Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Der Tipp der Woche, ein Update für das Clean Sheet & die ewige Namensfrage

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Zwei Wochen sind seit dem großen Sommerupdate vergangen, nun wird es Zeit auf die nächste Version zu schauen: Eclipse Photon. Und was ist das Erste, das einem als Eclipse-Enthusiast in den Sinn kommt? Natürlich die Namensfrage. Wir haben die aktuellen Diskussionen rund um den Namen für die Eclipse IDE verfolgt und ausgewertet. Außerdem gibt es ab sofort eine neue Rubrik innerhalb von Eclipse Weekly: den Eclipse-Tipp der Woche, präsentiert von Sopot Cela, dem Mann hinter dem Twitteraccount @EclipseJavaIDE.

Eclipse und die Namensfrage

Kaum ist das aktuelle Simultaneous Release mit dem Namen Eclipse Oxygen herausgekommen, gibt es erneut eine Diskussion über die Namensgebung. Diesmal wurde sie von Mickael Istria durch den Vorschlag hervorgerufen, Photon nicht nur als SR-Name zu nutzen, sondern gleich auch als neues generelles Branding für die IDE.

Ab dem nächsten Update, so die Idee, solle die Entwicklungsumgebung selbst, also die Eclipse IDE, Photon IDE 4.8 heißen. Damit würde man der Versionsnummer gerecht werden (Eclipse Oxygen ist Eclipse 4.7) und gleichzeitig einen positiv konnotierten Namen verwenden. Alle folgenden IDEs sollen dann, so Mickael Istria weiter, den Namen beibehalten und keine wechselnden wie Mars, Oxygen etc. mehr haben. Photon 4.9 und Photon 4.10 wären die Folgeversionen für 2019 und 2020.

Ganz auf Eclipse will natürlich auch Mickael Istria nicht verzichten: Er würde sich wünschen, dass die Entwicklungsumgebung den Namen Photon IDE, by Eclipse tragen würde. Warum aber gerade Photon? Nun, weil Eclipse, so die Erklärung, ein Naturschauspiel sei, das uns daran hindert, die Sonne und deren Licht zu sehen – Photonen sind Lichtteilchen, haben also auch etwas mit Licht zu tun. Außerdem sind Photonen schnell und leichtgewichtig – Eigenschaften, die man natürlich auch gerne einer Entwicklungsumgebung attestieren würde.

So richtig überzeugen konnte der Vorschlag allerdings nicht. Hauptargument gegen eine solche Änderung war die Verwirrung, die damit gestiftet würde. Professoren und Entwickler empfehlen, so die Opposition des Vorschlags, Neulingen gerne, Eclipse zu installieren. Würde die Entwicklungsumgebung nun aber Photon heißen, wären Missverständnisse vorprogrammiert. Weitere Argumente gegen ein solch radikales Rebranding sind einerseits rechtliche Probleme, da der Name Photon auch von anderen Tools genutzt wird. Andererseits würden auch alle Bemühungen, die derzeit laufen, um die Eclipse IDE zu promoten, zunichte gemacht werden. Ebenfalls nicht außer Acht lassen darf man die Tatsache, dass auf sämtlichen Online-Ressourcen penibel darauf geachtet werden müsste, die Dinge klar und deutlich zu benennen, also was Eclipse und was Photon wäre.

Die Namensfrage war bereits in der Vergangenheit immer wieder ein Thema und wird wohl auch zukünftig öfter Mittelpunkt von Diskussionen sein. Ob sich jemals ein anderes Namensschema wirklich durchsetzen kann und ob dies überhaupt Sinn machen würde, ist fraglich. Ein traditionelles Namensschema, dass sich über elf Jahre in die Köpfe und Herzen der Nutzer eingebrannt hat, lässt sich nicht ohne Weiteres ersetzen. Meiner Meinung nach ist das auch gar nicht nötig.

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Wie wir bereits Anfang des Jahres berichtet haben, ist von Sopot Cela eine neue Twitter-Initiative gegründet worden. Unter dem Handle @EclipseJavaIDE werden dort täglich Tips für die Eclipse IDE gepostet, unter dem Hashtag #EclipseTips können diese ebenfalls gefunden und diskutiert werden.

