W-JAX Countdown mit Martijn Verburg und Kirk Pepperdine

"Entwickler, die keine Multicore-Systeme nutzen, werden zurückbleiben"

Martijn Verburg und Kirk Pepperdine sind als Mitbegründer der Java-User-Gruppe „London Java Community“ stets am Puls der Zeit, wenn es um neue Entwicklungen und Anforderungen der Java-Community geht. Auf der W-JAX 2012 halten die beiden eine Keynote mit dem Titel „Java and the Machine“. Im W-JAX-Countdown sprechen wir mit ihnen über die neuen Herausforderungen, die Multicore-Systeme mit sich bringen, die Fortschritte der JCP.next-Initiative sowie die jüngst gefällte Entscheidung, die geplanten PaaS-Funktionen aus der kommenden Java-EE-7-Spezifikation herauszuhalten.

W-JAX Countdown

Martijn Verburg und Kirk Pepperdine (jClarity Ltd) können Sie auf der W-JAX 2012 live erleben: Keynote „Java and the Machine“, 06.11.2012.

In Terminator 3 – Rise of the Machines, bare metal comes back to haunt humanity, ruthlessly crushing all resistance. This keynote is here to warn you that the same thing is happening to Java and the JVM! Java was designed in a world where there were a wide range of hardware platforms to support. It’s premise of Write Once Run Anywhere (WORA) proved to be one of the compelling reasons behind Java’s dominance. However, due to the rise of multi-core processors, massive increases in main memory and enhancements to other major hardware components (e.g. SSD) the JVM is now distant from utilising that hardware, causing some major performance and scalability issues! Kirk Pepperdine and Martijn Verburg will take you through the complexities of where Java meets the machine and loses.

Alle Infos unter: www.jax.de

JAXenter: Auf der JAX haltet Ihr eine Keynote mit dem Titel „Java and the Machine“, in der ihr sagt, dass Java massive Probleme hat, das alte Prinzip „Write Once Run Everywhere“ mit der heutigen Hardware-Vielfalt und den Multicore-Systemen zu vereinen. Wo liegt das Problem?

Martijn Verburg: Die physische Umgebung, in der sich Java-Entwickler und Java selbst befinden, hat sich in den letzten Jahren verändert und verändert sich weiter. Dabei gibt es zwei große Änderungen: Eine ist die Tatsache, dass die CPUs mehrkernig geworden sind, was bedeutet, dass Programme unter verschiedener Hardware sehr unterschiedlich laufen. Außerdem wechseln immer mehr Nutzer zu virtualisierten Betriebssystemen. Dieses neue Paradigma müssen Java-Entwickler akzeptieren und zu ihrem Vorteil nutzen wissen, genauso wie Java selbst als Sprache und Plattform. Momentan befinden wir uns in einer sehr interessanten Periode des Wandels.

Kirk Pepperdine: Du hast es sehr positiv dargestellt, ich werde nun die negative Seite hinzufügen. Die Hardware verändert sich, und viele dieser Neuerungen sind gut. Aber sie machen Entwicklern auch das Leben schwerer, denn nun müssen sie eine Menge vorher unbedeutender Aspekte in Betracht ziehen. Nichtsdestotrotz gibt es, je besser die Hardware ist, auch mehr Möglichkeiten, die Plattform zu nutzen. Allerdings stellen virtualisierte Umgebungen große Herausforderungen an die Performance. Es gibt viele Gründe, zu virtualisierten Umgebungen zu wechseln, aber die Performance ist mit Sicherheit keiner davon.

Martijn Verburg: Definitiv nicht.

Kirk Pepperdine: In vielen Fällen wird der Schritt hin zu virtualisierten Umgebungen einen Rückschritt in Sachen Hardware bedeuten und es schwieriger machen, Deployments vor verschiedenen Arten an Ausfällen zu schützen. Obwohl es einige Vorteile gibt, sind virtualisierte Umgebungen doch alles andere als ein Allheilmittel. Eine Menge an Problemen gilt es erst noch zu lösen.

JAXenter: Denkt Ihr, dass die Entwickler, die Multicore-Systeme jetzt nicht nutzen, zurückbleiben werden?

Martijn Verburg: Auf jeden Fall werden sie das. Das ist ein klassischer Fall von Darwinismus: Nur wer sich anpassen kann, überlebt.

JAXenter: Ist Oracle in dieser Hinsicht aktiv genug?

Kirk Pepperdine: Auf jeden Fall.

Martijn Verburg: Da muss ich zustimmen, sie stecken eine Menge Arbeit in diesen Bereich. Das sieht man beispielsweise, wenn man sich die Arbeit an Java 8 anschaut. Bei Lambdas geht es nicht einfach nur darum, den Boilerplate-Quellcode für Entwickler zu reduzieren und nicht einmal unbedingt darum, Java um den Aspekt des funktionalen Programmierens zu erweitern. Die wahre Kraft der Lambda-Ausdrücke liegt darin, parallele Programmierung in vielen der Default Collections, Bibliotheken und anderen APIs in Java selbst zu ermöglichen. Vollkommen kostenlos haben Entwickler plötzlich Zugang zu Sammlungen, die sehr gut auf Mehrkern-Maschinen funktionieren. Hierzu musste Oracle eine Menge an Entwicklungsarbeit leisten.

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