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Und dein Name sei…?!

EE4J und die Suche nach einem geeigneten Namen für Java EE

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / AldanNi

Die Java-Welt hat sich mittlerweile offenkundig wohlwollend damit abgefunden, dass Java EE in Zukunft unter dem Schirm der Eclipse Foundation weitergeführt werden wird. Das Top-Level-Projekt ist erstellt und nennt sich EE4J. Doch welchen Namen wird die Enterprise Edition von Java zukünftig wirklich tragen? Das kann die Community aktuell mitbestimmen.

Java EE ist bei Eclipse angekommen. Spätestens seit der EclipseCon Europe 2017 ist klar, dass die Zukunft der Enterprise Edition von Java unter dem Dach der Open-Source-Foundation stattfinden wird – unterstützt von namhaften Firmen wie Red Hat und IBM, aber auch von Oracle selbst.

Erschwerte Namenssuche für Java EE

Eines scheint dabei aber ebenfalls sicher zu sein: Java EE als Name ist, bedingt durch die Tatsache, dass der Name nach wie vor von Oracle geschützt ist. Außerdem ist es auch nicht unbedingt ein Name, der für den Open-Source-Gedanken steht, da er nach wie vor im Gedanken der Nutzer fest mit Oracle verbunden ist. Was also gebraucht wird ist ein Markenname, wie Wayne Beaton auf GitHub schreibt:

We need a new brand name for the set of specifications that will be created by the new community process. This brand name will also become a certification mark in the industry for compatible, independent implementations. The open source projects that fall under the Eclipse EE4J top level project will be one such implementation. In short, we need a new name to replace „Java EE“.

–Wayne Beaton

Um diesen Namen zu finden geht die Eclipse Foundation exakt den Weg, den man im Open-Source-Universum erwarten konnte: Sie fragen die Community. Erschwert wird die Freiheit beim Einreichen von Vorschlägen allerdings durch die Trademark Usage Guidelines von Oracle und die Trademark Guidelines der Eclipse Foundation. Der Hinweis, dass es sich nicht um einen unsinnigen Namen (als Beispiel wird von Wayne Beaton hier Boaty McBoatface genannt) handeln darf, war im Übrigen überflüssig, da die Community die Namenssuche für die Enterprise Edition von Java sehr ernst nimmt.

EE4J ist eher unwahrscheinlich

Trotz der leicht erschwerten Situation zur Namensfindung, hat die Gemeinschaft der Java Enterprise Edition schon in der ersten Woche etliche Vorschläge für das neue Branding gemacht. Über 300 Antworten hat Wayne Beatons Posting auf GitHub nach sich gezogen, die meisten enthalten einen oder gleich mehrere Vorschläge. Der erste Vorschlag allerdings, den Kevin Sutter machte, um die Diskussion anzuheizen, hat allerdings wenig Chancen auf Erfolg: Er schlug EE4J vor, das auch bei unseren Lesern nicht als neuer Name für Java EE überzeugen konnte.

Weitaus größere Chancen haben die beiden sehr ähnlichen Vorschläge OpenEE und OpenJEE, die in der Diskussion nicht nur sehr oft vorgeschlagen wurden, sondern auch sehr viele sogenannte Likes bekommen hatten. EJE – Eclipse Java Enterprise wurde dagegen weniger positiv aufgenommen, anders als das ähnliche EEJ.

Etwas weniger generisch sind die Vorschläge Cappucino (a smoother, frothier cup of Java) von Tracy Miranda und Espresso von David Heffelfinger – beide erhielten deutlich mehr Likes als Dislikes. Interessant ist auch der Vorschlag MacroProfile, eine offenkundige Anlehnung an MicroProfile. Wohl eher ein Spaß war wohl der Vorschlag, Java EE einfach ab der nächsten Version in Spring 6 umzubenennen.

Lesen Sie auch: Eclipse Weekly: Deeplearning4j, EE4J & der Tipp der Woche

Welchen Namen das Open-Source-Kind Java EE also unter dem Dach der Eclipse Foundation letztendlich tragen wird, bleibt abzuwarten. Vorschläge können noch eingereicht werden, allerdings ist Ian Skerrett, Marketing-Chef der Foundation, der Meinung, dass man sich erst einmal auf die durch den Namen zu repräsentierenden Werte verständigen sollten, die sich auch in der Community widerspiegeln. Für ihn sind das Offenheit, Anbieterneutralität, Cloud-Nativität, Leichtgewichtigkeit, Agilität und Microservices.

Wer gerne einen Vorschlag einreichen möchte oder sich an der Diskussion beteiligen möchte, der ist herzlich dazu eingeladen, auf GitHub vorbeizuschauen.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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