Persönliche Highlights vom Eclipse-Gipfeltreffen

EclipseCon: e4-Revolution und 3D-Modellierung

Henrik Rentz-Reichert

Die EclipseCon 2011 in Santa Clara bietet, wie schon in den letzten Jahren, ein reichhaltiges Programm mit klarem technischem Schwerpunkt. Ich persönlich habe bisher ein Tutorial und mehrere Vorträge über e4 besucht, die einen sehr guten Einblick in den neuen Ansatz boten. Verglichen mit der guten alten 3.x RCP darf man die Änderungen durchaus revolutionär nennen. Ein modellbasierter Ansatz (EMF) und Dependency Injection sind die beiden Konzepte, die durchgängig eingesetzt werden. Damit ist große Flexibilität bei trotzdem geringen Abhängigkeiten garantiert.

Eine Kompatibilitätsschicht zur 3.x Plattform und eine e4bridge, die e4 Technologie unter 3.x ermöglicht, erlaubt die unterschiedlichsten Migrationspfade. Alles in allem macht das ganze einen sehr runden Eindruck und hat sich anscheinend auch schon in (mindestens) einem Industrieprojekt bewährt.

Es scheint auch, als würde das Versprechen von Tom Schindl „einfache Dinge einfach, komplexe Dinge möglich“ aufgehen. Eine Gefahr könnte allerdings darin bestehen, dass für immer mehr Zwecke spezielle Annotations eingeführt werden und in einem unüberschaubaren Dickicht enden.

Eine sehr interessante (und unterhaltsame) Art, komplexe Abläufe in einem CDO Client Server Netzwerk darzustellen, wurde von Eike Stepper und Martin Flügge vorgestellt. Dazu wurden Modellobjekte wie auch Objekte der CDO Clients und des Servers live aus den Java VMs abgegriffen und in einer 3D Visualisierung dargestellt. Auf diese Weise kann man einen Einblick in sehr komplexe Zusammenhänge bekommen und diese äußerst kompakt und informativ darstellen. Dabei kann jedes einzelne Objekt durch einfachen Klick genauer inspiziert werden. Die Animation erlaubt sogar das Entdecken unerwarteter Ereignisse wie das Auftreten von Network Traffic beim Öffnen eines Kontextmenüs im Client und damit die Spur zu einer potenziellen Optimierung.

Henrik Rentz-Reichert ist Gesellschafter der Protos Software GmbH mit Sitz in München. Er beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Modellierungstechniken für Echtzeitsoftware sowie mit der Entwicklung von Modellierungswerkzeugen.
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Henrik Rentz-Reichert
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