IT-Architektur zum Leben erwecken – Prozesse sind nötig

Fünf Bausteine für eine IT-Architektur

Dr. Heinrich Krause

Die IT-Architektur führt oft ein Dasein im Elfenbeinturm. Die IT-Architekten erstellen fürchterlich gescheite Konzepte. Diese bleiben aber weitgehend Schrankware und finden den Weg nicht in die Realität. In diesem Artikel wird gezeigt, woran das liegt und wie die Architektur zum Vorteil aller Beteiligten zum Tragen kommt.

Alle Leistungen eines Unternehmens werden durch die Informationsflüsse gesteuert. Die Architektur der Landschaft zur Informationsverarbeitung in einem Unternehmen gibt Aufschluss, wie die verschiedenen Informationsflüsse organisiert sind. Diese Architektur kann durch fünf Elemente beschrieben werden. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Informationsverarbeitung teilweise durch IT unterstützt oder vollständig computerisiert wird oder rein manuell erfolgt. Diese Elemente werden im Folgenden als Bausteine bezeichnet. Diese Bausteine wiederholen sich selbstähnlich [1] in jedem Baustein mit zunehmender Detaillierung, wobei die übergeordneten Bausteine jeweils im Sinne einer Vererbung Vorgaben festlegen.

Fünf Bausteine für eine IT-Architektur

Der erste Baustein ist die Struktur der Architektur. Daraus sind die Bereiche der Architektur und der Aufbau der einzelnen Bereiche ersichtlich. Dieser Baustein umfasst die Konzepte, übrige Artefakte, die eingesetzten Tools, Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen und den Aufbau der Architekturabteilung für die Aufgabenverteilung. Der Aufbau erfolgt sachbezogen und nicht auf allfällige organisatorische oder personelle Besonderheiten ausgerichtet. Die Modelle dieses Bausteins bilden die Grundlagen für eine erfolgreiche Umsetzung. Wenn in der Literatur das Thema „Architektur“ abgehandelt wird, so liegt der Schwerpunkt meist auf dem Baustein Struktur.

Der zweite Baustein ist die Dokumentation der Architektur mit den zugehörigen Tools, um das Inventory oder Repository und die gesamte übrige Dokumentation zu erstellen, zu pflegen und zu verwalten. Dieser Baustein ermöglicht eine geordnete und rasche Orientierung in der Architektur. Um den erhofften Nutzen zu bringen, darf die Dokumentation nicht nur aus Skizzen und Stichworten bestehen, sondern sie muss ausformuliert sein. In der Dokumentation sind die Gründe für die eine oder andere Variante darzulegen. Oft sind allerdings die Gründe, warum eine bestimmte Variante nicht gewählt wurde, noch wichtiger für das Verständnis.

Der dritte Baustein umfasst die zugeordneten Ressourcen. Das sind die Skills und die Verfügbarkeit der beauftragten Mitarbeiter. Es ist nötig, dass diese Mitarbeiter für die Architekturarbeit an Konzepten und der Bereitstellung der Infrastrukturen einen festen Anteil ihrer Arbeitszeit einsetzen. Im Milizsystem nach Feierabend und als Nebenprodukt in einem normalen Entwicklungsprojekt kann eine Architektur nicht erarbeitet werden. Weitere Ressourcen sind die materiellen und finanziellen Mittel, die für die Architekturarbeiten eingesetzt werden. Damit eine gute Architektur erstellt und unterhalten werden kann, müssen die notwendigen Mittel bewusst dafür eingesetzt werden.

Die ersten drei Bausteine (Struktur, Dokumentation und Ressourcen) sind statische Beschreibungen. Um nun die Dynamik und das Verhalten des Systems zu beschreiben, folgen noch zwei Bausteine.

Abb. 1: Die fünf Bausteine der IT-Architektur
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Dr. Heinrich Krause
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