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Emojicode: Programmieren mit – ja, wirklich – Emojis!

Michael Thomas

© Shutterstock/Lokichen

Wer schon immer den heftigen Wunsch verspürt hat, mithilfe von Schokoriegeln, Bierkrügen und kleinen Häschen zu coden, kann dies nun endlich tun: Emojicode ist eine quelloffene, objektorientierte Multiparadigmensprache, die – Überraschung! – beinahe ausschließlich aus Emojis besteht.

Für manch einen Literaten und Sprachschützer sind sie, als Symptom dräuender Sprachverflachung, ein Graus: Emojis. Doch alles Toben hilft nicht, die kleinen Ideogramme sind derart im Mainstream verankert, dass eine Online-Kommunikation ohne sie kaum noch vorstellbar ist; im vergangenen Jahr wählte das Oxford Dictionary gar das Heul-vor-Glück-Emoji zum „Wort“ des Jahres.

Jeder Programmierer, der die Nutzung der kleinen Bildchen auf eine neue Stufe heben möchte, kann dies dank Emojicode nun tun: Die esoterische Programmiersprache verspricht ihren Nutzern laut Selbstbeschreibung, plattformübergreifende Anwendungen (die Nutzung ist u. a. auf OS X-, Ubuntu-, Debian- und Raspbian-Systemen möglich) schreiben und dabei auch noch viel Spaß haben zu können.

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Der Emojicode-Compiler kompiliert nur diejenigen Dateien auf korrekte Weise, die UTF8-kodiert sind. Sämtliche Namen von Typen, Methoden, Klassenmethoden und Initializern werden in Emojicode als Emojis ausgedrückt; Variablen können hingegen keine enthalten. Die Sprache bietet Optionals, Generics und Closures sowie ein gebrauchsfertiges Package-System, dass einen Zugriff auf jeden Teil des Systems zulässt. Emojicodes gerade einmal 100 kB umfassende Real-Time Engine ist für die Ausführung des Bytecodes zuständig. Dabei ist sie darauf ausgelegt, Bytecode-Dateien so schnell wie irgend möglich zu laden und auszuführen. Eine Fehlerprüfung erfolgt dabei nicht – unsauberer Code kann also zu Abstürzen führen.

Wer sich näher mit Emojicode beschäftigen möchte, sollte sich die umfassende Dokumentation zu Gemüte führen. Auch das GitHub-Repository ist einen Blick wert.

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mit Christian Schwendtner (PROGRAMMIERFABRIK)

Aufmacherbild: Emoticon von Shutterstock / Urheberrecht: Lokichen

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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