Embarcadero stellt Appmethod vor: Native Cross-Plattform-Entwicklung ohne JavaScript

Hartmut Schlosser

Als Entwickler hat man es heutzutage nicht leicht. Nicht nur, dass erwartet wird, in immer kürzeren Abständen hervorragende Anwendungen abzuliefern – dazu soll man am besten noch die ganze Palette der verfügbaren Plattformen und Betriebssysteme bedienen – von traditionellen Desktop-Rechnern über Smartphones bis hin zu Tablets. Abhilfe versprechen sogenannte Cross-Plattformlösungen, mit denen der Entwicklungsprozess nicht für jede Geräte- und OS-Klasse neu angestoßen werden muss. Als Vertreter dieser Software-Gattung ist jetzt die Entwicklungsplattform Appmethod von Embarcadero erschienen.

Appmethod ist eine End-to-End-Lösung, die speziell auf die Entwicklung Plattform-übergreifender Anwendungen zugeschnitten ist. Mit Hilfe eines Komponenten-basierten Entwicklungsmodells soll es möglich sein, Apps auf einer einheitlichen Codebasis zu schreiben und anschließend für die gängigen Betriebssysteme Android, iOS, Windows und OS X umzusetzen.

Im Gespräch mit JAXenter stellt John Ray Thomas, Embarcadero Director of Product Management, die Besonderheiten von Appmethod im Vergleich zu herkömmlichen Cross-Plattform-Frameworks heraus. Das Stichwort lautet hier „direkt kompilierter Code.“ Während Cross-Plattform-Lösungen wie Phonegap zur Laufzeit auf JavaScript-Interpreter oder virtuelle Maschinen zurückgreifen, arbeitet Appmethod nativ.

Die mit Appmethod erzeugten Apps greifen direkt auf die CPU zu und laufen dementsprechend schnell und effizient. Sie bringen die für die Nutzerakzeptanz einer App wichtige Anwenderfreundlichkeit mit.

Traditionelle Multi-Device-Frameworks erzeugten Apps, die lediglich auf mehr oder weniger gut angepassten Webtechnologien basierten, kommentiert Thomas weiter. Mit Appmethods gelinge hingegen eine App-Umsetzung, die sowohl was Performanz als auch Look-n-Feel anbelangt einer nativen App in nichts nachstehe.

Viele Toolanbieter nutzen den Begriff „native App-Entwicklung“, um Webtechnologien und Skripts zu bezeichnen, die in ein App-Package gesteckt werden und dann eine „App-artige“ Verhaltensweise simulieren. In diesem Ansatz sind Entwickler sowohl in Sachen Performance als auch Funktionsumfang beschränkt. Apps in Appmethod sind hingegen völlig frei von Skripts und laufen direkt auf der Hardware CPU.

Apps werden somit nicht durch zusätzliche Software-Schichten oder spontane Garbage-Collection-Aktionen ausgebremst und funktionieren wie von den Device-Anbietern vorgesehen – nämlich direkt auf der Device CPU. Dadurch erhalten sie auch den vollen Zugriff auf die jeweiligen Geräte-Funktionalitäten.

Die Entwicklung mit Appmethod erfolgt in einer integrierten Umgebung, die sowohl über visuelle Elemente – etwa zur Gestaltung der Oberfläche – als auch über die Annehmlichkeiten einer programmatischen IDE mit Syntax-Highlighting, Code-Analysen und Quickfixes verfügt. Embarcadero verspricht dabei eine „drastische Vereinfachung“ des Entwicklungsaufwands, da Entwickler nicht in die Plattform-spezifischen Tiefen der jeweiligen Devices eintauchen müssen – etwa Java im Android-Programmiermodell und Objective-C für iOS. Zwischen 5 und 20 mal schneller sollen Entwickler dadurch ans Ziel kommen als bei herkömmlicher Vorgehensweise. Inwiefern freilich ein wirklich natives App-Erlebnis ohne Rückgriff auf Plattform-spezifisches Entwickler-Knowhow zu erreichen ist, sei einmal dahingestellt. 

Die Appmethod-Entwicklungsumgebung. Screenshot: http://www.appmethod.com/

 

Eine interessante Besonderheit stellen sicherlich die zubuchbaren Enterprise Mobility Services dar. Mit diesen stellt Embarcadero mobile Middleware-Konnektivität für RESTful Cloud-Dienste sowie Datenbank-Anbindungen z.B. für Oracle, Microsoft SQL-Server und Informix zur Verfügung, so dass Entwickler bequem Daten aus verschiedenen Quellen einbinden können.

Erhältlich ist Appmethod als Jahresabonnement. Die Software wird dabei in zwei verschiedenen Ausführungen angeboten: Einzelentwickler zahlen 299 US-Dollar pro Jahr, während Unternehmen Appmethod für 999 US-Dollar pro Entwickler und Gerät lizensieren können. Der Preis für die Enterprise Mobility Services hängt von der Anzahl der Endgeräte ab, die auf den Dienst zugreifen.

Laut John Ray Thomas ist für Juni 2014 auch eine freie Community-Version geplant. Außerdem ist bereits der Support von C++ in der Pipeline, zusammen mit einer Erweiterung der unterstützten Plattformen. Durch den gewählten Ansatz des direkten Zugriffs auf die jeweilige Hardware CPU seien prinzipiell alle denkbaren Gerätetypen einbeziehbar. Neben den jetzt schon möglichen Android und iOS mobile Apps, Windows und Mac OS X Apps, HD und 3D Apps, lokale und Remote Database Apps, Advanced Multi-tier Server, Web Services basierte Server, Cloud-Anwendungen und Webapplikationen könnten bald auch diverse Embedded/M2M/Internet-of-Things-Plattformen bedient werden.

Der Markt wird es zeigen.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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