EU-Kommission setzt vermehrt auf Open Source

Michael Thomas
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Die Europäische Kommission stärkt quelloffener Software den Rücken: So wollen einem Strategiepapier zufolge Pierre Damas (Referatsleiter der Generaldirektion Informatik) und seine Mitstreiter die Hindernisse beseitigen, die der Mitwirkung von Software-Entwicklern an Open-Source-Projekten mitunter im Wege stehen. Zu diesem Zweck sollen offenbar zahlreiche Themenfelder in Angriff genommen werden, wobei besonderer Augenmerk auf der Klärung rechtlicher Aspekte, betreffend den Schutz geistigen Eigentums und das Urheberrecht, liegen soll.

Anfang Dezember gewährte Damas im Rahmen eines Workshops erstmals Einblick in die neuen Richtlinien, deren Formulierung Anfang 2015 abgeschlossen werden soll. Ein zentrales Thema der Entscheider ist dabei der Umstand, dass Open-Source-Lösungen die Kosten bei der Beschaffung von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) deutlich senken und somit die Modernisierung staatlicher bzw. behördlicher Dienstleistungen vorantreiben können auch der Förderung europäischer IKT-Dienstleistungsanbieter kommt unter diesem Aspekt offenbar eine entscheidende Rolle zu.

Bei Überprüfungen im Rahmen der Anschaffung neuer Software sollen Damas zufolge proprietäre und Open-Source-Lösungen in Zukunft gleichberechtigt berücksichtigt werden. In einzelnen Bereichen, wie der Entwicklung von Informationssystemen, soll quelloffener Software gar der Vorzug gegeben werden. Bereits jetzt nutzt die EU-Kommission Open Source in großem Umfang: So betreibt sie über 10.000 Apache-Webserver und mehr als 1800 Hosts, auf denen Red Hat Linux läuft; bei der Neugestaltung der offiziellen Webseite der EU soll Drupal zum Einsatz kommen. Zudem nutzen die bei der Kommission angestellten Entwickler zahlreiche quelloffene Tools und Bibliotheken.

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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