Evolution der Integrationsarchitektur

Serviceorientierte Integrationsarchitektur mit Geschäftsausrichtung

Während das Geschäftsmodell die Geschäftstätigkeit der Organisation in der Gegenwart beschreibt, definiert die Strategie das koordinierte Vorgehen zur Erreichung von Zielen eines zukünftigen Geschäftsmodells. Das Ziel sollte dabei die Erhaltung oder Verbesserung der Position im Wettbewerbsumfeld sein. Im Kontext der Geschäftsausrichtung können Geschäftsmodell und Service als korrespondierende Artefakte betrachtet werden, die eine in sich geschlossene und eigenständige Geschäftstätigkeit aus einer jeweils anderen Perspektive betrachten und sich ausschließlich in dem Grad der IT-Unterstützung unterscheiden. Die in den folgenden Abschnitten klassifizierte serviceorientierte Integrationsarchitektur berücksichtigt diesen strategischen Wandel des Geschäftsmodells, indem sie die Artefakte der Geschäftsarchitektur auf die Artefakte der IT-Anwendungslandschaft abbildet und im Rahmen eines so genannten Business-IT-Alignment fortlaufend aufeinander ausrichtet. Einerseits verschafft es dem Unternehmen dabei die Fähigkeit, mit innovativen Impulsen seine Wettbewerbsumgebung zu stimulieren und andererseits die erforderliche Agilität, um adaptiv auf eine veränderte Marktsituation reagieren zu können.

Im Gegensatz zu den bisher diskutierten Integrationsarchitekturen ist der Gestaltungsprozess in diesem Szenario mehrdimensional und äußerst facettenreich. Hier geht es weder nur um die Einführung eines neuen IT-Produkts oder einer Technologie, noch kann dieser Ansatz auf eine IT-Strategie reduziert werden. In diesem Fall muss das Unternehmen als Ganzes betrachtet werden, denn die Veränderungen betreffen die Unternehmenskultur, Organisationsstrukturen, Prozesse, Rollen, Menschen und deren Einflussbereiche. Bei diesem Ansatz handelt sich um einen langfristigen Prozess mit spätem Return on Invest (ROI), der auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. Eine Einbettung in die Unternehmensstrategie ist deshalb notwendig – alleine schon, um lokale Interessen von Organisationseinheiten und kurzfristigen IT-Projekten zu übersteuern. Dieses Integrationsszenario adressiert einen ganzheitlichen Ansatz zur geschäftsorientieren Gestaltung von IT-Anwendungslandschaften und schafft schlussendlich den Grundstein für das strategische Management der Unternehmensarchitektur. Für die realistische Planung, Steuerung und Bewertung des Gestaltungsprozesses ist es enorm wichtig, sehr früh mit dem Aufbau eines qualitativ hochwertigen Fundaments einer Unternehmensarchitektur zu beginnen.

Aspekte der Unternehmensarchitektur

Die Unternehmensarchitektur beschreibt das Unternehmen sowie die zugrunde liegende IT-Anwendungslandschaft aus einer höchst abstrahierten, fachlichen Perspektive. Die Modellierung der Unternehmensarchitektur schafft in erster Linie Transparenz über das Geschäftsmodell und dessen IT-Unterstützung und stellt damit die Verknüpfung zwischen Geschäfts- und IT-Strukturen her. In einem weiteren Schritt wird ein Instrumentarium bereitgestellt, mit dem der Gestaltungsprozess koordiniert werden kann. Im Rahmen der ganzheitlichen Betrachtung der Unternehmensebene beleuchten Teilarchitekturen der Unternehmensarchitektur die IT-Anwendungslandschaft jeweils aus einem anderen Blickwinkel. Jede der folgend aufgeführten Teilarchitekturen macht dabei Vorgaben zu den Architekturelementen, mit denen sie bebaut werden darf.

Geschäftsarchitektur

Die Geschäftsarchitektur betrachtet die Fachlichkeit der Organisation. Elementare Bebauungsartefakte der Geschäftsarchitektur sind die Produkte, die Geschäftsprozesse mit Akteuren und unterschiedlichen Rollen, Geschäftsdomänen inklusive Geschäftsfunktionen und -services sowie Geschäftsobjekte. Geschäftsdomänen sind die logischen Einheiten des Unternehmens. Sie segmentieren die Geschäftsarchitektur und kapseln ihr Geschäftsmodell über ein definiertes Spektrum an Geschäftslogik, ohne Redundanzen zu erzeugen. Letztes adressiert die Normalisierung der Fachlichkeit und postuliert die vollständige und eindeutige Lokalisierung von Geschäftslogik. Geschäftsdomänen aggregieren Geschäftsfunktionen, die aus fachlicher Sicht eine Einheit bilden und die fachliche Normalisierung weiter verfeinern. Dieser Verfeinerungsprozess zieht sich über die Geschäftsservices von Geschäftsfunktionen und wird auf die korrespondierenden IT-Services bis auf dessen Geschäftslogikbausteine abgebildet. Geschäftsdomänen stellen somit einen idealen Zielzustand dar und bilden die Schnittfläche zum Business-IT-Alignment. Eine Geschäftsfunktion ist eine grobgranulare, kontextfreie und unterteilbare fachliche Funktionalität. Sie zeichnet sich durch ihre Unabhängigkeit vom Kontext eines Geschäftsprozesses aus und bleibt dadurch über verschiedene Geschäftsprozesse hinweg anwendbar. Geschäftsfunktionen sind elementare Bausteine zum Aufbau von Geschäftsprozessen. Sie bündeln eine Anzahl von Geschäftsservices, die sich direkt auf einen IT-Service abbilden lassen.

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