Ericsson Mobility Report: Achtfacher Smartphone-Traffic bis 2020

Konstanze Löw

Das Mobilfunktechnologieunternhemen Ericcson hat seinen aktuellen Mobility Report veröffentlicht. Der 31-seitige Bericht enthält vor allem Zahlen und Fakten, die den derzeitigen Stand und Entwicklungstendenzen in der mobilen Industrie aufzeigen und nachvollziehen lassen.

Im Folgenden werden einige interessante Inhalte des Reports vorgestellt.

Anzahl an Mobilfunkverträgen steigt

Es werden immer mehr Mobilfunkverträge unterzeichnet: Die Anzahl der weltweit abgeschlossenen Mobilfunkverträge ist seit dem Jahr 2013 auf 2014 von 6.700 auf 7.100 Millionen angestiegen. Darunter sind 2.700 Millionen Verträge für Smartphones.

Der Smartphone-Trend ist weiterhin steigend: 65 % bis 70 % der im dritten Quartal 2014 verkauften Handys gehörten dieser Kategorie an. Die Prognose für die nächsten Jahre im Bereich der Mobilfunkverträge ist als eine durchaus positive zu bewerten: Es werden voraussichtlich bis zu dem Jahr 2020 um 15 % bis 45 % mehr Verträge für mobile PCs und Tablets, mobiles Breitband, mobiles LTE, WCDMA/HSPA und Smartphones abgeschlossen. Einzig im Bereich des GSM/EDGE-only ist mit Verlusten bis ins Jahr 2020 zu rechnen, die in Größenordnungen von rund 20 % anzusiedeln sind.

Wichtige Zahlen im Überblick

Aus den durchgeführten Analysen lässt sich schlussfolgern, dass im dritten Quartal 2014 weltweit 110 Millionen neue Handyverträge abgeschlossen wurden. Das unten stehende Kreisdiagramm verdeutlicht, dass einige Länder hier enorme Wachstumsraten vorweisen können. Insbesondere in Afrika (26 Millionen) und im asiatisch-pazifischen Raum (Angabe ohne die Länder China und Indien, 22 Millionen) steigt die Anzahl der Mobilfunkverträge stetig. Bis zum Jahr 2020 wird ein 55-%-Wachstum abgeschlossener Handyverträge für Afrika und den mittleren Osten prognostiziert.

Verteilung neu abgeschlossener Handyverträge nach Ländern

Mobiler Traffic boomt

Der Mobility Report verdeutlicht den fortwährenden Anstieg des mobilen Datenverkehrs, denn in den führenden Mobilfunkmärkten stellen bereits heute herkömmliche Anrufe und das Versenden von SMS keine dominanten Services mehr dar. Vielmehr wird das Handy dafür gebraucht, datenbasierte Services zu nutzen. Diese Fakten erklären das Wachstum um 60 % im Bereich des mobilen Datenverkehrs zwischen dem dritten Quartal 2013 (Q3 2013) und dem Q3 2014.

Als Indikator für diesen enormen Anstieg ist vor allem die stetig steigende Anzahl an Smartphones zu nennen – der Report sagt ein achtfaches Wachstum im Bereich des Smartphone-Traffic zwischen den Jahren 2014 und 2020 voraus. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet das einen Anstieg des monatlichen Smartphone-Traffic von 2,1 ExaBytes (in 2014) auf 17 ExaBytes (in 2020).

Diagramm über den steigenden Datenverkehr

Als ein weiterer Indikator, der neben dem Smartphone-Anstieg für das Wachstum des mobilen Datenverkehrs herangezogen werden kann, gilt die Verbreitung und Nutzung von Videos über Mobilfunkgeräte. Das Segment der Videos gilt als jenes, das am schnellsten Zuwachs im Bereich der mobilen Applikationen generiert.

Video-Traffic wird zukünftig, bis zu dem Jahr 2020, ein durchschnittliches jährliches Wachstum von ca. 45 % vorausgesagt. Konkret bedeutet diese Information, dass in 16 Jahren 55 % des mobilen Datenverkehrs von Videos eingenommen wird – was ein zehnfaches Wachstum im mobilen Video-Datenverkehr zwischen 2014 bis 2020 bedeutet.

Übersicht über den mobilen Datenverkehr

Dieser Artikel stellt keine umfassende Zusammenfassung des Ericsson Mobility Reports dar, sondern ist ein Überblick lediglich einiger interessanter Entwicklungen, die der Report liefert. Für weitere Informationen und Grafiken den Themen Mobilfunkverträge, Entwicklungen im Machine-to-Machine Bereich, mobiler Datenverkehr, Zustand der Netzwerke, 5G und mobiles Breitband empfiehlt sich ein Blick in den vollständigen Report.

Geschrieben von
Konstanze Löw
Konstanze Löw
Konstanze Löw hat Germanistik und Kommunikationswissenschaft in Jena studiert. Seit November 2014 arbeitet sie als Volontärin bei der S&S Media Group für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter.
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