Digitales Geld im Äther

Grundkurs Ethereum: Eine Einführung in die Kryptowährung

Jakob Mayer
© Shutterstock.com / Wit Olszewski

Der Kurs von Bitcoin schießt durch die Decke und die Blockchain ist in aller Munde: Kryptowährungen haben es mittlerweile sogar in die Abendnachrichten geschafft. Doch wer glaubt, dass Bitcoin die einzige digitale Währung ist, der irrt sich gewaltig. Längst gibt es lukrative Alternativen, eine davon ist Ether. Diese Kryptowährung basiert auf der Ethereum Blockchain, unser Autor Jakob Mayer erklärt die Grundlagen von Ethereum und die Unterschiede zu Bitcoin.

Was sind die Blockchain und Ethereum?

Um zu verstehen was Ethereum ist und warum Ethereum benötigt wird, ist es erstmal wichtig, den Term Blockchain zu definieren. Um zu verstehen, was eine Blockchain ist, schlage ich vor, sich ein Excel Spreadsheet vorzustellen, von dem eine identische Version auf Tausenden von Computern gespeichert ist. Wann immer jemand dieses Spreadsheet verändert, hat jeder Benutzer die Möglichkeit, diese Änderung sofort zu registrieren. Die Blockchain-Datenbank ist nicht nur auf einem Computer oder Server gespeichert, sondern auf tausenden von Geräten. Dadurch sind sämtliche vorhandenen Daten öffentlich zugänglich und einfach überprüfbar. Außerdem können Hacker nicht eine einzige Datenbank angreifen, da diese ja auf Tausenden von Computern gespeichert ist.

Kurz gesagt: bei Blockchain handelt es sich um eine dezentralisierte Datenbank, die für jeden transparent und durch ihre Dezentralisierung sicher vor Angriffen durch Hacker ist. Und was ist nun Ethereum? Ethereum ist eine quelloffene Softwareplattform, die auf der Blockchain-Technologie aufsetzt, mit der Softwareentwickler dezentralisierte Applikationen entwickeln.

Ethereum vs. Bitcoin

Bei Ethereum und Bitcoin handelt es sich um Blockchain-basierte Technologien. Der größte Unterschied zwischen Ethereum und Bitcoin liegt in erster Linie darin, wie sie verwendet werden. Bitcoin bietet nur eine Blockchain-basierte Applikation an, nämlich die Möglichkeit zum Senden und Erhalten einer digitalen Währung mit Namen Bitcoin. Die Ethereum Blockchain hingegen bietet nicht nur die Möglichkeit, Zahlungen zu erhalten und zu senden, sondern es können alle möglichen dezentralisierten Applikationen über das Ethereum-Blockchain-Netzwerk abgewickelt werden. Allerdings verfügt das Ethereum-Netzwerk ebenfalls über eine digitale Währung, diese wird Ether genannt. Ethers können von Minern ähnlich wie Bitcoins geschürft und von Ethereum-Entwicklern für Zahlungen von Services und die Nutzung des Ethereum-Netzwerks genutzt werden.

Ein weiterer Vorteil der Ethereum Blockchain gegenüber Bitcoin Blockchains sind sogenannte Smart Contracts. Bei einem Smart Contract handelt es sich um einen Computercode, der es ermöglicht, eine Operation genau dann auszuführen, wenn eine zuvor festgesetzte Kondition eintritt. Bei Bitcoins sind diese Smart Contracts auf das Senden und Erhalten von Zahlungen limitiert. Das Ethereum-Netzwerk erlaubt Entwicklern hingegen, einen Smart Contract für eine Vielzahl von Operationen zu entwickeln. Als Beispiel könnte zum Beispiel ein Smart Contract für die Erfüllung einer Dienstleistung herangezogen werden.

Ein Problem von Blockchain-Technologien sind sogenannte Forks. Dabei handelt es sich um Änderungen im Blockchain-Code. Diese müssen teilweise durchgeführt werden, um einer Überlastung des Netzwerks entgegenzutreten oder Operationen effektiver zu machen. Solche Forks müssen innerhalb der Community abgesprochen und gleichzeitig durchgeführt werden, da ansonsten einzelne Applikationen ohne entsprechende Updates nicht mehr funktionieren. Solche Forks waren für Bitcoin aber auch für das Ethereum-Netzwerk bereits einige Male notwendig.

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Wie bekommt man Ether?

