Erstellung von Services mit SOA Express

Hohe Performance

Zur Laufzeit nimmt das COBOL-Modul die übertragenen Daten entgegen und steuert dann die Host-Transaktionen des Service. Wurde eine ganze Sequenz von Maskendialogen protokolliert, so enthält das COBOL-Programm die entsprechende Logik, um all diese Transaktionen in der entsprechenden Reihenfolge aufzurufen, sie mit ihren Eingabedaten zu versorgen und die Antwortdaten entgegen zu nehmen. Dieses Konzept erklärt auch die sehr gute Performance von SOA Express: Mussten bei dem klassischen Mainframe-Dialog noch mehrere Masken angezeigt, vom Benutzer mit Daten gefüllt und zum Host übertragen werden, übernimmt jetzt ein generiertes COBOL-Programm auf dem Mainframe diese Aufgabe. Dabei gibt es keinen Datenaustausch mit dem Client mehr, denn der ganze Datenverkehr findet auf dem Mainframe innerhalb des Transaktionssystems von Programm zu Programm statt. Am Ende der Verarbeitung wird das Ergebnis per Middleware zum Application Server zurückübertragen und steht dann dort zur Versorgung der Ausgabe-Schnittstelle des Service zur Verfügung. SOA Express kann auch einen Test-Client generieren, beispielsweise JSP oder ASP.NET. Mit diesem Test-Client kann der gesamte Service ausgetestet werden, ohne dass die Entwicklung auch nur eine Zeile Code programmieren muss.

Dass dieses Vorgehen eine Reihe von Vorteilen hat, liegt auf der Hand. Der Mainframe wird für den Anschluss an eine SOA geöffnet, bereits existierende Business-Logik kann in voller Funktionalität wieder verwendet werden, um Services zu definieren und all das kann mit geringem Aufwand und exzellenter Performance angeboten werden. Bei der Generierung wird ausschließlich standardisierter Code generiert (COBOL, Java, C#), der als Sourcecode zur Verfügung steht, aber nicht gepflegt werden muss. Dadurch entstehen zwar Services, aber kein zusätzlicher Aufwand für die Pflege der erstellten Software. Der Aufwand beschränkt sich auf die Pflege der Service-Schnittstellen, der internen Logik und der User Interfaces, was die Kosten eines derartigen SOA-Projekts erheblich reduziert. Insbesondere aber sind an der Mainframe-Anwendung selbst keinerlei Veränderungen erforderlich, womit sich für die klassischen Mainframe-Anwender nichts ändert. Die Mainframe-Applikation kann wie vorher weiter betrieben werden. Auf diese Weise lässt sich das Risiko einer SOA-Adaption beträchtlich vermindern. Wichtig ist es, darauf hinzuweisen, dass hier nichts neu programmiert werden muss. Die Bedienung des Tools reicht aus, um die Services zu definieren, zu generieren und zu deployen. Das spart teure Entwickler-Ressourcen. Die Kommunikation zwischen traditionellen Host-Programmierern und Software-Entwicklern der neuen Generation, die Java oder C# programmieren, ist wegen unterschiedlicher Denkweisen und Konzepten oft schwierig. Daher ist es nicht einfach, einem Java-Programmierer zu erklären, was die Mainframe-COBOL-CICS-Anwendung von ihm erwartet. Der COBOL-Programmierer versteht wiederum die Problematik der objektorientierten Web-Programmierung nicht. Beide Entwickler-Typen können nur zusammen arbeiten, wenn jemand, der beide Welten versteht, eine klar definierte Schnittstelle vorgibt und diese in beiden Programmiersprachen beschreibt. SOA Express bringt diese Leistung bereits mit.

Die Generierung von Services für den Aufbau einer SOA ist jedoch nicht allein die Aufgabe der Softwareentwicklung. Unternehmen müssen hier eine Person – also nicht Entwickler! – einsetzen, die versteht, was der Service fachlich leisten soll und die die Host-Applikation aus Anwendersicht kennt. Das hier skizzierte Vorgehen stellt einen pragmatischen Ansatz dar. Selbstverständlich erhält man durch den Einsatz eines schlauen Tools nicht eine komplett neue Anwendungsarchitektur. Aber man kann über Services die Logik einer sonst nicht zugänglichen Applikation nutzen. Auf diese Weise gewinnt man ein Stück Flexibilität und ein wenig mehr Agilität, man spart Kosten und erhöht ein Stück weit die Transparenz der Anwendungen. Kurz: Man hat wieder ein paar Schritte in Richtung einer SOA zurückgelegt.

Micro Focus SOA Express

Mit SOA Express können auf Basis bewährter, standardisierter Technologien neue Services erstellt und verteilt werden. Dabei ist SOA Express in der Lage, vorhandene CICS- und IMS-Transaktionen, Screens und sogar ganze Workflows von Applikationen zu identifizieren, zu kapseln und sie dann als Service zur Verfügung zu stellen. Bei der Definition und Erstellung eines Services bleibt die eigentliche Business-Logik völlig unverändert. Aus den so gekapselten Entitäten generiert SOA Express schließlich Standard-konforme Web Services einschließlich der für das Deployment erforderlichen Support Files.

Damit lassen sich auch größere Enterprise-Systeme auf neue Anforderungen ausrichten, beispielsweise bei der Einführung neuer Produkte oder bei der Durchführung von Compliance-Maßnahmen. Die Unternehmen müssen dabei weder ihre Infrastruktur ändern noch ihr IT-Personal aufstocken, sodass die Kosten für Erweiterungen erheblich reduziert werden.

Die mit Micro Focus SOA Express erzeugten Services können auf einer großen Zahl von Server-Plattformen eingesetzt werden, so zum Beispiel auf IBM Websphere (Mainframe und nicht-Mainframe), BEA Weblogic, Oracle Application Server oder Microsoft .NET.

Rolf Becking ist Senior Consultant bei Micro Focus in Dortmund.
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