Neuigkeiten aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Versteckte IDE-Features, kostenlose Eclipse-Lizenzen und die kunterbunte Welt des IoT

Dominik Mohilo

(c) shutterstock.com / solarseven

Das schöne Wetter lässt die Tage wie im Flug vergehen – höchste Zeit für unsere Wochenschau auf die Ereignisse rund um Eclipse. Dieses Mal möchten wir eine wenig bekannte Funktion der Eclipse IDE promoten, eine neue Mitarbeiterin der Foundation willkommen heißen und euch die Neuerungen des aktuellen Eclipse Communication Frameworks vorstellen.

Willkommen im Eclipse-Universum

Kat Hirsch / Quelle: Eclipse Foundation

Kat Hirsch / Quelle: Eclipse Foundation

Seit einigen Tagen gibt es im Team der Eclipse Foundation Verstärkung im Bereich Marketing. Kat Hirsch hat ihren Weg in die Welt von Eclipse gefunden und wird sich zukünftig um die Kommunikation der Foundation kümmern. Dazu zählen unter anderem Pressemitteilungen, der Jahresbericht von Eclipse und fleißiges Tweeten. Außerdem wird sie allgemeine Marketingaufgaben übernehmen. Kat Hirsch ist in der IT-Welt zuhause und versteht sich auf kreative Unternehmensführung.

Wir wünschen ihr viel Erfolg in der Eclipse Foundation!

Ctrl + 3 aka. Quick Access

Programmierer kennen das Problem: Man sucht eine wichtige Funktion oder ein verstecktes Kontextmenü und navigiert wild durch verschiedene Reiter, Fenster und Tabs. Auf Kundenbesuchen und in Gesprächen mit ehemaligen Eclipse-Nutzern ist Lars Vogel aufgefallen, dass viele gar nicht wissen, welche Funktionen und Shortcuts es in Eclipse eigentlich gibt. Der Projektleiter des Platform UIs von Eclipse hat, wie er in der Eclipse Packaging Project Mailingliste erzählt, festgestellt, dass dies ein Hauptgrund für User ist, Eclipse gegen eine andere IDE auszutauschen. Die Lösung für dieses Problem?

Quick Access ist eine der zentralen und wichtigen Funktionen der Eclipse IDE: Mit einem einfachen Drücken von Ctrl + 3 kann man den Namen des gesuchten Features eingeben und bekommt sofort eine Liste angezeigt, die dem Suchbegriff entspricht. Angezeigt werden Befehle, Menüs, Editoren, Eigenschaften, Perspectives und Views.

Quick Access in Action / Quelle: Wayne's Eclipse Blog

Quick Access in Action / Quelle: Wayne’s Eclipse Blog

Wählt man einen der Treffer aus, wird eine dem Suchbegriff angemessene Aktion durchgeführt. Das heißt, ein ausgewähltes Kommando wird ausgeführt, ein Fenster mit Eigenschaften wird geöffnet und so weiter.

Ein sogenanntes Eclipse IDE Cheatsheet, auf dem die wichtigsten und meistgebrauchten Shortcuts (neben Ctrl + 3 für Quick Access) verzeichnet sind, gibt es auf der Seite der vogella GmbH.

Um gerade neue Nutzer auf den Quick Access aufmerksam zu machen, hat Lars Vogel dem Eclipse Packaging Project vorgeschlagen, die besagte Funktion im Welcome Screen anzuzeigen. So dürften sich Absprünge zu anderen Entwicklungsumgebungen wegen der vermeintlich fehlenden Shortcuts in Zukunft ausbleiben.

Aprilscherze auf Twitter

Letzte Woche verkündete JetBrains auf ihrem Portal, dass ab sofort alle aktiven Java-Champions eine Lizenz für das Paket IntelliJ IDEA Ultimate kostenfrei bekämen. Warum eine Entwicklungsumgebung überhaupt Geld kosten soll, ist im Eclipse-Universum natürlich eine Frage, die nur Schulterzucken hervorruft. Das gleiche Paket ist im Übrigen auch für Open-Source-Projekte sowie Schüler und Lehrer kostenfrei erhältlich. Dass gerade Java-Champions nun ebenfalls in den „Genuss“ von IntelliJ IDEA Ultimate kommen sollen, hat wohl Marketing-Gründe.

Auf Twitter entstand daraufhin ein von Gavin King losgetretener Running Gag. In einem Tweet kündigte er an, dass Red Hat sich nun mit der Eclipse Foundation zusammengeschlossen habe, um Java-Champions eine kostenfreie Eclipse-IDE-Lizenz anzubieten.

Auf Ivan Valerianis „Beschwerde“ hin, Java-Non-Champions hätten immer das Nachsehen, stellte Mickael Istria klar, dass es die kostenfreien Lizenzen für die Eclipse IDE auch für Java-Non-Champions für die nächsten zehn Jahre geben würde.

Manche Teilnehmer der Diskussion erweckten den Eindruck, dass sie den Witz nicht verstanden haben, weshalb hier noch einmal festgehalten werden soll: Eclipse ist Open Source und daran wird sich auch nichts ändern.