Ab dieser Woche wird es in jeder Ausgabe von Eclipse Weekly den „Tipp der Woche“ geben, ausgewählt von Sopot Cela höchstpersönlich. Die Auswahl basiert auf der Auswertung der Analysedaten von Twitter, die Sopot auch für die Community einmal im Monat zusammenfasst (wir berichteten).

Tipp der Woche #1

Im Juni hat der Twitteraccount erneut 381 neue Follower begeistern können, zum Abschluss des Monats Juni lag die Zahl bei 1572. Mit 130.000 Impressions sind die Tweets des Accounts von weniger Leuten gesehen worden als im Vormonat (150.000+), allerdings muss erwähnt werden, dass der Account eine Woche lang brachlag.

Clean Sheet in Eclipse Oxygen

Zuerst die schlechte Nachricht: Das Update des Clean Sheets (Version 0.6.0), das im Zuge der Veröffentlichung von Eclipse Oxygen herausgegeben wurde, unterstützt Eclipse Mars (4.5) nicht mehr. Da heißt es also updaten, wenn man weiterhin das augenfreundliche Theme nutzen möchte. In der neuen Version des Clean Sheets wurden einige Bugs entfernt und ein generelles „Facelifting“ durchgeführt.

Für Clean Sheet 0.6.0 wurde etwa die Toolbar mit den Werkzeug-Icons ein wenig aufgehellt, um diese besser zur Geltung zu bringen. Durch den helleren Hintergrund werden deren Farben noch besser und klarer dargestellt. Eine weitere Änderung betrifft hingegen nur Nutzer von Mac OS: Der Schriftgrößenstandard des Java-Editors wurde angehoben, da einige Entwickler die Schrift als zu klein dargestellt empfanden.

Toolbar Facelift / Quelle: Code Affine

Eclipse Oxygen Webinare

Nachdem wir bereits in unserer Ankündigung zu Eclipse Oxygen über die Webinar-Serie der Eclipse Foundation berichtet und den Mitschnitt des Webinars über die Änderungen an der Plattform eingebunden hatten, kommen hier zum Abschluss dieser Ausgabe von Eclipse Weekly die Webinare über EclEmma, Xtext, den Generic Editor & das Language Server Protocol sowie Eclipse Sirius. Viel Spaß beim Ansehen!

EclEmma – Code Coverage in Aktion

Das preigekrönte Code-Coverage-Plug-in für Eclipse ist seit kurzem ein offizielles Eclipse-Projekt. In seinem Webinar stellt Marc R. Hoffmann das Tool selbst und einige Best Practices für den effizienten Einsatz in Softwareprojekten vor. Anhand verschiedenen Use Cases führt Hoffmann die Zuschauer an die unterschiedlichen Integrationspunkte heran, die neben der Eclipse IDE existieren. Auch mögliche Stolperfallen und passende Workarounds werden präsentiert. Eine schriftliche Einführung in EclEmma findet sich auf JAXenter.

Java Champion Marc R. Hoffmann hat das EclEmma-Eclipse-Plug-in entwickelt und ist auch Projektleiter des JaCoCo-Projekts. Neben seinem Open-Source-Engagement arbeitet er als Softwarearchitekt für Systeme zur Steuerung des Eisenbahnverkehrs. Marc Hoffmann ist CTO bei der mtrail GmbH in der Schweiz. Twitter Handle: @marcandsweep

Neu in Xtext: Kern-Framework, LSP, Tracing Code Generators

Bereits in unserem Interview mit Dr. Jan Köhnlein konnten wir einige wertvolle Einblicke zu Xtext und dem Language Server Protocol (LSP) in Eclipse Oxygen gewinnen. In ihrem Webinar zu Xtext präsentieren Sven Efftinge und Dr. Miro Spönemann erneut die Vorteile des Frameworks und sprechen auch über ihre Visionen für die Zukunft des Projektes. Sie zeigen zudem, wie das brandneue API genutzt wird, um Traced Code zu generieren. Informationen zu dem im Talk erwähnten „Theia“ gibt es im JAXenter-Interview mit Sven Efftinge.

