EditBox: Für Förster mit Bäumen

Erweitertes Syntax-Highlighting in Eclipse

Holger Prang

Gerade wer sich in altem oder fremdem Code zurechtfinden will, freut sich über jede Möglichkeit, die innere Struktur sowie Logik des Codes zu erfassen. Fehlende JavaDocs, verschachtelte Konstrukte oder aussagefreie Zeilenkommentare erschweren das Lesen zusätzlich. Hier leistet die EditBox gute Dienste, denn sie stellt alle Blöcke deutlich als farbige Rahmen dar.

Mal ehrlich: Wie häufig werden wir in der Praxis mit fremdem und unübersichtlichem Code konfrontiert? Häufig! Der Code stammt natürlich nicht aus der eigenen Feder, sondern der ursprüngliche Autor hat das Wort „Dokumentation“ nur während der Ausbildung gehört, und der Satz „Es musste halt schnell gehen“ ist weniger eine Entschuldigung als der Leitsatz des Projekts gewesen.

Für das tägliche Kodieren sind die Editoren in Eclipse zusammen mit den fertigen Code-Formattern eigentlich ideal. In Situationen wie oben stößt die übliche Darstellung jedoch an Grenzen. Um einen Einblick in den existierenden Code zu bekommen, muss die innere Struktur aus Methoden, Feldern und Blöcken schnell deutlich werden. Für diese Aufgabe bietet die EditBox [1] einen sehr nützlichen Dienst an: Sie formatiert und visualisiert logische Blöcke mit farbigen Bereichen (Abb. 1).

Abb. 1: EditBox in Aktion

Diese Darstellung ist äußert hilfreich beim Durchstöbern von Klassen und Methoden. Ein Klick auf das Toolbar-Icon genügt und die erweiterte Formatierung wird ein- bzw. ausgeschaltet. Der aktuelle Block an der Cursor-Position wird zusätzlich automatisch markiert.

Wie einzelne Elemente dargestellt werden sollen, kann über die PREFERENCES bis ins letzte Detail eingestellt werden. Leider wurde hier ein wenig übertrieben, da der Dialog durch eine große Vielzahl an Parametern den Benutzer überfordert. Hier stand wohl eher der Spaß an SWT im Vordergrund als der Nutzen. Die Standardeinstellungen sind aber bereits ausreichend (sofern man die Farbe Grün mag). Regeln für andere Typen wie XML können ebenfalls hinterlegt werden. Abbildung 2 zeigt die Einstellungen wie im obigen Beispiel dargestellt.

Abb. 2: Umfangreiche Parametrisierung

Für das tägliche Coding eignet sich EditBox eher weniger. Hierfür ist die normale und ruhigere Darstellung von Eclipse besser geeignet. Aber ein Klick auf die EditBox zeigt schnell den Wald, wenn man mal wieder nur Bäume sieht.

Geschrieben von
Holger Prang
Holger Prang
Holger Prang ist Dipl.-Wirt. Ingenieur und selbstständiger Berater im Bereich IT-Projekt-Management und Software-Entwicklung mit 16-jähriger Berufserfahrung. Er begleitet im Düsseldorfer GarageLab e.V. Projekte im Bereich Cross-Over-Prototyping. Dabei werden konventionelle Handwerkstechniken, Elektronik und 3D-Druck zur Herstellung von Prototypen und Produkten angewendet.
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