Interview mit Frederic Ebelshäuser

Vom Entwickler zum Gesellschafter

Melanie Feldmann

Frederic Ebelshäuser

In einem Unternehmen die verschiedenen Hierarchieebenen zum Gesellschafter oder bis zur Geschäftsleitung zu durchlaufen, kann für einen Entwickler ein spannender Prozess sein. Was sowohl der Entwickler selbst als auch das Unternehmen dabei beachten sollten, erklärt Frederic Ebelshäuser im Interview. Er ist seit 2016 Gesellschafter bei Yatta und ist genau diesen Weg gegangen.

JAXenter: Hattest du das konkrete Ziel, einmal ein Unternehmen mit zu leiten oder hat sich das für dich mehr ergeben?

Frederic Ebelshäuser: Über eine Gründung oder die Beteiligung an einem Unternehmen hatte ich nie nachgedacht. Tatsächlich hatte ich meinen ersten Berührungspunkt mit Yatta auch eher zufällig, als mir eine Projektkollegin von dem Unternehmen erzählte. Ich konnte und sollte mich vom ersten Tag an sowohl fachlich als auch mit meinen eigenen Ideen aktiv einbringen. Und auch im Team wurde ganz offen über die Möglichkeiten einer Beteiligung an Yatta gesprochen. Aber erst als ich zunehmend Verantwortung übernahm und mich zum Projektleiter entwickelt hatte, habe ich realisiert, dass es Yatta ernst mit dieser Chance meint. Formal wurde ich nachträglich als Gründungsgesellschafter aufgenommen – und bin immer noch happy, wenn ich das ausspreche. Da gibt es keinen Unterschied gegenüber Investoren.

JAXenter: Was war für dich der größte Schritt bei der Entscheidung, dich am Unternehmen zu beteiligen?

Frederic Ebelshäuser: Die Teilhabe an Yatta folgte bei mir keinem Masterplan und dennoch war sie kein großer Schritt mehr, als die Möglichkeit konkret wurde. Ich bin ja auch mit meinen Aufgaben und meiner Verantwortung gewachsen. Gleichzeitig war klar, Yatta ist die Company und das Team, mit dem ich auch langfristig gemeinsam etwas erreichen will. Vision, Unternehmenskultur, Zusammenhalt und Einsatz – es hat einfach alles gepasst. Ehrlicherweise gab es also nicht „den einen großen Schritt“.

Es ist wichtig, nicht nur für sich, sondern stets für das gesamte Unternehmen zu denken.

Gleichzeitig ist eine Beteiligung viel mehr als bloß Anerkennung für die geleistete Arbeit zu verstehen, sondern auch Ausdruck übernommener unternehmerischer Verantwortung. Nun stehe ich in besonderem Maße in der Pflicht, gute Entscheidungen für Yatta zu treffen. Da ist es wichtig, nicht nur für sich, sondern stets für das gesamte Unternehmen zu denken, in diese Rolle konnte ich aber auch hineinwachsen. Dennoch ist die Beteiligung für mich ein riesen Erfolg und ein in Erfüllung gegangener Traum. Es motiviert mich, Yatta auch in Zukunft als Unternehmen und mit eigenen Technologien und Produkten weiterzuentwickeln. Etwa steht auch schon bald die Internationalisierung für uns an.

JAXenter: Welche Vorstellungen, die du vorher hattest, sind in Erfüllung gegangen? Und welche nicht?

Frederic Ebelshäuser: Glücklicherweise haben Vorstellung und Realität in meiner bisherigen Laufbahn immer weitgehend übereingestimmt. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass ich Yatta auch nach außen repräsentieren würde. Damit meine ich nicht nur als Speaker auf internationalen Konferenzen und Fachmessen, sondern auch im Gespräch mit Investoren oder Kunden und Partnern. Das war für mich eine komplett neue Erfahrung, und ich hatte einen Heidenrespekt davor. Heute finde ich das ist eine ziemlich coole Sache, und ich habe richtig Spaß daran.

JAXenter: Welchen entscheidenden Tipp würdest du Kollegen mit auf den Weg geben, die einen ähnlichen Schritt vor sich haben?

Frederic Ebelshäuser: Schaut euch Unternehmen genau an und überlegt im Vorfeld, in welchem Unternehmen und in welchem Aufgabefeld ihr euch einsetzen wollt. Denn wer Verantwortung für Aufgaben übernehmen kann, für die er oder sie brennt, und sich dann noch mit dem Unternehmen identifiziert, der hat schon mal gute Voraussetzungen. Oftmals meint man ja, mit seinen persönlichen Stärken und Fähigkeiten könne man quasi von Natur aus glänzen. Man muss aber wirklich etwas bewegen wollen, darf sich nicht ausruhen und sich niemals zufriedengeben. Kurzum: Die eigenen Skills müssen sich mit Leidenschaft und der Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen, verbinden.

Es ist entscheidend, dass Leistungen und Engagement auch honoriert werden und zwar mit mehr als einem Schulterklopfen.

Wenn Skills, Leidenschaft und harte Arbeit auf eine starke Teamkultur treffen, dann lassen sich große Ziele erreichen – als Team und tatsächlich auch persönlich. Bei Yatta Teil von so einem Team zu sein ist eine großartige Erfahrung. Nur so erreicht man auch hochgesteckte Ziele – als Team und auch persönlich. Dabei ist es natürlich entscheidend, dass Leistungen und Engagement auch honoriert werden und zwar mit mehr als einem Schulterklopfen. Da haben viele IT-Companys in den letzten Jahren schon einiges dazugelernt. Aber nicht überall in Deutschland hat sich dieses Prinzip auch durchgesetzt. Bei uns setzen wir das konsequent um, bis hin zur unternehmerischen Teilhabe, und das ist super. Die Aussage ist: Bei uns kann jeder alles werden. Dabei kommt es nur auf Kompetenz und Einsatz an. Ich bin ja selbst ein Beispiel dafür. Ich habe als Entwickler angefangen, wurde dann Projektleiter und heute sogar Mitgesellschafter. Das funktioniert.

JAXenter: Wie viel Zeit verbringst du noch damit zu Programmieren?

Frederic Ebelshäuser: Das schwankt je nach Aufgaben. Trotz meiner Managementverantwortung programmiere ich schon noch recht viel – knapp mehr als die Hälfte meiner Zeit. Ins Produktmanagement involviert zu sein, ist was völlig anderes als zu programmieren. Zweifelsfrei ist das aber mindestens genauso spannend. Und nicht zuletzt präge ich auch auf diese Weise unsere Software.

ebelshäuser_fredericFrederic Ebelshäuser ist Projektleiter und Software-Engineer bei Yatta und seit 2016 Gesellschafter. Er entwickelte E-Commerce-Lösungen als Consultant in verschiedenen Bereichen. Heute kümmert sich Frederic als Projektleiter um Eclipse-Integrationen von Yatta, darunter auch die Entwicklung der Profiles for Eclipse. Außerdem engagiert er sich als Speaker mit Vorträgen in der Eclipse-Community.

 

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
Kommentare
  1. ohweier2016-12-29 13:17:16

    Interessant, aber mal wieder schade dass hier Denglisch vom feinsten präsentiert wird.. "IT-Companys"

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