Freelancer-Kompass 2019

Freelancer in der IT: Gehalt, Softskills & Herausforderungen

Katharina Degenmann

© Shutterstock/ Pachai Leknettip

In wenigen Branchen ist das Arbeiten als Freelancer so attraktiv wie im Bereich der IT. Umso wichtiger ist es, die Hintergründe und Trends genauer zu beleuchten. Nun hat Freelancermap seinen Freelancer-Kompass 2019 veröffentlicht und rund 1.300 IT-Experten zu Themen wie Einkommen, Auftragslage und den wichtigsten Softskills befragt.

Das Freelancer-Dasein lockt mit vielen Freiheiten und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels genießen freie Mitarbeiter einen äußerst hohen Stellenwert in den Unternehmen. Andererseits sehen sich Freiberufler auch mit vielen Unsicherheiten konfrontiert – eine unsichere Auftragslage, schwankendes Einkommen und unbezahlter Urlaub. Über eines dürften sich die Freelancer aber zumindest 2019 freuen: Mehr Gehalt! Das offenbarte der zum viertel Mal in Folge erschienene Freelancer-Kompass 2019. So liegt das durchschnittliche Nettomonatseinkommen von Freiberuflern in der IT bei etwa 6.900 Euro.

Stundensatz und Einkommen

Die Mehrheit (74 Prozent) der IT-Experten ist mit ihrem Einkommen zufrieden. Kein Wunder, schließlich beträgt der durchschnittliche Stundensatz 93,89 Euro und entspricht damit einem Zuwachs von 3,12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und es gibt noch einen Grund zur Freude, der Stundensatz steigt meist mit dem Alter. So erhält die junge Generation unter 30 Jahren den niedrigsten Stundenlohn. Es ist anzunehmen, dass der steigende Stundensatz nicht auf das Alter, sondern auf die Arbeitserfahrung zurückzuführen ist.

Aber nicht nur das Alter, sondern auch das Fachgebiet ist für den Stundenlohn entscheidend. So erhalten SAP Freelancer mit 112,49 Euro den höchsten Stundensatz. Aber auch in den Bereichen Beratung & Management (107,82 Euro) und IT-Infrastruktur (88,52 Euro) darf man sich über rosige Gehälter freuen. Die Fachgebiete Entwicklung (82,33 Euro) und Ingenieurwesen (80,01 Euro) liegen im Mittelfeld, während Grafik, Content, Medien (66,31 Euro) das Schlusslicht bilden.

Den höchsten Stundensatz gibt es außerdem in Schleswig-Holstein, gefolgt von Saarland und Hamburg. Am wenigsten erhalten Freiberufler in Thüringen. Im D-A-CH-Vergleich macht zwar die Schweiz (121 Euro) das Rennen, allerdings liegt Deutschland (92 Euro) noch vor Österreich (85 Euro) auf dem zweiten Platz.

Wie der Freelancer-Kompass 2019 außerdem herausfand, erhalten IT-Freelancerinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen immer noch nicht das selbe Gehalt. So bekommen weibliche Freiberufler etwa 5.500 Euro pro Monat, während männliche Freelancer rund 7.000 Euro monatlich verdienen. Dabei arbeiten Freelancer durchschnittlich etwa 45 Stunden pro Woche – unabhängig des Geschlechts.

Selbständigkeit und Herausforderungen

Fragt man die Studien-Teilnehmer nach dem Grund für ihre Selbstständigkeit, sehen knapp 80 Prozent die Unabhängigkeit bzw. der eigene Chef zu sein als Vorteil. Aber auch bessere Verdienstmöglichkeiten und abwechslungsreiche Tätigkeiten scheinen das Freelancing attraktiv zu machen.

Doch es das Freelancer-Dasein hat auch seine Schattenseiten und geht mit vielen Herausforderungen einher. Als größte Herausforderung wird die Projektakquise (66,22 Prozent) angesehen. Platz zwei belegt die Trennung von Beruf und Privatem mit 32,52 Prozent. Das Projektmangement (7,13 Prozent) stellt für die meisten Freelancer keine Herausforderung dar.

Softskills und Fehler

Doch selbst wenn man die Herausforderungen kennt, heißt das noch lange nicht, dass man erfolgreich ist. Laut des Reports definieren knapp 84 Prozent einen erfolgreichen Freelancer über sein Fachwissen, dicht gefolgt von der Arbeitserfahrung (79,36 Prozent) auf Platz 2. Auch Netzwerke (44 Prozent) und Referenzen (35 Prozent) zeichnen einen erfolgreichen Freelancer aus. Zertifikaten hingegen schreiben nur 4,60 Prozent der Befragten eine Relevanz für den Erfolg eines Freelancers zu.

Wer außerdem als Freelancer Erfolg haben will, sollte über die richtigen Softskills verfügen. Dazu zählen Kommunikationsfähigkeit, Disziplin und Eigenmotivation.

Obendrauf präsentiert die Studie, welche Fehler die Teilnehmer zu Beginn ihres Freelancer-Daseins gemacht haben. Knapp die Hälfte gibt an, einen zu niedrigen Stundensatz verlangt zu haben. Aber auch das Vernachlässigen der Projektakquise und zu wenig Rücklagen gebildet zu haben, werden als Fehler angegeben.

Wer noch mehr über Freelancer und der Projektdauer, Auslastung oder Branche erfahren will, findet alle Informationen im Freelancer-Kompass 2019.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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