Ein Framework für alle Geräte

Flutter 1.5: Das Framework wird plattformübergreifend

Florian Roos

© Shutterstock / ymgerman

Google hat umfangreiche Veränderungen an Flutter vorgestellt. Das für die Entwicklung mit der Programmiersprache Dart geschriebene Framework erhält einen erweiterten Einsatzbereich. Es kann zukünftig neben mobilen Geräten auch auf dem Desktop, im Web und auf eingebetteten Geräten genutzt werden.

Google stellt das Dart-Framework Flutter von der mobilen Entwicklung auf eine plattformübergreifende Verwendbarkeit um. Bislang war das UI-Framework dazu da, Apps für iOS und Android mit einer gemeinsamen Codebasis zu entwickeln. Nun kommen mit dem Web, Desktop-Betriebssystemen und eingebetteten Systemen noch weitere unterstützte Plattformen hinzu.

Neuerungen für die mobile Entwicklung

In der aktualisierten Version sind Änderungen für bekannte Features und auch einige neue Funktionalitäten enthalten. Während die AppStore iOS SDK Requirements auf den neuesten Stand gebracht wurden, stehen mit Dart 2.3 jetzt auch UI-as-Code-Features zur Verfügung. Flutter unterstützt ab sofort Bezahlvorgänge innerhalb einer App, wobei dieses Feature noch als initialer Support gekennzeichnet ist. Die neu ins Framework integrierten ML Kit Custom Image Classifier erlauben das Erstellen, Trainieren und Einsetzen von Modellen zur Bildklassifikation innerhalb einer App. Entwickler können außenstehende Personen in das Training ihrer Modelle einbeziehen, indem sie diese zum Beisteuern von Trainingsdaten auffordern.

Flutter im Web und auf dem Desktop

Mit Flutter geschriebene Anwendungen können jetzt auch auf dem Desktop genutzt werden. Allerdings betont Google, dass dieses Feature derzeit noch nicht produktionsreif ist. Neben den üblichen Desktop-Betriebssystemen MacOS, Windows und Linux sind entsprechende Apps auch unter Chrome OS lauffähig.

Flutter fürs Web wird als Tech-Preview zur Verfügung gestellt. Google gibt an, dass man mit Flutter eine Option zur Entwicklung grafiklastiger und interaktiver Apps bieten will. Zur reinen Gestaltung von Dokumenten ist das Framework nicht vorgesehen. Bei der ab sofort verfügbaren Tech-Preview handelt es sich um das Resultat interner Experimente, ob man Flutter nicht auch im Web nutzen könnte. Als Demo der Web-Version des Frameworks wurde das Kenken Puzzle der New York Times umgesetzt. Dieses Puzzle läuft mobil, unter iOS und Android, unter MacOS, unter Chrome OS und im Web mit dem selben Code.

Eingebettete Systeme

Auch auf eingebetteten Systemen wie dem Minirechner Raspberry Pi sind auf Flutter basierende Anwendungen zukünftig lauffähig. Daneben greift Google mit Heimautomatisierung und Automotive-Technologien zwei konkrete Produktkategorien für eingebettete Systeme auf, die über ein Embedding-API ebenfalls für das Framework zugänglich werden sollen.

Googles Zielsetzung bei der plattformunabhängigen Weiterentwicklung des UI-Frameworks ist die Lauffähigkeit entsprechender Software auf allen Geräten mit Bildschirm. Erläuterungen zu den aktuellen Veränderungen an Flutter bieten ein entsprechender Blogpost von Google sowie das Repository des quelloffenen Projekts.

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Florian Roos
Florian Roos
Florian Roos ist Redakteur für Software & Support Media. Er hat Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt studiert und erste redaktionelle Erfahrungen in den Bereichen Games und Consumer-Hardware gesammelt.
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Und wieder wird die Entwicklergemeinde Google blind folgen. Erst AngularJS, dann Angular/Typescript, serverseitig kam Go hinzu, Dart1 war eine Totgeburt und nun folgt Flutter, daß alle Plattformen mit Dart2 abdecken wird, für serverseitige Dienste reicht Dart2. Natürlich will Google damit auch noch Geld verdienen, aber womit genau, wird erst dann ersichtlich, wenn Projekte in Flutter soweit vorangeschritten sind, das es für viele Firmen kein Zurück mehr gibt. Klugerweise unterliegt Fluter von Anfang an Open Source Bedingungen, um Entwickler in trügerischer Sicherheit zu wiegen.