Einsatzgebiete von Webframeworks

Zusammenfassung

Je nach Einsatzgebiet werden an Webanwendungen sehr unterschiedliche Anforderungen gestellt. Die Auswahl des richtigen Webframeworks ist essenziell für eine gelungene Realisierung und den langfristigen Erfolg. Anhand unterschiedlicher Beispiele aus dem Unternehmensalltag und generellen Empfehlungen wurde gezeigt, wie eine Vorauswahl von verschiedenen Frameworktypen durchgeführt werden sollte und die unüberschaubar große Auswahl sich sinnvoll einschränken lässt. Der Leser kann nun für sein konkretes Projekt entscheiden, welche Webframeworks in Frage kommen und weiter evaluiert werden sollten. Bei einem größeren Projekt ist ein Proof of Concept mit mehreren potenziellen Kandidaten sinnvoll.

Hype oder Trend?

Oft stellt man sich die Frage, wie weit verbreitet ein Webframework eigentlich ist. Daraus möchte man dann folgern, ob es auch zukunftssicher ist oder nicht. Zur Bewertung der Eignung und Zukunftsfähigkeit eines Frameworks sollten mehrere Quellen herangezogen werden: Verfügbarkeit von Fachbüchern und Komponentenbibliotheken, Medienberichte (Zeitschriften, Blogs, Konferenzen), IDE-Plug-ins (z. B. GUI-Builder), Anzahl der Jobinserate in bekannten Jobportalen sowie die Größe der Community.

Google Trends – Ein Blick in die Glaskugel

Google Trends [11] ist ein weiterer Indikator, um zu bewerten, wie angesagt ein Webframework ist. Die Seite stellt grafisch dar, wie oft der eingegebene Suchbegriff in den letzten Jahren bei dem Suchmaschinenmarktführer „Google“ eingegeben wurde. Dadurch ist erkennbar, in welche Richtung der Trend geht, also ob dieser beispielsweise stetig steigend, etwa gleich bleibend oder gar stark fallend ist.

Die Suche ermöglicht auch die Durchführung eines Vergleichs verschiedener Webframeworks. Der Suchbefehl jsf, javafx, grails stellt beispielsweise die unterschiedlichen Verläufe dieser drei Frameworks dar (Abb. 3). Auch eine Abstufung nach verschiedenen Sprachen und Regionen ist möglich.

Vorsicht vor Gegenüberstellungen verschiedener Frameworks

Mit den Ergebnissen von Google Trends muss aber sehr vorsichtig umgegangen werden. Gut erkennbar ist sicherlich der Trend eines Frameworks. Vergleiche hingegen sind sehr gefährlich, da Benutzer sehr oft nach mehreren Begriffen suchen (nicht nur nach einem Stichwort) und viele Frameworks keine Eigennamen besitzen. Es sollte also nicht verwundern, dass lift den Konkurrenten grails deutlich hinter sich lässt ‒ sogar schon in Jahren, in denen dieses Framework noch gar nicht existierte.

Fazit

Google Trends ist sicherlich ein guter Indikator, um zu analysieren, ob ein Framework nur ein kurzer Hype ist oder sich am Markt etabliert hat. Aufgrund eines Vergleichs verschiedener Frameworks mit diesem Service sollte aber auf keinen Fall die letztendliche Entscheidung für oder gegen ein Framework getroffen werden.

Abb. 3: Vergleich von JSF, JavaFX und Grails mit Google Trends

Kai Wähner ist als IT-Consultant bei „MaibornWolff et al“ tätig. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen JEE, EAI und SOA. Außerdem berichtet Kai auf www.kai-waehner.de/blog über seine Erfahrungen mit neuen Technologien, IT-Konferenzen und Zertifizierungen. Feedback zum Artikel gerne an kai.waehner[at]mwea.de (Twitter: @KaiWaehner).

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