DevOps in der echten Welt - Teil 4

DevOps mal ganz praktisch: „Wartet nicht auf Unternehmen, um eine bessere Firmenkultur zu promoten“

Redaktion JAXenter

(c) Shutterstock / Artishok

In der Serie “DevOps mal ganz praktisch” geben Experten ihre Praxis-Erfahrungen bei der Umsetzung von DevOps-Prinzipien weiter. Dieses Mal: Eduard Sizovs.

JAXenter: Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Devs und Ops in eurem Unternehmen organisiert?

Eduards Sizovs: In meiner Firma übernehmen Entwickler Verantwortung über die Operationen. Es gibt keine Ops und auch kein Testing-Team. Du baust es – und sorgst dafür, dass es läuft.

JAXenter: Wie sieht die typische Teamstruktur in eurer IT-Abteilung aus?

Eduards Sizovs: Wir arbeiten in kleinen, cross-funktionalen Teams von jeweils 3 Angestellten, in denen dezentral und remote gearbeitet wird. Erfahrungsniveau und Alter variieren, aber uns sind die selben Dinge wichtig: die Kunden, das Produkt und der Code.

JAXenter: Inwieweit können diese Teams autonom arbeiten?

Eduards Sizovs: Ich glaube, dass kleine Teams an kleinen Produkten arbeiten sollten. Wir teilen unsere Arbeit und Architektur entsprechend auf. Die meisten technischen Entscheidungen werden intern getroffen und Prioritäten werden anhand der Wichtigkeit für Kunden gesetzt, was für gewöhnlich aus dem Kundenverhalten abstrahiert wird. Wir haben ein Kanban-Board in Trello mit einer What’s-next-Liste. Sie ist (grob) priorisiert und enthält sehr kurze, informelle Erklärungen von Herausforderungen, denen wir oder unsere Kunden gegenüberstehen. Sobald die In-Progress-Spalte leer ist, wird das oberste Element ausgewählt, diskutiert, gebaut und ausgeliefert.

Wichtig ist, dass nichts Neues begonnen wird, bevor die aktuellen Entwicklungen nicht abgeschlossen sind. Es dauert einige Zeit, dem Team „Little’s Law“ zu erklären, aber sobald es alle verstanden haben, verbessert sich die Team-Dynamik beträchtlich – und damit auch das Produkt. Die What’s-next-Liste ist zudem sehr kurz – nur drei bis fünf Items. Gerade genug um das Team zu beschäftigen, aber keine zu großen Pläne zu machen – wir konzentrieren uns nur auf das, was jetzt zählt.

JAXenter: DevOps beschäftigt sich ausführlich mit der Unternehmenskultur. Würden Sie sagen, dass es so etwas wie eine einheitliche Kultur in ihren Unternehmen gibt – oder sogar mehrere Kulturen?

Eduards Sizovs: Sogar in kleinen Unternehmen ist die Kultur wichtig. Jede große Firma beginnt klein – es ist also von Tag 1 wichtig, Gleichgesinnte zu finden. Es ist viel einfacher, Kultur langsam zu pflegen, also Schritt-für-Schritt, anstatt alles zu ändern wenn es schon zu spät ist. Wie die meisten kreativen Arbeiter sind wir von intrinsischen Motiven getrieben –Daniel H. Pink fasst sie zusammen als: Autonomie, Können, Zielsetzung. Das ist es, was uns vorantreibt. Wir leisten großartige Arbeit dabei, unser Umfeld, die Freiheit eigener Entscheidungsfindung und berufliches Wachstum zu schützen und die Möglichkeit an Produkten von Bedeutung zu arbeiten.

Es gibt auch noch eine weitere Sache, die uns alle verbindet: Alle Teammitglieder haben eine sehr niedrige Bullshit-Toleranz. Wenn etwas nervt, falsch oder kaputt ist – dann beheben wir es einfach. Niemand leidet oder beklagt sich.

JAXenter: DevOps hat viel mit Dingen wie dem Geiste der Zusammenarbeit, experimenteller Firmenkultur, Business-Agility und Zufriedenheit zu tun. Was können Unternehmen tun, um diese Aspekte zu unterstützen?

Eduards Sizovs: „Unternehmen“ klingt für mich sehr abstrakt. Unternehmen pflegen nichts, Menschen dagegen schon. Wartet also nicht auf das Unternehmen, das Management oder Kollegen, um die Firmenkultur zu promoten, die ihr für richtig haltet. Beginnt bei euch selbst, arbeitet zusammen, seid experimentell und agil, folgt eurem Herzen.

Gutes Verhalten macht süchtig.

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Beende die folgenden Sätze

Eduards-SizovsDevOps-Erfahrungen aus meiner Praxis

Meiner Erfahrung nach arbeiten Devs und Ops am besten zusammen, wenn…

… sie wirklich zusammen arbeiten.

Die größte Hürde für DevOps ist…

… fehlende Tapferkeit und Leitung.

Die Angestelltenzufriedenheit fördert am meisten…

… die Ergebnisse ihrer tollen Arbeit zu sehen.

Der größte Pluspunkt von autonom arbeitenden Teams ist…

… höherer Durchsatz und weniger Zeit zum Release.

Eine positive Firmenkultur muss…

… mit Liebe, Leidenschaft und Fürsorge aufgezogen werden.

 

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