Interview mit Martin Lippert zu STS 3.0

Ein großer Schritt in der Geschichte der SpringSource Toolsuite

Die SpringSource Toolsuite ist vor kurzem in der dritten Major-Version erschienen. Das Projekt hat einen großen Sprung nach vorne gemacht, vor allem freut es die Community, dass die STS nun komplett Open Source auf GitHub verfügbar ist. Wir sprachen mit STS-Entwickler Martin Lippert über die Highlights des Release und die Zukunft von Spring in Verbindung mit JavaScript.

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Das komplette Interview zur SpringSource Toolsuite finden Sie im kommenden Eclipse Magazin 6.2012.

www.eclipsemagazin.de

Eclipse Magazin: Martin, erst einmal Glückwunsch zum Major Release der SpringSource Tool Suites, die seit Kurzem in der Mehrzahl genannt werden, da ihr das Projekt in zwei Distros aufgeteilt habt. Welche Idee stand dahinter?

Martin Lippert: Danke für die netten Glückwünsche! Wir sind sehr stolz darauf, dieses Major-Release ausgeliefert zu haben. Es stellt einen großen Schritt in der Geschichte der SpringSource Tool Suite dar. Zum ersten Mal liefern wir das Eclipse-basierte Tooling jetzt in zwei Varianten aus: Der Spring Tool Suite, die auf Spring- und Java-Entwickler fokussiert ist und alles mitbringt, was man für die Enterprise-Spring-Entwicklung braucht. Die zweite Variante ist die Groovy/Grails Tool Suite, die ein fertiges Paket für alle Entwickler darstellt, die entweder nur mit Groovy, oder aber mit Groovy und Grails Anwendungen implementieren möchten.

Die Idee dahinter ist, dass wir für beide Entwicklergruppen eine fertig nutzbare Distribution anbieten wollten, die out-of-the-box nutzbar ist und es erlaubt, nach der Installation in wenigen Minuten eine einfache Spring- oder Grails-Anwendung zu implementieren und im mitgelieferten tc Server laufen zu lassen − ohne zusätzliche Plugins oder Runtimes installieren zu müssen.

Eclipse Magazin: Neu ist auch, dass ihr Komponenten der Suite ab sofort Open Source zur Verfügung stellt, zum Beispiel die Eclipse-Integration für den tc Server. Viele Teile der STS waren schon Open Source. Warum jetzt mehr Open Source?

Martin Lippert: Früher bestand der Kern der SpringSource Tool Suite aus der Spring IDE, die schon immer Open Source (unter EPL-Lizenz) zur Verfügung stand und sogar Bestandteil von vielen anderen Eclipse-basierten Tooldistributionen war. Die Erweiterungen der SpringSource Tool Suite, wie beispielsweise der Support für tc Server oder Spring Roo, waren zwar frei nutzbar, selbst aber nicht Open Source.

Mit der Version 3.0.0 haben wir die Toolsuite komplett neu strukturiert und in kleinere Projekte zerlegt. Die Idee dahinter war, dass Entwickler die einzelnen Bestandteile individuell und unabhängig voneinander verwenden können. Ein Beispiel: Früher war der Grails-Support eine Erweiterung der SpringSource Tool Suite und somit direkt mit der Spring IDE und dem restlichen Spring-Tooling verbunden. Man konnte also das Grails-Tooling nicht installieren, ohne auch Spring Tooling installiert zu bekommen − was im Grunde genommen gar keinen Sinn gemacht hat. Das ist jetzt anders. Die individuellen Projekte, beispielsweise die Spring IDE, der Grails-Support, die Integration für tc Server oder der Gradle-Support lassen sich einzeln oder gemeinsam installieren. Ich kann also in meine Eclipse-Installation auch nur die Integration für tc Server installieren, und bekomme nicht automatisch die Spring IDE oder die Grails-IDE mit installiert.

Darüber hinaus haben wir die einzelnen Projekte alle unter die EPL-Lizenz gestellt und als Open-Source-Projekte auf GitHub gelegt. Die beiden Distributionen sind dann „nur noch“ eine passende und fertig nutzbare Zusammenfassung dieser Projekte unter einem gemeinsamen Branding: Spring Tool Suite bzw. Groovy/Grails Tool Suite. Und die Product- und Packaging-Features für die beiden Distributionen werden auch noch als EPL-Projekte auf GitHub erscheinen.

Eclipse Magazin: Welche Projekte werden erstmalig auf GitHub erscheinen? Ist noch mehr geplant?

Martin Lippert: Die einzelnen Komponenten der Toolsuites sind bereits komplett auf GitHub: die Spring IDE, die Grails IDE, die Integration für tc Server, die Eclipse-Integration für Gradle und einige gemeinsam verwendete Komponenten. Demnächst kommt noch das Branding und Packaging der eigentlichen Toolsuite hinzu sowie SpringLoaded, das so genannte „agent-based reloading“, das wir in der tc-Server-Integration verwenden, um Turnaround-Zyklen drastisch zu verkürzen. Dann haben wir das komplette Eclipse-Tooling auf GitHub veröffentlicht.

Die weitere Arbeit an diesem Tooling wird dann kontinuierlich in diesen öffentlich einsehbaren Repositories stattfinden. Es kann also jeder verfolgen, was wir genau machen. Über einen entsprechenden Nightly-Build kann man sogar die komplette Toolsuite, die man installiert hat, jeden Tag auf den neuesten Stand bringen.

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