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Freelancer-Kompass 2017

Freiberufler in der IT: Darf’s ein bisschen mehr Geld sein?

Carina Schipper

© shutterstock.com / Triff

In einer Studie hat die Projektplattform freelancermap die aktuelle Situation von Freiberuflern in der IT unter die Lupe genommen. Zu diesem Zweck löcherten die Forscher 1.112 IT-Experten mit 46 Fragen rund um Trends zur finanziellen Situation oder Auftragslage. Die offensichtlichste Erkenntnis: sie wollen mehr Geld.

Freiberufler in unserer Branche haben vor allem ein große Sorge: Geld. Das wirkt natürlich kaum verwunderlich. Wer projektbasiert und auf Honorarbasis arbeitet, dem winken viele Freiheiten, allerdings muss er dafür ein unsicheres, schwankendes Einkommen in Kauf nehmen. Für die Mehrheit der von freelancermap Befragten ist ihre ungewisse, finanzielle Situation ein Nachteil. Umso mehr dürften sich die Freiberufler über den Honoraranstieg von rund fünf Euro im Vergleich zum Vorjahr freuen. Der durchschnittliche Stundensatz liegt 2017 bei 87,36 Euro, 2016 verdiente ein Freiberufler noch 82,13 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Stundensatz 2017 durchschnittlich um sechs Euro. Quelle: freelancermap GmbH

IT-Expertinnen sind immer noch in der Unterzahl

Traurig, aber immer noch wahr: Frauen sind in der IT-Welt definitiv unterrepräsentiert und unterbezahlt. Gerade mal ein Fünftel der IT-Freiberufler sind weiblich, so freelancermap. In Sachen Verdienst zeigt sich ebenfalls ein beklagenswerter Unterschied. Männer werden pro Stunde mit durchschnittlich 87,64 Euro bezahlt. Frauen dagegen bekommen rund drei Euro weniger, nämlich 84,62 Euro. Bei einer Arbeitszeit von 47,15 Stunden pro Woche ergebe das einen Einkommensunterschied von knapp 600 Euro im Monat, heißt es im Freelancer-Kompass 2017.

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Projekte sind nur selten Eintagsfliegen

Die Studie förderte ebenfalls zu Tage, dass Anzahl der Kurzprojekte immer mehr zurückgeht. Inzwischen haben 20 Prozent der Freiberufler mindestens ein halbes und maximal ein ganzes Jahr in einem Unternehmen zu tun. Vor allem große Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitern und mehr wissen den Input eines IT-Experten von außen zu schätzen und die Riege der Freiberufler wächst. Freelancermap verzeichnet einen kontinuierlichen Jahreszuwachs der Registrierungen von bis zu 15 Prozent. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass das Interesse an diesem Arbeitsmodell zunimmt und wahrscheinlich auch zukünftig immer mehr auf diesen Zug aufspringen werden.

Der Großteil der IT-Freiberufler lebt entweder in Bayern oder NRW. Quelle: freelancermap GmbH


Beim Blick auf die unterschiedlichen Regionen, in denen sich IT-Freiberufler tummeln, verrät, wie ungleich die Verteilung in diesem Punkt ist. Während die neuen Bundesländer und besonders Mecklenburg-Vorpommern nur schwer die Ein-Prozent-Hürde schaffen, sind vor allem Bayern und Nordrhein-Westfalen weit vorne im Ranking der Heimatregionen von Freiberuflern. Zusammen gaben über 40 Prozent an, in den beiden Bundesländern zu leben.

Nähere Informationen zur Studie finden Sie unter freelancermap.de/marktstudie.

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Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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