Wie schon erwähnt, hat das Ethereum-Netzwerk seine eigene digitale Währung, genannt Ether. Ether lassen sich ähnlich wie Bitcoins schürfen oder, um es im englischen Ausdruck zu benennen, minen. Beim Mining werden mittels aufwendiger Computeroperationen im Ethereum-Netzwerk Ether-Blöcke gefunden. Für Einsteiger ist dies vielleicht nicht die ideale Lösung, um an Ether zu kommen: Einfacher ist es da, Ether in einer Kryptobörse zu erwerben. Hier sind vor allem Coinbase und Kraken ziemlich populär, wo Euros zum jeweiligen tagesaktuellen Kurs gegen Ether eingetauscht werden können. Sollte man schon Bitcoins besitzen, können diese natürlich auch gegen Ethers getauscht werden. Die Ether werden anschließend auf einem sogenannten Wallet gespeichert, wie man es von Bitcoins kennt, dabei stehen einige verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.

Für Fortgeschrittene könnte ein sogenanntes Paper Wallet die sicherste Option sein, für Einsteiger bietet sich aber die Seite MyEtherWallet an. Dort kann man ein virtuelles Wallet mit eigener Wallet-Adresse erstellen. Von der Kryptobörse kann man neu erworbene Ether dann an das eigene Wallet senden. Als eine weitere sichere Wallet-Option sollte man sich auch sogenannte Hardware Wallets genauer ansehen. Diese Wallets sind ähnlich wie USB-Sticks, nur dass man auf ihnen Kryptowährungen speichert. Hier kann ich vor allem das Ledger Nano S Wallet empfehlen.

Als Softwareentwickler ist außerdem noch die Frage von Interesse, wie man selbst Teil von Ethereum werden und seine eigenen Applikationen entwickeln kann. Wie schon erwähnt handelt es sich bei Ethereum um ein Open-Source-Netzwerk, das heißt jeder kann Teil der Community werden und kostenlos Produkte entwickeln. Ein guter Startpunkt für interessierte Entwickler ist die Webseite Dapps for Beginners. Dabei handelt es sich um den offiziellen Einsteiger-Guide von Ethereum für Softwareentwickler.

Ethereum – Ein Ausblick in die Zukunft

Die Entwicklung von Applikationen mithilfe der Ethereum Blockchain hat im Jahr 2017 extrem zugenommen. Durch das starke Wachstum von digitalen Applikationen, die eine Blockchain-Technologie benötigen, ist davon auszugehen, dass das Ethereum-Netzwerk auch im Jahr 2018 und darüber hinaus stark an Popularität gewinnen wird.

Mit der Zunahme dieser Popularität und der Entwicklung einer immer größeren Anzahl von Ethereum-Applikationen ergeben sich natürlich auch einige Probleme und Herausforderungen, die es für das Team zu meistern gilt. Die größte Herausforderung ist dabei, die Anzahl an bestätigten Transaktionen pro Sekunde noch weiter zu erhöhen. Bei Bitcoin ist es derzeit möglich, etwa drei bis vier Transaktionen pro Sekunde zu bestätigen. Ethereum kann hingegen momentan schon 20 Transaktionen pro Sekunde bestätigen.

Derzeit sind Kryptotransaktionen aber noch kein Massenphänomen und werden nur von einer Minderheit der Internet User getätigt. Wenn Blockchain und Transaktionen über Blockchain-Netzwerke aber zu einem Mainstream Trend werden, ist es notwendig, dass Tausende von Transaktionen pro Sekunde abgewickelt werden können. Um dies zu ermöglichen, arbeitet das Entwicklerteam von Ethereum an einer Technologie mit Namen Casper.

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Laut Gründer Vitalik Buterin soll die Casper-Technologie im Sommer 2018 verfügbar sein. Mit dieser sollen dann bis zu einer Million Transaktionen pro Sekunde bestätigt werden können. Ab diesem Zeitpunkt wird auch die Abwicklung von Mini-Transaktionen über die Ethereum Blockchain möglich. Das Jahr 2018 wartet also aller Voraussicht nach mit jeder Menge Spannung auf und bringt hoffentlich große Fortschritte innerhalb der Ethereum Blockchain mit sich.

Infografik: Die Geschichte von Ethereum

Geschrieben von
Jakob Mayer
Jakob Mayer
Im Jahr 2013 habe ich meine erste Bitcoin gekauft. Seitdem beschäftige ich mich mit Blockchain-Technologien und dem Handel von Kryptowährungen.
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