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Den Rost betreffend

Rust 1.3 mit Nachschlagewerk „Rustonomicon“

Michael Thomas

© Shutterstock.com/wang song

Schon seit mehreren Releases konzentriert sich die Multiparadigmensprache Rust im Rahmen ihrer neuen Nebenversionen vor allem auf Fragen der Performance. So auch das nunmehr als stabil zu betrachtende Rust 1.3. Doch es sind noch weitere Neuigkeiten zu vermelden.

Neben Verbesserungen der Stabilität im API-Bereich bietet Rust 1.3 wie bereits gewohnt zahlreiche Performance-Verbesserungen, die sich hauptsächlich in der Standard-Bibliothek finden: So nutzt etwa der Substring-Matcher ab sofort einen effizienteren Algorithmus und durch Verbesserungen bei der Null-Füllung wurden Vec::resize und Read::read_to_end beschleunigt.

Vor allem Fans von H. P. Lovecraft dürften wissen, worauf der Name einer weiteren Neuerung anspielt: Das „Rustonomicon“ soll die User in die „dunklen Künste der fortgeschrittenen und unsicheren Rust-Programmierung“ einführen. Obwohl noch im Entwurfsstadium befindlich, soll das Nachschlagewerk bereits jetzt die „dunkelsten Ecken“ der Programmiersprache beleuchten.

Wie bereits in der Beta angedeutet, investierte das Rust-Team auch Zeit in den Windows-Support: Seit neuestem unterstützt die Sprache Windows XP, wobei die Hauptmotivation hierfür den Entwicklern zufolge in dem Umstand begründet ist, dass nur so Rust-Code in Firefox möglich ist. Die Rust-Macher unterstreichen in diesem Zusammenhang jedoch ausdrücklich, dass Windows XP dadurch nicht zu einer offiziell unterstützen Plattform wird. Auch die Arbeiten an der Integration der MSVC-Toolchain gehen weiter voran; die ab sofort ebenfalls verfügbare Beta-Version von Rust 1.4 verfügt bereits über vollständigen 64-Bit-Support.

Was ist Rust?

Rust ist als Systemsprache konzipiert, die als Konkurrent für C und C++ – aber auch zu Googles Go – gesehen werden kann. Die Syntax ist denn auch stark an C angelehnt, enthält aber moderne Konstrukte, um invalide Speicherzugriffe zu verhindern und Multicore-Architekturen besser zu unterstützen.

Zu den Charakteristika der Sprache gehören Pattern Matching und algebraische Datentypen (enums), Typeninferenz, Higher-order Functions (Closures), Generics und Polymorphismus in Form von Java-artigen Interfaces in Kombination mit Haskell-artigen Typen-Klassen (traits).

Unterstützt werden sowohl funktionale als auch objektorientierte Programmierweisen. Nebenläufigkeit wird durch leichtgewichtige Tasks realisiert, wie sie beispielsweise in Erlang oder anderen Aktoren-basierten Sprachen anzutreffen sind. Seit 2011 werden Rust-Programme mit dem selbst in Rust geschriebene Compiler rustc kompiliert, welcher wiederum auf LLVM als Backend-Technologie zurückgreift.

Aufmacherbild: Iron surface rust von Shutterstock / Urheberrecht: wang song

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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