Im Gespräch mit Sven Reimers

eFX verbindet JavaFX mit NetBeans

JavaFX gehört zu den Technologien, in die Java-Entwickler für das Jahr 2012 große Hoffnungen setzen. Nach der Neuausrichtung durch Oracle und der Lancierung der Version 2.0 experimentieren zahlreiche Entwickler mit der UI-Technologie – beispielsweise, um JavaFX nahtlos mit der NetBeans-Plattform zu verbinden. Zu diesem Zweck wurde das Projekt eFX ins Leben gerufen, über das wir uns mit Projekt-Committer Sven Reimers unterhielten.

JAXenter: Kürzlich wurde das neue JavaFX-Projekt eFX angekündigt. Was ist eFX?

Sven Reimers: Einer der wesentlichen Aspekte für JavaFX 2.0 ist der Einsatz in Unternehmen. Hier sind zurzeit die NetBeans Platform und Eclipse RCP die dominierenden Frameworks. Beide unterstützen aber nicht JavaFX als UI out-of-the-box. Dies versucht eFX zu ändern. Basierend auf NetBeans-Platform-Technologien soll so ein Rich Client Framework mit JavaFX als Benutzerschnittstelle entstehen.

JAXenter: Welche Komponenten und Features beinhaltet das Projekt?

Sven Reimers: Das Projekt befindet sich zurzeit noch im Anfangsstadium, besitzt insofern eher noch prototypische Züge. Ein wesentlicher Aspekt ist hier auch die Frage, wie man die JavaFX Runtime in ein modulares System einbettet. Ziel ist allerdings im ersten Schritt die Definition eines eigenen WindowSystems – leider müssen wir hier selbst Komponenten entwickeln, da z.B. noch kein Dockingframework für JavaFX 2.0 vorhanden ist. Im zweiten Schritt wird die Unterstützung typischer Rich-Client-Framework-Funktionen angestrebt, wie zentraler Optionsdialog, Update-Mechanismus und mehr.

JAXenter: Das Framework soll modulare Anwendungen ermöglichen. In welcher Form wird diese Modularität erreicht?

Sven Reimers: Zurzeit verwendet eFX das NetBeans-Modulsystem, um seine Modularität zu erreichen. Dies erlaubt unter anderem eine lose Kopplung – zusammen mit anderen NetBeans-Platform-Technologien wie Lookup – von Komponenten und Dependency Injection.

JAXenter: Können Sie ein wenig die Hintergründe des Projekts beleuchten?

Sven Reimers: Hinter dem Projekt steht zurzeit nur eine kleine Gruppe Freiwilliger aus dem NetBeans-Umfeld, die Spaß an der Herausforderung haben, NetBeans und JavaFX miteinander zu kombinieren.

JAXenter: Wie ist der aktuelle Entwicklungsstand?

Sven Reimers: Wie schon gesagt, im Prinzip befinden wir uns noch in der Prototypphase und lernen viel über die Nutzung von JavaFX 2.0 und die Unterschiede zu Swing, die immer wieder interessante Herausforderungen an die Entwickler stellen.

JAXenter: JavaFX konkurriert auf dem Desktop mit einer Vielzahl anderer Technologien. Weshalb könnte sich JavaFX Ihrer Meinung nach durchsetzen?

Sven Reimers: Dies ist ein gute Frage, für die möglicherweise eine sehr lange Antwort angemessen wäre, aber ich versuche, dies kurz und bündig zu machen:
eine gute API, gute Komponenten (Charts), modernes Aussehen und das alles mit der Möglichkeit, Benutzeroberflächen zu schaffen, die auch für „langweilige Unternehmensanwendungen“ (ein typischer Rich Client
Markt) wesentliche neue Möglichkeiten bieten. Dies alles in Kombination mit Java als Programmiersprache – oder auch anderen JVM Sprachen, z.B. GrovyFX, ScalaFX – sollte den Erfolg garantieren.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Sven Reimers ist Senior System Engineer und Software-Architekt bei der ND SatCom Defence GmbH am Bodensee. Er hat langjährige Erfahrung darin, komplexe Software-Systeme zu erstellen und arbeitet seit mehr als zwölf Jahren mit Java. Sven ist mit der ND SatCom Satellite Communication Management Software Träger des Duke’s Choice Award 2009 in der Kategorie Network Solutions. Nebenbei wurde er 2008 aufgrund seiner Leistungen für NetBeans zum NetBeans-Dream-Team-Mitglied gewählt. Außerdem ist er Community Leader bei NetBeans und Desktop Java auf java.net und aktuelles Mitglied des NetBeans Governance Board. Sven nimmt regelmäßig an lokalen und globalen Java-Events teil, indem er Vorträge hält und sich an Podiumsdiskussionen oder Hands on Labs beteiligt.
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