Diversity-Ziele

Für mehr Diversität in der Softwareentwicklung!

Redaktion JAXenter

© Shutterstock.com/cate_89

Bereits des Öfteren haben wir auf JAXenter das Thema Diversity in der IT behandelt. Wir glauben, dass es nun an der Zeit ist, den Worten Taten folgen zu lassen: Im Folgenden legen wir dar, auf welchem Weg wir den Frauenanteil derzeitiger und künftiger JAX-Konferenzen erhöhen möchten. Wollen Sie mithelfen?

Der Frauenmangel im IT-Bereich ist nach wie vor mehr als offensichtlich. In IT-Abteilungen und auf IT-Konferenzen tummeln sich überwiegend männliche Entwickler. Eigentlich nicht überwiegend, sondern vielmehr überwältigend viele. Obwohl in der Industrie mittlerweile ein breiter Konsens herrscht, diesen Umstand zu ändern, scheinen die Bemühungen zu stagnieren. Ganz besonders deutlich trifft dies in den IT-Büros Westeuropas und Nordamerikas zu Tage.

Als Konferenzveranstalter richten wir Events für hunderte, manchmal tausende von Menschen aus, die zu einem gewissen Grad den Zustand der Industrie als Ganzes widerspiegeln: Sie werden von Männern dominiert. Wir sind realistisch und wissen sehr genau, dass wir allein die Welt nicht ändern können. Allerdings glauben wir fest daran, dass wir zumindest dabei mithelfen können, den Wandel des IT-Marktes in Richtung von mehr Diversity zu lenken.

Der Fokus liegt auf uns

In der Vorbereitung auf die JAX London wurde ein offener Call for Papers gestartet, der mehrere Wochen lief. Flankiert wurde die Aktion zudem von allerhand Wirbel in den sozialen Medien und einer ausführlichen Berichterstattung auf JAXenter. Was glauben Sie, wie viele Einsendungen von weiblichen Speakern bei uns eintrudelten?

Das Problem ist: Wir wissen einfach nicht genau, ob eine Konferenzmarke wie die JAX den (aus früheren Zeiten stammenden) Ruf hat, besonders männerdominiert zu sein und viele weibliche Experten sich bei dem Gedanken, an ihr teilzunehmen, deshalb unwohl fühlen. Oder ob die geringe Anzahl an Einsendungen für Konferenzen wie die JAX den niedrigen Frauenanteil im Bereich Softwaretechnik widerspiegelt.

Was auch immer zutrifft: Wir haben darüber nachgedacht, wie man die Dinge ändern könnte. Im Rahmen der JAX London 2014 führte unser Program Chair Sebastian Meyen ein inspirierendes Gespräch mit Trisha Gee. Dabei hielt sie zwei sehr einfache, doch bedeutsame Dinge fest.

Erstens: Konferenzveranstalter sollten ihren Call for Papers nicht unter dem Motto „wir suchen nach weiblichen Speakern“ unters Volk bringen. Frauen sollten nicht allein deshalb angesprochen werden, um ihren Anteil an den Konferenzteilnehmern zu erhöhen (was auch nie unsere Intention war). Die meisten Frauen, so Gee, wollen nicht aufgrund ihres Frauseins respektiert und gleich behandelt werden, sondern wollen vielmehr völlig unabhängig von ihrem Geschlecht für ihre Expertise wertgeschätzt werden.

Zweitens: Die Organisatoren sollten proaktiv tätig werden und gezielt mehr weibliche Speaker einladen, um deutlich zu machen, dass sowohl männliche wie weibliche Expertise Gehör finden soll.

Und genau das haben wir getan: Wir setzten uns mit zahlreichen Frauen in Verbindung und konnten insgesamt sieben weibliche Speaker für die diesjährige JAX London gewinnen, was einen Frauenanteil von 16 % ausmacht. Zugegeben, das klingt zunächst nicht unbedingt beeindruckend. Doch vergleicht man diese Zahl mit der letztjährigen JAX London oder ähnlichen Konferenzen, so können wir durchaus ein wenig stolz sein.

Doch wer ist in diesem Zusammenhang „wir“. Nun, zum einen natürlich unser JAX-Konferenzmarketing-Team sowie die JAXenter-Redaktion. Zum anderen verdient Petra Loibl besondere Erwähnung: Petra zeichnet für die Kommunikation mit den Speakern verantwortlich und wurde bei der Planung des Konferenzprogramms nie müde, dem Gender-Faktor besonderes Augenmerk zukommen zu lassen. Doch an dieser Stelle soll noch lange nicht Schluss sein.

Für eine bessere Balance

Wir bemühen uns auch weiterhin, mit weiblichen Experten in Kontakt zu treten und sie für die Gemeinschaft der JAX-Speaker zu gewinnen. Wir hoffen, dass dies mehr Frauen dazu ermutigen wird, ihre Talks für künftige Konferenzen einzureichen. Wir werden auch in Zukunft darüber nachdenken und beratschlagen, wie wir eine bessere Willkommenskultur schaffen können, die für alle Experten, die eine wichtige und interessante Botschaft zu verbreiten haben, offen und einladend ist – unabhängig davon, welches Geschlecht sie haben bzw. welchem sie sich zugehörig fühlen.

Wenn Ihnen ein Punkt auffällt, an dem wir etwas besser machen könnten, nehmen wir entsprechendes Feedback mit großer Freunde entgegen. Unser erklärtes Ziel ist es, zu verstehen, wie wir die JAX zu einem Raum machen können, in dem für belästigendes Verhalten kein Platz ist, alle Teilnehmer sich wohlfühlen und von den zahlreichen Konversationen profitieren können.

Interessanterweise ist in diesem Jahr nicht nur die Zahl der weiblichen Speaker, sondern auch die der weiblichen Konferenzteilnehmer gestiegen: Nachdem letztere im vergangenen Jahr nur 5 % aller Besucher ausmachten, wird ihr Anteil in diesem Jahr voraussichtlich 14 % betragen. Auch darauf können wir ein wenig stolz sein.

Wir sind der Überzeugung, dass die Softwareentwicklung ein wunderbares Umfeld für die Arbeit und das persönliche Wachstum darstellt. Nicht nur aus diesem Grund sind wir ebenfalls davon überzeugt, dass er konsequent allen Menschen offenstehen sollte – völlig unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität, ethnischer Herkunft oder anderen Faktoren. Wir hoffen, dass wir mit unserer bevorstehenden Konferenz einen positiven Einfluss auf die Industrie ausüben können.

Aufmacherbild: Stack of hands von Shutterstock / Urheberrecht: cate_89

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