Sven Efftinge ist Projektleiter von Eclipse Xtext und Xtend. Er ist CEO und Language Architect bei TypeFox. In seiner Freizeit verbringt er gerne viel Zeit mit seinen Kindern oder mit einem Kite auf der Ostsee. Auf Twitter findet man Sven Efftinge unter dem Handle @svenefftinge.
 

 

Dr. Miro Spönemann ist Projektleiter des Projektes Eclipse LSP4J und Committer beim Eclipse Layout Kernel (ELK) sowie Eclipse Xtext. Er arbeitet als Software Engineer bei TypeFox. Im Zuge seiner Doktorarbeit entwickelte er den Diagramm-Layout-Algorithmus ELK Layered, der heute einer der populärsten Layout-Algorithmen des ELKs ist. Auf Twitter ist Dr. Miro Spönemann mit dem Handle @sponemann aktiv.

Generic Editor & Language Server Protocol (LSP)

Sopot Cela und Mickael Istria von Red Hat stellen in diesem Webinar die neuen Features des Generic Editors vor. Nach einer Einführung von Sopot Cela über den Generic Editor im Allgemeinen und die neuen Features in Eclipse Oxygen im Speziellen übernimmt Mickael Istra und zeigt, wie man den Editor am besten in Verbindung mit unterschiedlichen LSP-Providern nutzen kann. Ein ausführliches Interview mit Mickael Istria zum Generic Editor und dem Language Server Protocol haben wir ebenfalls im Zuge der Veröffentlichung von Eclipse Oxygen geführt.

Sopot Cela ist Senior Software Engineer bei Red Hat und Committer im Eclipse-Platform-Projekt sowie dem e4-Projekt. Auf Twitter ist er unter dem Handle @smcela zu finden. Mickael Istria ist Entwickler bei Red Hat im Bereich der JBoss Tools und arbeitet an der Eclipse IDE. Er ist ebenfalls auf Twitter aktiv, dort verwendet er das Handle @mickaelistria.

Eclipse Sirius 5.0: Alles über UX

Auch Mélanie Bats war so freundlich, uns ein Interview zu Eclipse Sirius im Hinblick auf Eclipse Oxygen zu geben. In ihrem Webinar spricht sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Stéphane Bégaudeau über die neuen Funktionen von Eclipse Sirius 5.0 und darüber, wie man die User Experience (UX) der eigenen Sirius-basierten Designer verbessern kann.

Mélanie Bats Arbeitet als Softwareentwicklerin bei Obeo. Bei ihrer täglichen Arbeit als Eclipse Committerin liegt ihr Fokus auf der Entwicklung von Sirius und EEF, zweier Frameworks zur einfachen Erstellung von graphischen Designern. Sie leitet außerdem die Entwicklung von Modellierungstools, die auf Sirius basieren, etwa die des UML Designers. In ihrer Freizeit interessiert sie sich für Dinge, die mit Arduino zu tun haben und hilft bei der Entwicklung von einigen Eclipse Plug-ins für das Cross-Compiling. Außerdem ist sie Freie-Software-Aktivistin und hat bereits Freie-Software-Events in der Toulouser Region besucht und organisiert. Auf Twitter ist Mélanie unter dem Handle @melaniebats zu finden.

 

Stéphane Bégaudeau hat seinen Abschluss an der Nantes University of Sciences and Technology gemacht und arbeitet derzeit als Eclipse Modeling Consultant bei Obeo in Frankreich. Er ist Leiter des Acceleo-Projektes, eines Code Generators, der von Obeo entwickelt wurde und nun Teil des Eclipse-Ökosystems ist. Auch an der Entwicklung von Obeo Traceability, einem Eclipse-basierten Tool für die Verwaltung und Überwachung von Code-Generatoren, war er beteiligt. Auf Twitter ist er unter dem Handle @sbegaudeau zu finden.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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