Fünf Bausteine für eine IT-Architektur

4. Controlling der Architektur

Mit diesem Prozess wird der Status der gesamten IT-Landschaft überwacht und berichtet. Wesentliches Instrument dazu ist eine Score Card, di die wichtigen Indikatoren misst und miteinander verbindet. Wenn die Architektur gemessen werden soll, so liegen die Schwierigkeiten bei der Bestimmung der Indikatoren und dann bei deren Messung.

Die Zielgruppen für die Resultate aus dem Controlling-Prozess sind die Architekturabteilung und das Management. Die Architekturabteilung interessiert die Häufigkeit der Nutzung von Vorgaben, aber auch die Anzahl von Ausnahmen und die Feedbacks aus den Checks. Das Management will Aufwand und Ertrag aus den Architekturarbeiten vergleichen.

Als Messgrößen für die Architektur können der Anteil der verwendeten Architekturkonstrukte, die Heterogenität der verwendeten Umgebungen oder auch die Produktivität im Zusammenhang mit der Anwendung von Architekturvorgaben formuliert werden. Die Messung dieser Indikatoren ist mit erheblichem Aufwand verbunden und oft subjektiv gefärbt. Am einfachsten zu erfassen sind Indikatoren, die so oder so schon im Repository vorhanden sind. Im zweiten Baustein wurde auf die Notwendigkeit einer geordneten Dokumentation hingewiesen. Dies kann ein idealer Ausgangspunkt sein, um überhaupt mit einer Messung zu beginnen.

Zusammenfassung und Merksätze

Architekturarbeit ist mehr als das Erstellen von Konzepten. Gelebte Architektur bedingt auch die Verbreitung der Erkenntnisse und Standards, die Unterstützung bei der Umsetzung, die Kontrolle der erstellten Artefakte und last but not least ein Controlling, das die Steuerung und Regelung ermöglicht. Zusammenfassend können wir sagen, dass die Informationsarchitektur einer Unternehmung auf folgenden fünf Bausteinen aufbaut:

  • Struktur (Konzepte, Standards, Tools)
  • Dokumentation in Form eines Repositorys und einer Dokumentenverwaltung
  • Ressourcen, um die Architektur zu betreiben
  • Prozesse, die den Ablauf der Architekturarbeiten beschreiben
  • Governance, die dafür sorgt, dass die Vorgaben wohl dosiert eingehalten werden

Im Architekturbereich unterscheiden wir vier Prozesse:

  • Entwicklung der Architektur
  • Kommunikation der Architektur
  • Umsetzung der Architektur
  • Controlling der Architektur

Mit diesen Grundelementen als Ausgangsbasis kann eine transparente und konsistente Architektur betrieben werden. Der klare und übersichtliche Aufbau fördert auch die Motivation der Mitarbeiter und führt so zum Erfolg.

Dr. Heinrich Krause ist unabhängiger Berater für IT Architecture und Enterprise Architecture. Er ist Betriebswirtschafter und verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Applikationsentwicklung in vielen Branchen. Bei einer Schweizer Großbank hat er als Leiter der Applikationsarchitektur die IT-Architektur und die Einführung der SOA maßgebend geprägt.
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