Freie JVM für Open-Source-Entwickler: Azul Systems macht Zing JVM verfügbar

Hartmut Schlosser

Azul Systems hat die im eigenen Hause entwickelte Java Virtual Machine Zing für Open-Source-Entwickler frei zur Verfügung gestellt. Zing ist eine Java-kompatible JVM, die auf Oracle HotSpot basiert. Optimiert ist Zing für Linux Deployments und hohe Last-Anforderungen, wie sie in Enterprise-Szenarien vorkommen (hoher Speicherbedarf, hohe Transaktionsraten, geringe Latenzzeiten, etc.).

Die JVM kann den Memory Heap einer Anwendung elastisch an die Echtzeit-Anforderungen anpassen, was insgesamt die Anspruchzeiten einer Anwendung verbessern soll. Unterstützt werden auch In-Memory Datenbearbeitungen.

Azul-CEO Scott Sellers gibt die Zielvorgabe aus, Zing zur ersten Wahl für Open-Source-Java-Entwickler zu machen. Namhafte Vertreter der Java-Community bezeichnen die Öffnung der Zing JVM als signifikanten Schritt.

Beispielsweise begrüßt Scala-Erfinder Martin Odersky die neue Initiative und glaubt, dass sich die Zing JVM zu einem wertvollen Teil der Scala Toolchain entwickeln wird. Genauso wie Scala verfolge Zing das Ziel, skalierbare Anwendung für das Multicore-Zeitalter zu ermöglichen.

Auch Clojure-Mastermind Rich Hickey hält sich nicht mit lobenden Worten zurück. Die Zing-JVM sei eine fantastische Bereicherung der Community, insbesondere für die aktuelle Herausforderung der Programmierung nebenläufiger Prozesse:

Programming and architectural approaches that leverage immutability to enhance concurrency and scale will be well-matched by a runtime that is able to support high continual allocation rates without disruptions or pauses. Rich Hickey

JRuby-Co-Lead Charles Nutter kommentiert, dass Zing helfen wird, das Potenzial von Ruby auf der JVM voll zu entfalten.

By opening up access to the Zing JVM, Azul has made it easier for us to ensure JRuby applications will scale to large heaps and heavy loads. Charles Nutter

Die Zing JVM kann ab sofort für die Open-Source-Entwicklung, Validierung und zu Testzwecken verwendet werden. Möglich sind Anwendungen für x86 Server mit Red Hat Enterprise Linux, SUSE Linux Enterprise Server, CentOS und Ubuntu Linux.

Entwickler, die an einer Nutzung der Zing-JVM interessiert sind, werden gebeten, sich via E-Mail direkt an Azul Systems zu wenden (zing_oss [at] azulsystems.com). Eingerichtet wurde zudem ein Forum, ein Bug-Reporting-Werkzeug sowie ein FAQ.

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Hartmut Schlosser
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