Der erste Eindruck zählt

Fehler 404: Würden Sie einer defekten Website eine zweite Chance geben?

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/JMiks

Laut einer Umfrage von GetApp Lab würden 80.1 % der Internetnutzer nicht auf eine defekte Webseite zurückkehren. Nur etwa jeder Fünfte sei dagegen bereit, einer defekten Webseite eine zweite Chance zu geben. Welche Faktoren spielen eine Rolle für den ersten Eindruck?

Bei der Umfrage nahmen 500 US-Internetuser zwischen 18 und 64 Jahren teil. Im Fokus stand die Frage, ob die User im Falle dessen, dass eine Unternehmensseite beim ersten Aufruf defekt ist, ein zweites Mal auf diese Seite zurückkehren würden. Das Ergebnis: 81.1% würden sehr wahrscheinlich nicht zurückkehren und nur etwa 19.9% würden einen zweiten Versuch starten.

Entscheidungsfaktor Schnelligkeit

Auch in einem Beitrag auf Business 2 Community wird der erste Eindruck als entscheidendes Kriterium für den Erfolg einer Website betont: Der Landing Page sollte für besseren Traffic besondere Aufmerksam geschenkt werden. Sowohl aus der SEO- also auch der Marketing-Perspektive rät Online-Marketing-Expertin Susan Gilbert bei einer schlecht besuchten Webseite im Bezug auf Werbung zu einer Überarbeitung.

Einer der kritischen Faktoren ist außerdem die Schnelligkeit einer Webseite. Wie Econsultancy unter Berufung auf eine Studie von Akamai Technologies berichtet, ist die Geduld vieler User sehr begrenzt: Nach maximal zwei Sekunden sollte eine Webseite für 47% der Teilnehmer geladen sein und 40% der 1048 befragten User würden eine Seite, die länger als drei Sekunden zum Laden benötigt, verlassen. Die Ladezeit scheint also einen entscheidenden psychologischen Einfluss auf das Userverhalten zu nehmen.

Auch Andy Wyatt, Produktmarketing-Manager bei Kissmetrics, beschäftigt sich in mehreren Blogposts mit der Frage, ob und wenn ja welchen Einfluss die Ladezeiten auf das User-Verhalten und damit den Traffic einer Seite haben. Um diese für die eigene Website besser erfassen zu können, listet er mehrere nützliche Tools und Quellen, wie beispielsweise Googles Page Speed Tools, welche einen schnellen Überblick über Fixes zur Verbesserung der Ladegeschwindigkeit versprechen.

Für den Fall, dass Entwickler nun feststellen, dass die Ladezeit der eigenen Website zu lang ist, schlägt Andy Wyatt sieben Schritte vor, um diese zu verkürzen. Unter anderem aus einer gzip-Komprimierung der Seite, welche die Größe um bis zu 70% verkleinern kann, resultiere eine kürzere Ladezeit, ohne dass die Qualität darunter leide, so Wyatt. Außerdem rät er Entwicklern dazu, ihre Skripte und CSS-Daten extern zu verwalten, sodass der Browser diese nur einmal laden muss. Auch die Verwendung eines Plug-ins wie dem WP Super Cache, das die aktuellste Version der Seite cacht und den Usern automatisch anzeigt, anstatt die Seite jedes Mal neu zu generieren, führe zu einer verminderten Ladezeit. In Andy Wyatts Blogpost sind alle sieben Tipps zur Verbesserung der Ladezeit nachzulesen.

Kleine Entwarnung

Auch wenn die Ladezeit und die Qualität der Landing Page einen entscheidenden Einfluss auf den ersten Eindruck haben, so gibt Matt Cutts Entwarnung: Auch wenn die Ladezeit seit April 2010 als eines der 200 Signale für Googles Webseiten Ranking einbezogen wird, zählen nach wie vor Faktoren wie Relevanz, Aktualität, Reputation, Nutzen der Seite und viele andere zu den wichtigeren Eigenschaften einer hoch gerankten Website, so der Leiter des Google Web-Spam-Teams. Auch wenn es hier weniger um psychologische als vielmehr um Ranking-Faktoren geht, so veranschaulicht dieser Beitrag trotzdem das Spannungsfeld zwischen Entwicklern, Marketing und Usern: Für jede dieser Parteien sind naturgemäß unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend.

Fazit

Wie bei der ersten Begegnung mit einem Menschen, können wohl auch beim ersten Laden einer Webseite einige Faktoren über Zu- oder Abneigung entscheiden. Auch wenn eine schnelle Ladezeit und eine ansprechend gestaltete Landing Page sicherlich für einen positiven Eindruck sorgen können, so zählen wohl auch hier am Ende, wie könnte es anders sein, die inneren Werte.

Aufmacherbild: 404 Error Sign in Internet Browser von Shutterstock / Urheberrecht: JMiks

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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