Fünf Bausteine für eine IT-Architektur - JAXenter

Fünf Bausteine für eine IT-Architektur

3. Umsetzung der Architektur

Dieser Prozess ist eng mit dem Projektvorgehen verbunden. Die Realisierungsprojekte sind immer im Spannungsfeld zwischen Termin- und Kostendruck und dem Erbringen der geforderten Funktionalität. Architekturvorgaben haben die nicht funktionalen Aspekte im Fokus. Aus Architektursicht ist dies ein sehr interessanter Aspekt, denn hier geht es darum, die Architektur nicht nur anzuwenden und die notwendigen Umgebungen und Tools bereitzustellen, sondern den Nutzen daraus zu ziehen. Die Architekten leisten dabei Unterstützung in den einzelnen Projekten und erfahren selbst, wie tauglich ihre Konzepte, Standards und übrigen Vorgaben sind. Da die personellen Mittel der Architekturabteilung naturgemäß beschränkt sind, ist eine Aufteilung nach Bedarf und Kapazität bei den Projekten notwendig. Es geht darum, die Projekte unterschiedlich zu unterstützen, je nach den Bedürfnissen, die sie haben. Mehr Unterstützung brauchen Projekte, die neue Architekturvorgaben anwenden, die besonders komplex sind oder die in neue Anwendungsbereiche vorstoßen, wo noch keine Erfahrungen vorliegen.

Um nun die Einhaltung der Architekturvorgaben sicherzustellen, ist es nötig, dass im Projektverlauf Checkpoints eingebaut werden, wo die Einhaltung dieser Vorgaben überprüft wird. Diese Checkpoints werden sinnvollerweise bei den Meilensteinen der Projekte eingerichtet, da dann gefestigte Ergebnisse vorliegen und über das weitere Vorgehen in einem Review Board entschieden wird. Im Review Board sind alle Disziplinen vertreten, die vom Projekt berührt werden. Dort werden die zu realisierende Funktionalität, die Qualität, die Sicherheit der neuen Applikation, die Kosten-, Termin- und Ressourcensituation und die Architektur beurteilt. Die Zyklen für die Checks sollten nicht allzu lange sein. Wenn von einer optimalen Projektdauer von neun bis zwölf Monaten für größere Projekte ausgegangen wird, so sollte ungefähr alle drei Monate ein Check erfolgen (Abb. 3).

Abb. 3: Der Umsetzungsprozess

Bei den Checks spielt die Governance eine entscheidende Rolle, da im oben erwähnten Spannungsfeld immer wieder Konflikte auftreten. Dabei drohen die nicht funktionalen Anforderungen unterzugehen. Einfach ausgedrückt: Um Zeit und Kosten zu sparen, wird quick and dirty gearbeitet. Das andere Extrem wäre, in Schönheit zu sterben. Für diese Trade-offs ist eine gute Governance nötig, die nicht nur nach einer Seite ausgerichtet ist.

Aus den Checks im Umsetzungsprozess erfolgen Feedbacks an die Projekte, um Korrekturen an den Resultaten vorzunehmen, und an den Entwicklungsprozess der Architektur, um Ergänzungen und Verbesserungen an den Standards anzubringen.

Die Umsetzung von Architekturvorgaben erfolgt jedoch nicht nur in laufenden Projekten. Manchmal ist es nötig, dass separate Architekturprogramme aufgesetzt werden, um flächendeckend möglichst rasch Anpassungen vorzunehmen. Die Gründe für derartige Architekturprogramme liegen meist im technischen Bereich, wenn z. B. eine Plattform ersetzt werden muss oder wenn neue Sicherheitsstandards nötig sind.

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