Eclipse Communication Framework 3.13.0

Das Eclipse Communication Framework besteht eigentlich aus einem ganzen Set von Frameworks für die Einbindung und Ermöglichung von Kommunikation innerhalb von Anwendungen und Services. Es stellt außerdem eine leichtgewichtige, modulare, transportunabhängige Implementierung des OSGi-Remote-Services-Standards zur Verfügung.

Im aktuellen Update wurde unter anderem die Funktion für die Erstellung von maßgeschneiderten Remote-Service-Distributionsprovidern verbessert. Eine gewisse Anzahl an Distributionsprovidern existierte bereits vor 3.13.0, doch in der aktuellen Version wurde ein neues API hinzugefügt, um die Erstellung solcher zu vereinfachen. Ein Tutorial mit Beispielen kann auf der entsprechenden Seite im Eclipse-Wiki gefunden werden.

Außerdem wurde ein neuer Manager für Remote Service Admins (RSA) veröffentlicht. Die Remote-Services-Perspektive wurde bereits in ECF 3.10.0 eingeführt. Diese beinhaltet eine Endpoint Discovery View, die es Endpunkten ermöglicht, entdeckt, untersucht und als Remote Service importiert zu werden. Die Entdeckung erfolgt dabei über Network Discovery und/oder xml/EDEF-file-based Discovery.

Der neue RSA-Manager zeigt Exported Services und Imported Endpoints für RSAs in Eclipse an. Dies erlaubt Entwicklern, diese Services und Endpoints zu untersuchen und zu bearbeiten. Das Tooling ermöglicht das Testen und Debuggen von ECF Remote Services durch Monitoring und Managen der Exporte, Discoveries und Importe der Remote Services.

In Abbildung 1 ist ein Endpunkt zu sehen, der mit dem Zeroconf-Protokoll entdeckt wurde, nachdem ein Remote Host ihn exportiert und veröffentlicht hat (siehe Endpoint-Discovery-Fenster).

Abbildung 1: RSA-Manager / Quelle:  Eclipse ECF New and Noteworthy

Abbildung 1: RSA-Manager / Quelle: Eclipse ECF New and Noteworthy

Nun ist es möglich, diesen Discovered Endpoint zu markieren, das Kontextmenü zu öffnen und das Menü „Import Remote Service“ auszuwählen. Der markierte Endpoint wird dann importiert und dann im RSA-Manager-Fenster angezeigt (Abb. 2).

Abbildung 2: Importvorgang / Quelle: Eclipse ECF New and Noteworthy

Abbildung 2: Importvorgang / Quelle: Eclipse ECF New and Noteworthy

Eine komplette Änderungsübersicht gibt es auf der New-and-Noteworthy-Seite des Projektes.

Ein Logo für Mosquitto

Benjamin Cabé hat für das Eclipse Projekt Mosquitto vor einiger Zeit einen Logo-Wettbewerb gestartet. Nach mehreren Wahlgängen und Votings haben sich fünf Finalisten durchgesetzt, für die nun im aktuellen Finalwettbewerb gestimmt werden kann.

Eclipse Mosquitto ist eine leichtgewichtige Server-Implementierung der MQTT- und MQTT-SN-Protokolle. Das Projekt befindet sich derzeit noch im Eclipse Inkubator und ist in C geschrieben. Der Grund dafür ist, dass es so auch auf Maschinen läuft, die nicht einmal genug Kapazitäten für eine Java Virtual Machine (JVM) haben, Mosquitto ist also für das Internet of Things (IoT) bestens geeignet. Da es im IoT vor allem auf Speicherreduzierung ankommt, verbraucht Mosquitto gerade einmal 3 Megabyte RAM, wenn 1000 Clients damit verbunden sind. Außerdem ist Mosquitto stabil: Bis zu 100.000 verbundene Clients wurden bei Tests bereits gezählt.

Ohne jemanden beeinflussen zu wollen: Mir persönlich gefällt Design #110 von faraa am besten.

Welches Design hat euch überzeugt? Macht mit beim Voting!

Eclipse-IoT-Statistiken

Und zum Abschluss ein paar statistische Werte aus der Welt von Eclipse IoT. Wie Benjamin Cabé auf Twitter mitteilte, haben die Eclipse-IoT-Projekte, seit Beginn der Zählung im Jahr 2013, im März dieses Jahres erstmals die Grenze von 2 Millionen Zeilen Code durchbrochen.

Die meisten Zeilen wurden laut Statistik in Java geschrieben, den zweiten Platz nimmt – typisch für das IoT – C ein. Wie der Graph zeigt, steigt die Zahl der Codezeilen, die in C++ geschrieben sind und die C/C++ Header besitzen, seit Beginn dieses Jahres ein wenig an.

Top-Download im März war Eclipse Paho mit knapp 12.000 Downloads, dicht gefolgt von Mosquitto mit beinahe 10.000 Downloads. Auf den Websites waren diesen Monat außerdem über 113.000 Besucher, das ist ein Plus von 13% (die Besuche der Projektseite von Eclipse Kura stiegen sogar um 49%).

Der Monatsreport über die Eclipse-IoT-Projekte kann als Google-Präsentation jederzeit abgerufen werden.

Das war es schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities. Schauen Sie also nächste Woche wieder vorbei!

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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