Interview mit Dominik Helleberg

Experten-Interview: Kann man Android Studio für den produktiven Einsatz empfehlen?

Hartmut Schlosser
©Shutterstock/Kirill__M

Android Studio ist die neue, IntelliJ-basierte Entwicklungsumgebung von Google, die der angestammten Eclipse-Lösung ADT Konkurrenz macht. Ist der Herausforderer schon so weit? Wir sprachen mit MobileTech-Conference-Speaker Dominik Helleberg über Stärken und Schwächen beider IDEs und über die kommende Android-Version 4.5.

Du hast vor einem Jahr auf der MobileTech Conference die Eclipse ADT mit Android Studio verglichen. Damals konnte man Android Studio nur bedingt für den produktiven Einsatz empfehlen. Hat sich das mittlerweile geändert? 

Dominik Helleberg: Natürlich hat sich seitdem schon wieder einiges getan, Android Studio ist mittlerweile in der Version 0.5.0 verfügbar und Google arbeitet mit Hochdruck an der neuen IDE. Allerdings haben wir es immer noch mit einem Beta-Release zu tun. Also muss man nach wie vor mit Bugs und teilweise inkompatiblen Änderungen rechnen. So wurde zum Beispiel im letzten Update die Namens-Konvention für die Verzeichnisstruktur der Testcases geändert. Bei kleineren Apps bereitet das i.d.R. keine Probleme, aber je größer das Projekt, desto höher das Risiko und der Arbeitsaufwand bei Änderungen.

Was schätzt du an Android Studio besonders? 

Dominik Helleberg: Die Integration mit Gradle. IntelliJ ist eine gute IDE, aber die eigentliche Stärke von Android Studio liegt in der engen Verzahnung mit Gradle und dem Android-Plug-in.

Und wo liegen die Stärken von Eclipse ADT?

Dominik Helleberg: Hier findest du als Entwickler alle Tools, die du brauchst (einige davon fehlen noch in Android Studio), und aufgrund der Historie läuft die Kombination auch recht stabil.

Ein Trend liegt darin, Geräte mit hybriden Betriebssystemen auszuliefern – also beispielsweise ein Windows Laptop, der auf Knopfdruck nach Android wechselt. Ist das aus deiner Sicht Spielerei und Nische, oder die Zukunft?

Dominik Helleberg: Das ist eine spannende Frage. Ich kann mir gerade im Enterprise Segment interessante Use-Cases vorstellen auch in Kombination mit Virtualisierung. Aber das steht alles noch ganz am Anfang. Ob daraus eine massentaugliche Technologie für den Consumer-Bereich wird, bezweifle ich noch.

Kitkat ist die aktuelle Version 4.4 von Android. Was können wir mit der nächsten Version erwarten? 

Dominik Helleberg: Es gibt Anzeichen, dass die nächste Version bereits die neue ART-Runtime als Standard eingestellt hat. Das wäre ein großer Schritt und die Dalvik VM wäre damit Geschichte.

Auf dem Android Experts Day erzählt Ihr Geschichten aus der Praxis. Kannst du den Lesern einen kleinen Vorgeschmack geben? 

Dominik Helleberg: Ich werde ein paar Beispiele mitbringen wie wir Performance-Probleme in Apps analysiert und behoben haben.

Da sind wir natürlich gespannt! Dominik, vielen Dank für dieses Gespräch!

Dominik Helleberg ist bei der inovex GmbH für die Entwicklung von mobilen Applikationen zuständig. Neben diversen Projekten im JME-, Android- und Mobile-Web-Umfeld hat er den JCP und das W3C bei der Definition von Standards für mobile Laufzeitumgebungen unterstützt.

Sessions auf der Mobile Tech Conference 2014 (17. bis 20. März):

Auf Augenhöhe mit Android Studio und Gradle
Geschichten aus der Praxis – für die Praxis (Android Experts Day)
Getting productive – Android Development Tools (Android Experts Day)

Aufmacherbild: Android with wrench von Shutterstock / Urheberrecht: Kirill__M

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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1 Kommentar auf "Experten-Interview: Kann man Android Studio für den produktiven Einsatz empfehlen?"

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ganze 7 (!) Sätze vom "Experten" zum aktuellen Status der IDEs
und – mit Verlaub – nichts, was Nicht-"Experten" nicht auch schon wussten