Evolution und Innovation sind keine Widersprüche

Hartmut Schlosser

Über die Erwartungshaltung vieler Kunden, stabile, sichere und über lange Zeiträume wartbare Systeme zu erhalten, ohne auf die Vorzüge innovativer Neuentwicklungen verzichten zu müssen, ging es in der Keynote der SAP-Vertreter Björn Goerke und Dirk Kästner am zweiten JAX-Konferenztag.
Nachhaltige Evolution und Innovation – das muss laut Goerke kein Widerspruch sein.

Björn Goerke in der JAX-Keynote: „Evolution and Innovation“

Neben gewissermaßen zeitlosen Softwareprinzipien wie gutes Design, stabile APIs, flexible Datenbankanbindung seien neue Trends über offene Standards integrierbar. Diesbezüglich habe SAP einen Strategiewechsel vorgenommen und sich in den letzten Jahren stark im Open-Source-Bereich engagiert.

SAP beteiligt sich etwa bei Eclipse- und Apache-Projekten, ist im Rahmen des JCP an einer Standardisierung der Enterprise-Cloud-Spezifikationen von Java EE7 interessiert, ist aktiv in der OSGi Alliance und der OASIS.

Dieses Open-Source-Engagement werde von Kunden durchaus geschätzt. Allerdings müsse man bei unternehmensweiten Investitionen in Open Source immer auch den Aspekt der Langlebigkeit und Pflege eines Projekts im Blick behalten. In dieser Frage habe man mit Open Source Foundations wie Eclipse gute Erfahrungen gemacht.

No Stack Wars

Während Wettbewerber die Strategie verfolgten, durch Firmenübernahmen ganze Technologie-Stacks – von Hardware bis Software – bereit zu stellen, wolle man sich bei der SAP nicht an diesen „Stack Wars“ beteiligen. Kunden wollen keine Stacks, Kunden verlangen nach Lösungen, bemerkte Goerke und stellte im weiteren Verlauf die neuesten Forschungsarbeiten über Zukunftstrends in den weltweit etablierten SAP Research Living Labs vor.

Von der Koordination von Einsatztruppen über neue Energiekonzepte bis zu der Art, wie in der Zukunft Einkäufe getätigt werden könnten, gab Zweitredner Kästner einen Überblick über aktuelle SAP-Investigationen.

Im Forschungsprojekt des „Business Web“ arbeitet SAP mit Partnern wie HP, Intel, Ericsson, Deutsch Telekom und GlobalLogic zusammen, um zukunftsweisende Dienste über Unternehmensgrenzen hinweg bereit zu stellen und etwa Rooming-Gebühren für die Inanspruchnahme der Dienste im Ausland zu eliminieren. Stark investiert man bei SAP in den Zukunftstrend des In Memory Computing, mit dem es möglich wird, große Datenmengen in Echtzeit zu analysieren. In den SAP Labs sei man bereits soweit, aus Datensätzen von 40 TB Größe in Sekunden Reports zu generieren, die früher Stunden in Anspruch genommen hätten.

Eine Ankündigung stand am Schluss der Keynote: Ende des Jahres 2011 soll ein Prototyp einer „Business Web Lösung“ als eine Art SAP App Store für Enterprise-Anwendungen zur Verfügung stehen.

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Hartmut Schlosser
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