Fünf Bausteine für eine IT-Architektur

1. Entwicklung der Architektur

Wenn von Architektur die Rede ist, so steht der Subprozess „Entwicklung“ an erster Stelle. Architektur besteht jedoch nicht nur aus der Festlegung einer Struktur oder eines Konzepts, obwohl dies das wesentliche sichtbare Ergebnis ist.

Die Konzentration auf den Strukturaspekt ist in der Diskussion um SOA (Service-oriented Architecture) sehr schön zu beobachten. Der Schwerpunkt des SOA-Themas verlagerte sich immer mehr von der Effektivität, d. h. die richtigen Services zu bestimmen, hin zur Effizienz, d. h. die Services möglichst wirtschaftlich zu erstellen und zu betreiben. Entwicklungs-, Verwaltungs- und Betriebsverfahren dominieren das Thema. Erst in letzter Zeit kommen wieder Themen auf, die sich mit der Bestimmung der richtigen Services befassen.

Zum Entwicklungsprozess in der Architektur gehört auch die Planung und Vorbereitung für die Umsetzung der Architektur und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Die Auslöser für eine Instanz des Entwicklungsprozesses der Architektur sind primär externe Faktoren wie neue technologische Möglichkeiten, z. B. in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts überhaupt IT einzusetzen oder als letzten großen Anstoß das Internet, um die webbasierten Anwendungen zu ermöglichen. Daneben gibt es auch noch eine bedeutende Gruppe von Auslösern, die aus der eigenen Arbeit resultieren. Feedbacks aus der Umsetzung und aus dem Controlling geben Anlass, um bestehende Vorgaben zu verbessern oder zu ersetzen.

Zielgruppe für die Resultate aus dem Entwicklungsprozess sind in erster Linie die Applikationsentwickler, die damit arbeiten sollen. Aber auch für die Endanwender müssen die Resultate verständlich und einsichtig sein. Das führt auch gleich zum zweiten Subprozess.

2. Kommunikation der Architektur

Eine gute Idee oder ein gutes System, das nur dem Erfinder bekannt ist, existiert wohl, aber damit hat es sich. Erst wenn ein weiterer Kreis von interessierten Leuten davon weiß, kann das System genutzt werden und erfolgreich sein. Das gilt auch für die Architektur. Für den Erfolg eines Vorhabens in der Architektur ist der Prozess Kommunikation von großer Bedeutung. Hier helfen die W-Fragen weiter.

Wer soll informiert werden? Die Kommunikation soll auf Zielgruppen ausgerichtet erfolgen. Im ersten Anlauf können wir vier Zielgruppen unterscheiden. Es sind die Endbenutzer, die von den Vorteilen einer konsistenten Architektur überzeugt werden müssen. Dann sind es die Entwickler, die bei der Arbeit von den neuen Konzepten profitieren sollen. Und es ist das Management, das die Nachhaltigkeit einer sauberen Architektur verstehen und unterstützen muss. Und nicht vergessen werden dürfen externe Stellen wie Kunden oder mögliche Arbeitskräfte, die von der Qualität und Leistungsfähigkeit der eigenen Unternehmung erfahren sollen.

Was soll bekannt gemacht werden? Die Auswahl der Themen muss für jede Zielgruppe spezifisch erfolgen. Beispielsweise sind die Entwickler, die mit der Architektur arbeiten, an technischen Details interessiert. Das Management hingegen ist an den Kostenvorteilen, Time to Market, Zuverlässigkeit und weiteren nichtfunktionalen Merkmalen interessiert. Als Themen können auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt neu erarbeitete Konzepte und Standards, Pläne über anzupackende Entwicklungen, Erfahrungsberichte aus der Umsetzung, aber auch Informationen über Trends im IT-Markt gewählt werden.

Wie soll kommuniziert werden? Für jedes Thema und jede Zielgruppe müssen die optimalen Informationskanäle gewählt werden. Die Palette der möglichen Kanäle ist groß und reicht von allgemein verständlichen Artikeln in firmeninternen Publikationen über Forumsveranstaltungen, Intranet-basierte Lernprogramme (WBT) und Vorträge bis hin zu Publikationen in externen Fachzeitschriften. Ganz wichtig ist auch die Supporttätigkeit der Architekten in einzelnen Projekten, wo die Vorteile und der Nutzen der eigenen Konzepte gezeigt werden können.

Wann soll informiert werden? Die Aufgabe der Kommunikation ist es sicher zu stellen, dass die Inhalte der Architektur permanent bei den Zielgruppen präsent sind. Periodische Veranstaltungen sind ein gutes Mittel, um dieser Anforderung nachzukommen. Auf jeden Fall bedarf die zeitliche Staffelung einer konsequenten und vorausschauenden Planung. Für Neuerungen in der eigenen Architektur ist es wichtig, dass diese zum richtigen Zeitpunkt kommuniziert werden. Geschieht dies zu früh, werden Erwartungshaltungen geweckt, die dann nur schwer befriedigt werden können, zu spät lässt es den Anwendern keine Zeit, die eigenen Aktivitäten anzupassen.

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