IDE-September

Eclipse IDE 2020-09: Java 15 Support & verbesserte Styles

Dominik Mohilo

© Shutterstock / IgorZh

Nachdem bereits kürzlich eine neue Version der NetBeans IDE veröffentlicht wurde, ist nun auch wieder das regelmäßige Simultaneous Release der Eclipse IDE an der Reihe. Mit an Bord der Eclipse IDE 2020-09 ist die Unterstützung für Java 15 und aarch64 Linux sowie eingebettetes Node.js für alle Tools, die auf dem Language Server Protocol basieren.

Die Eclipse Foundation hat sich bereits seit einiger Zeit von ihrem großen jährlichen Release-Zyklus mit kleineren Update-Releases alle drei Monate verabschiedet. Stattdessen gibt es nunmehr auch kein dezidiertes Major Release mehr, sondern „nur noch“ vier gleichberechtigte Versionen pro Jahr. Zugegebenermaßen trauert man hier und da doch dem Marketingeffekt hinterher, den das große Update mit sich brachte, genau wie den schönen Namen: Eclipse Luna, Eclipse Mars, Eclipse Neon, Eclipse Oxygen.

Dieser kleine Wermutstropfen hat allerdings keinen Einfluss auf das Projekt an sich: Wieder nahmen über 71 Projekte an dem Simultaneous Release der Eclipse IDE 2020-09 teil; insgesamt umfasst das Update 66,5 Millionen Zeilen Code von 122 Committern und 214 Contributors. Beeindruckend wie immer! Und natürlich hat auch wieder Holger Voormann (@howlger) ein Video mit den wichtigsten Neuerungen erstellt, das wir euch nicht vorentahlten wollen:

Eclipse IDE 2020-09: Das ist neu für Java-Entwickler

Wie immer gibt es auch in Eclipse 4.17, wie die Entwicklungsumgebung offiziell auch genannt wird, die Unterstützung für die aktuellste Java-Version. Im Falle der Eclipse IDE 2020-09 ist das Java 15. Das Paket für den Support der Features aus JDK 15 in den Eclipse Java Development Tools gibt es im Eclipse Marketplace. Unter anderem können Nutzer damit Textblöcke, Records, Sealed Classes und das Pattern Matching für instanceof verwenden. Allerdings gilt hier wie immer, dass die Preview-Option aktiviert sein muss für die Sprachfeatures aus Java, die sich noch im experimentellen Stadium befinden.

Wer das Testing-Tool JUnit in Eclipse nutzt, kann sich über einen neuen Eintrag im Kontextmenü der JUnit-Ansicht freuen: Mit einem einzigen Klick können alle Nodes eingeklappt werden. Ebenfalls in der JUnit-Ansicht können die Ergebnisse ab sofort auch nach Ausführungszeit sortiert werden, wobei die Standardsortierung nach wie vor von der Ausführungsreihenfolge ausgeht.

Der Java-Editor wurde natürlich auch überarbeitet. Content Assist unterstützt ab Eclipse 4.17 passende Substrings und Subwords für Typen. Während Substrings immer angezeigt werden, kann das Anzeigen von passenden Subwords in den Einstellungen abgeschaltet werden. Ebenfalls neu ist im Java-Editor ein Tab Namens Optimization. Dort werden Cleanups vom Lazy Operator und vom Regex Precompiler gesammelt, die die Performance verbessern (siehe Bild).

Der neue Optimization-Tab / Quelle: Eclipse Foundation

Zusätzlich wurde ein neues Cleanup freigeschaltet, mit dem via Objects.equals() die Methode equals(Object) implementiert wird. Dadurch soll die Codebase verkleinert und die Lesbarkeit verbessert werden. Ein neues Cleanup, das die Ausführung regulärer Ausdrücke optimiert, indem es sie vorkompiliert, ist ebenfalls in der neuen Eclipse-Version verfügbar.

Sämtliche Neuerungen für Java-Entwickler gibt es auf der News-&-Noteworthy-Seite für die Java Development Tools in der Eclipse IDE.

Eclipse IDE 2020-09: Das ist neu in der Plattform

Individualität ist ein großes Thema bei der Eclipse-Plattform: Jeder Entwickler soll möglichst optimale Einstellungsmöglichkeiten für seine Entwicklungsumgebung haben. Besonders optisch dürfte die Eclipse IDE mittlerweile bei jedem Nutzer ein wenig anders aussehen – technisch ist das durch die unterschiedlichen Pakete, Plug-ins und Add-ons sowieso gegeben. In der neuesten Version kann unter anderem die Schriftart für die Darstellung der Dateibäume und –tabellen der einzelnen Ansichten angepasst werden.

Optisch verbessert wurde auch das GTK Light Theme, das sich nun mit dem Standardtheme GTK3 Adwaita besser verwenden lässt.

Alte Version:

Neue Version:

Für Windows-Nutzer sorgt das Standard Widget Tool nun für native dunke Kontextmenüs und Dropbox-Pfeile. Diese waren zuvor noch im alten, hellen Design gehalten. Endlich! Ebenfalls freudig überrascht dürften Linux-Nutzer sein, deren Maschinen auf Linux AArch64 (Arm64) laufen: Die Binarys hierfür sind nun für einen Test freigegeben. Somit müssen auch diese User bald nicht mehr auf ihre Eclipse IDE verzichten.

Die Eclipse-Plattform läuft ab Eclipse 4.17/Eclipse IDE 2020-09 auf Java 11 und damit ist Java 11 eine absolute Voraussetzung für die Nutzung der Entwicklungsumgebung.

Sonstige Änderungen

Für PHP-Entwickler ist zunächst einmal wichtig, dass das Hauptrepository der PHP Development Tools nun auf GitHub liegt. Auch die Performance der Plug-ins wurde offenbar verbessert, es wird von schnelleren Startzeiten gesprochen. Achja: Die Eclipse JavaScript Development Tools müssen nun nicht mehr installiert sein, um die PDTs zu nutzen: Eclipse PHP wird nun mit Eclipse WildWebDeveloper erstellt.

CDT, also die C/C++ Development Tools, sind in Version 10.0 Teil des Simultaneous Release. Sie laufen nun ebenfalls auf Java 11, wie es die Plattform vorschreibt. Die nativen Komponenten der CDT sind nun allerdings nicht mehr so kompliziert und können nun auf jeder Plattform erstellt werden, auf der auch Docker läuft. Für die Code-Analyse gibt es einen neuen no discard-Checker.

Weitere Informationen zu sämtlichen Änderungen in allen Projekten gibt es auf der New-&-Noteworthy-Seite, herunterladen kann man die neue Version der Entwicklungsumgebung auf der offiziellen Webseite zum Release.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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