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Code of Conduct für die vernetzte Welt des IoT

Ein Manifest für das Internet der Dinge – IoT Design Manifesto 1.0 veröffentlicht

Moritz Hoffmann

(c) Shutterstock / Michael R. Ross

Jede Innovation in der IT-Welt braucht über kurz oder lang ihr eigenes Manifesto. Nach dem Agile Manifesto und dem Reactive Manifesto hat nun eine Gruppe von IoT-Experten ein eigenes Manifest für das IoT-Design aufgesetzt. Inspiriert durch einen Workshop auf der ThingsCon im Mai 2015, hat ein neunköpfige Team 10 Punkte zusammengestellt, die von Unterstützern laufend ergänzt werden sollen.

Die Punkte versuchen eine professionelle und dem allgemeinen Nutzen verpflichtete Haltung im Bereich des Internets der Dinge zu begründen. Im Manifest werden keine technischen Regeln festgeschrieben. Stattdessen geht es um ein adäquates Verhältnis zur entwickelten Software, die der individuellen technischen Umsetzung vorhergeht. Angesprochen werden auch Problemfelder wie die Sicherheit im Internet der Dinge, der Umgang mit Nutzerdaten und die Aufgabe für IoT-Designer, die komplexen Systeme und Datenstrukturen im Internet der Dinge verständlich und einfach zu halten.

Die vorgeschlagenen Leitlinien für das IoT-Design der Zukunft sind die folgenden:

  1. We don’t believe the hype
  1. We design useful things
  1. We aim for the win-win-win
  1. We keep everyone and everything secure
  1. We build and promote a culture of privacy
  1. We are deliberate about what data we collect
  1. We make the parties associated with an IoT product explicit
  1. We empower users to be the masters of their own domain
  1. We design things for their lifetime
  1. In the end, we are human beings

Die allgemeine Nützlichkeit von IoT-Produkten soll sich auf alle Beteiligten in der Branche beziehen. So spricht das Team hinter dem Manifest in Punkt 3 von einer Win-Win-Win-Situation, von der die User, das Business „and everyone in between“ profitieren sollen. Punkt 5 beschreibt eine „Culture of Privacy“, die den Grundrahmen für den Umgang mit Daten in IoT-Anwendungen bieten soll.

Punkt 7 zielt auf ein Verhältnis von Stakeholdern, Usern und Entwicklern, in dem sowohl die Information, als auch die Dynamik im IoT-Design allen Beteiligten offen steht. Im letzten Punkt wird der große Einfluss von Designern auf die IoT-Technologie hervorgehoben. Betont wird, was wir schon aus Star Wars wissen: mit großer Macht geht auch große Verantwortung einher:

In the End, we are all human beings. Design is an impactful act. With our work, we have the power to effect relationships between people and technology, as well as among people.  We don’t use this influence to only make profits or create robot overlords; instead, it is our responsibility to use design to help people, communities, and societies  thrive.

Eine Ausführung der jeweiligen Punkte ist auf der Website des IoT-Design-Manifesto nachzulesen. Dort können sich Interessierte auch als Unterstützer eintragen und die weiteren Diskussionen begleiten. Beim Manifest handelt es sich erklärtermaßen noch um die Version 1.0.

Aufmacherbild: Business Term with Climbing Chart von Shutterstock / Urheberrecht: Michael R. Ross

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Geschrieben von
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
Kommentare
  1. Sind Unternehmen bereit für das Internet of Things?2015-08-20 10:00:10

    […] Standard zu definieren, könnte das IoT Design Manifesto hilfreich sein: Das Manifest versucht, eine professionelle und dem allgemeinen Nutzen verpflichtete Haltung im Internet of Things zu begründen. Es geht dabei nicht um technische Regeln, sondern um ein […]

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