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Interview mit Bob Quillin

Einführung in Fn: „Serverless muss offen, Community-gesteuert und Cloud-neutral sein“

Gabriela Motroc

Bob Quillin

Das neue Serverless-Open-Source-Projekt Fn wurde auf der diesjährigen JavaOne angekündigt. Mit dem Tool bestehe keine Gefahr von Anbieter-Lock-in und man könne Funktionen in seiner bevorzugten Programmiersprache schreiben. Wir haben Bob Quillin, Vice President für die Oracle Container Group, eingeladen, über Fn, die Features und die nächsten Meilensteine zu sprechen.

JAXenter: Mike Lehmann, Vice President des Produktmanagements für Oracle Cloud Platform Development, sagte kürzlich: „Serverless ist der natürlichen nächsten Schritt. Die Industrie ist von Server-zentrierten App-Modellen zu Containern und Microservices und nun zu Serverless übergegangen“. 2017 sprach auch Mark Cavage, Vice President für die Entwicklung von Oracles Application-Development-Portfolio, über Javas Verbreitung in der Cloud und die Notwendigkeit, Container-zentrierte Microservices und Serverless-Architekturen zu unterstützen. Warum das plötzliche Interesse an Serverless?

Bob Quillin:  Entwicklereffektivität, Wirtschaftlichkeit und Benutzerfreundlichkeit werden Serverless vorwärts treiben. Wir glauben, dass die Serverless-Technologie ein neues, effizienteres Wirtschaftsmodell vorantreiben wird – sowohl für Entwicklerteams als auch für Cloud-Anbieter. Es ist eine Win-Win-Win-Situation. Am Ende geht es darum, die Abstraktionsebene zu erhöhen, sodass Entwickler nie an Server, VMs und andere IaaS-Komponenten denken müssen, mit weniger Ressourcen, schnellerer Produktlieferung und mehr Agilität.

JAXenter: Kannst du uns mehr über das neue Projekt Fn erzählen?

Man kann Funktionen in seiner bevorzugten Programmiersprache schreiben, mit Unterstützung für Sprachen wie Java, Go, Ruby, Python, PHP und Node. js.

Bob Quillin: Trotz des Hypes um Serverless fehlen bis heute die realen Möglichkeiten für Open Source Serverless. Da Container-Technologien und Kubernetes-Orchestrierung einen offenen, cloud-neutralen Stack-Standard geschaffen haben, muss Serverless dem gleichen Entwicklermandat folgen: offen, community-gesteuert und cloud-neutral. Und deshalb haben wir Fn eingeführt. Fn ist ein Serverless-Entwicklerplattform-Projekt. Entwickler können diese auf ihrem eigenen Laptop und jeder beliebigen Cloud betreiben – ohne das Risiko eines Cloud-Lock-in.

JAXenter: Was sind die besonderen Eigenschaften von Fn?

Bob Quillin: Erstens: Es ist eine container-native Plattform, die deine Funktionen als Container verpackt und die auf jeder Plattform laufen kann, die Docker unterstützt. Zweitens: Das  Fn Java FDK (Function Development Kit) für Java-Entwickler. Es enthält einen JUnit-Test-Harness. Und drittens: Fn Flow zum idiomatischen Erstellen von Workflows und Orchestrierungen – direkt in der Programmiersprache des Entwicklers. Fn Flow ermöglicht Sequenzierung, Verkettung, Fan-in/fan- out, alles nativ im Code statt auf eine Konsole oder auf externe Orchestrierung angewiesen zu sein.

Lesen Sie auch: Serverless in die Cloud: wo weniger mehr ist

JAXenter: Welche Sprachen werden derzeit unterstützt?

Bob Quillin: Fn ist eine polyglotte Plattform. Man kann Funktionen in seiner bevorzugten Programmiersprache schreiben, mit Unterstützung für Sprachen wie Java, Go, Ruby, Python, PHP und Node. js , inklusive Lambda-Funktionen. Aber man wird nicht durch die eingebaute Fn-Sprachunterstützung eingeschränkt.  Man kannn alles, auch existierende Bibliotheken, zu einer Funktion machen, indem man sie in einen Docker-Container packt.

JAXenter: Warum habt ihr Fn gebaut? Gibt es einen Bedarf für ein solches Projekt?

Man kann alles, auch existierende Bibliotheken, zu einer Funktion machen, indem man sie in einen Docker-Container packt.

Bob Quillin: Eines der letzten fehlenden Teile bei der Einführung von Serverless-Technologieen war die Bereitstellung einer praktikablen, offenen, Serverless-Lösung zur Ergänzung der neuen Container-eigenen Anwendungsentwicklungsstandards. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Industrie, um diese Entwicklung in die Tat umzusetzen, und Fn ist unser Beitrag dazu.

JAXenter: Es gibt auch Support für Go for Fn-Entwickler. Wieso Go?

Bob Quillin: Go ist eine der beliebtesten Sprachen für Containeranwendungen und eine Sprache, die wir intern in vielen Projekten verwenden. Support für Go ist in unseren Entwickler-Communitys immer sehr gefragt. Das Functions Development Kit für Go fdk-go bietet Komfortfunktionen zum Schreiben von Go-Fn-Code.

JAXenter: Was sind die nächsten Meilensteine?

Bob Quillin: Als Open-Source-Projekt machen wir jeden Tag Fortschritte und Updates. Der beste Weg, um herauszufinden, was als nächstes kommt, ist also, sich in die Fn-Community auf Slack einzumischen und an den Diskussionen teilzunehmen. Wenn es wichtige Prioritäten gibt oder etwas fehlt, möchten wir unbedingt davon hören. Zu den wichtigsten Anforderungen zählen die Unterstützung von weiteren Sprachen und Cloud-Plattformen.

JAXenter: Vielen Dank für das Gespräch!

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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