Suche

Frühe Bescherung für NoSQL-Fans: Neo4j 2.0 ist da!

Claudia Fröhling

Bescherung kurz vor Weihnachten: Neo Technology hat das zweite Major Release seiner Graphdatenbank Neo4j bekanntgegeben. Wie es sich für ein Major Release gehört, verspricht Neo4j 2.0 einige neue Features.

So hat der Neo4j Browser ein Face Lift erfahren und präsentiert sich mit neuem User Interface. Der Browser ist an ein Kommandozeileninterface angelehnt, wobei mehr Wert auf das Design gelegt wurde als man es von einem Kommandozeilen-Tool erwarten würde. Im Neo4j Browser können Cypher-Abfragen ausgeführt werden: Der Cypher Query Editor ermöglicht Visualisierungen, Drag&Drop-Support und die Möglichkeit des Exports. Die Abfragesprache Cypher dient als Werkzeug zur Verarbeitung von Grapheninformationen und ist wie SQL eine deklarative Sprache. Sie erfüllt in Neo4j den Zweck der Lesbarkeit, Repräsentation von Graphenkonzepten und Verarbeitung von Listen von Werten. Cypher ist übrigens in Scala implementiert und nutzt deren funktionale Eigenschaften und Parser.

Abb. 1: Neo4j Browser

Das Property Graph Model hat ebenfalls eine Änderungen erfahren (wie bereits aus den vorausgegangenen Meilensteinen bekannt): Nodes können jetzt optional mit Labels versehen werden, um sie bestimmten Rollen zuzuweisen. Ein Node (Knoten) kann dabei mehrere Labels besitzen, es gibt keine Obergrenze. Über Labels kann auch weitere Funktionalität wie beispielsweise ein automatischer Index mit dem Node verknüpft werden. Ab Neo4j 2.0 kann Cypher selbst Indizes verwalten.

Neu ist außerdem ein transaktionaler Cypher HTTP Endpoint – Transaktion können jetzt via POST-Statements und –Parameter erstellt werden. Die Endpunkte streamen alle Daten vom Server und zum Server, um den Memory Overhead zu minimieren. Die Transaktionen können mehrere HTTP-Requests überspannen.

Schließlich hat das Team an der Funktionalität der hauseigenen Query-Sprache Cypher gearbeitet. Die Cypher Refcard wurde bereits aktualisiert und zeigt die Neuerungen im Detail. Insgesamt ist das Ziel, Syntax-Abnormalitäten in Cypher zu beseitigen und die Sprache insgesamt einheitlicher zu gestalten. Das kommt besonders Einsteigern zugute. Alle Änderungen in Neo4j 2.0 finden sich im Blogpost.

Die Welt ist ein Graph

Die Graphdatenbank Neo4j hat sich auf stark vernetzte Daten spezialisiert. Diese Datenbanken sind prädestiniert für das transaktionale Speichern relevanter Informationsnetzwerke und das besonders schnelle Abfragen eben dieser. Neo4j ist Open Source verfügbar und in Java implementiert. Ursprünglich wurde sie als hochperformante, in die JVM eingebettete Bibliothek genutzt, steht aber seit einigen Jahren als Serverdatenbank zur Verfügung.

Neo4j-Fans sollten einen Blick auf das derzeit laufende Tutorial im Java Magazin werfen. In den Ausgaben 12.2013, 1.2014 und 2.2014 erklärt Michael Hunger die ersten Schritte in Neo4j – bereits unter dem Gesichtspunkt der neuen Features in 2.0! Ein weiterer Surftipp ist unser Interview mit Stefan Armbruster von Neo Technology.

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.