhandenen Erfahrungen und Wissen, sensible Entscheidungen treffen und guten Rat geben zu können.“ Ein mutiges Versprechen!

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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