Eclipse Weekly: Themes in Eclipse, Democamp-Saison und wie Eclipse zum Stackoverflow für Exceptions werden könnte - JAXenter
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Eclipse Weekly: Themes in Eclipse, Democamp-Saison und wie Eclipse zum Stackoverflow für Exceptions werden könnte

Dominik Mohilo

(c) shutterstock.com / solarseven

Der Frühling ist da – höchste Zeit für unsere Wochenschau auf die Ereignisse rund um Eclipse. Dieses Mal verfolgen wir die spannende Diskussion um die Themes in Eclipse, stellen eine Idee vor, aus Eclipse eine Art Stackoverflow für Exceptions zu machen, und berichten darüber, was in Sachen Eclipse neulich in London los war…

Theming in Eclipse

Vor kurzem hat Entwickler Frank Appel auf unserem Portal das ergonomische Theme Clean Sheet für Eclipse vorgestellt. Das Theme von Code Affine ist darauf ausgelegt, Ermüdungserscheinungen zu verhindern und die Augen zu schonen. Dies wird durch guten Kontrast und die Vermeidung von grellen Farben erreicht. Auch beliebt bei Eclipse-Nutzern ist das Dark Theme, das durch seinen dunklen Hintergrund die Arbeit mit der IDE angenehmer macht.

Doch die Nutzung von Themes kann, wie eine Diskussion auf Twitter gerade zum Thema hat, auch problematisch sein. Doug Schaefer, Co-Lead bei der Entwicklung des Eclipse C/C++ Development Toolkits, ist auf das folgende Problem gestoßen:

Wie es aussieht, kollidieren bei manchen Nutzern die Farben der Menüs mit den Farben des Eclipse-Themes, sodass eine unschöne Benutzeroberfläche entsteht. Die beste Lösung ist, laut Alexander Kurtakov, die Theme-Engine von Eclipse abzustellen. Doch ganz problemlos ist auch das nicht:

Trotz der interessanten Ansätze in der Diskussion bleibt derzeit offenbar dennoch nur die Wahl zwischen einer aktivierten und deaktivierten Theme-Engine. Ein Eingriff in die Engine, um bspw. eine Eclipse-seitige Erkennung des nativen OS-Themes und eine automatische Anpassung des Interfaces zu implementieren, ist derzeit wohl eher nicht geplant.

In einem Kommentar zu unserem Artikel über Clean Sheet schreibt ein Leser übrigens, dass Eclipse ohnehin viel grundlegendere Usability-Probleme als Farbtöne und Schriftarten habe. Die Menüstruktur sei an manchen Stellen fragwürdig, Einstellungen seien unübersichtlich und Perspektiven manchmal ineffizient.

Es zeigt sich also einmal mehr, wie Doug Schaefer bereits in der Diskussion um die LaunchBar feststellen musste (Eclipse Weekly berichtete), dass es keine Lösung gibt, die eine allgemeine und allumfassende Zufriedenheit evoziert. So bleibt jedem selbst überlassen, auf welche Weise der ganz persönliche Kompromiss geschlossen wird.

Eclipse StackOverflow

In einem Mailing hat Marcel Bruch, Projektleiter von Eclipse Code Recommenders, eine Idee für eine Stack Trace Search Engine für Eclipse vorgestellt. Beim Programmieren stoßen Entwickler immer wieder auf nervtötende Probleme, wie zum Beispiel den Erahlt einer NullPointerException, weil etwa vergessen wurde, MyWizardPage.setControl(Control) aufzurufen.

Die von Bruch angedachte Suchmaschine soll es Entwicklern nun möglich machen, Exceptions, die beim Programmieren in Eclipse auftreten, mit der Community zu teilen. Auch Lösungsvorschläge sollen in dem Tool nach Möglichkeit diskutiert werden können. Die Suchmaschine soll quasi eine Art StackOverflow werden, nur eben ausschließlich für Exceptions.

Marcel Bruch hat zur Veranschaulichung ein UI erstellt, das die Idee illustriert. Das öffentlich zugängliche AERI-Interface hat ein neues Suchfeld bekommen, in das Nutzer ihren Stack Trace posten können:

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Ein Klick auf Go zeigt eine Liste von Suchergebnissen mit ähnlichen Problemen wie dem geposteten an:
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Ein Klick auf einen der Links würde den Nutzer dann auf eine Detailseite führen, wo Kommentare gepostet werden können.
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Gute Idee? Mal schauen, was draus wird!

Eclipse Meetup in London

Am 23. März fand ein aufregendes Meetup in London statt. Mitglieder der Eclipse-Gruppen zu IoT, Science und LocationTech trafen sich, um sich über die neuesten Innovationen zu unterhalten und den spannenden Fachvorträgen aus den jeweiligen User-Gruppen zu lauschen; moderiert wurde das Event von Tracy Miranda (Kichwa Coders).

Joe Allnut, der die LocationTech-Gruppe vertrat, sprach über das Eclipse-Projekt GeoGig. GeoGig ermöglicht es Nutzern, rohe Daten aus dem Bereich der Geomatik in ein Repository zu importieren, wo sämtliche Änderungen an den Daten getrackt werden. Diese Änderungen können dann im Sinne einer Historie mit älteren Daten verglichen und anderweitig verarbeitet werden. GeoGig kann als GitHub für solcherlei Daten bezeichnet werden.

In seinem Fachvortrag stellte Boris Adryan wichtige und nützliche Projekte aus dem IoT-Umfeld, wie etwa Paho und Mosquitto, vor und gab Einblicke in die neuesten Entwicklungen im Bereich des Internet of Things. Er verschwieg dabei auch die noch eher schwerfällig funktionierenden Technologien nicht. Das Highlight war allerdings sein anschaulicher Überblick über die IoT-Landschaft im Eclipse-Universum.

In einem weiteren Talk stellte Jacob Filik die Datenanalyse mit DawnSci vor und zeigte, wie die Komponenten des quelloffenen Projektes zur Entwicklung von Tools für die Visualisierung großer Datensätze verwendet werden können. Das DawnSci-Projekt, auf dem auch Eclipse January basiert, entstand im Hause Diamond Light Source, einer Forschungseinrichtung in Großbritannien.

Eine Zusammenfassung der weiteren Sessions hat Tracy Miranda auf der Webseite von Kichwa Coders veröffentlicht, eine Bildergalerie gibt es auf der zugehörigen Eventseite von Meetup.

Eclipse Scout Neon Release

Mit dem im Juni kommenden Update 4.6 für Eclipse wird das Projekt Eclipse Scout komplett auf Java und HTML5 aufsetzen. Dieser Schritt erlaubt es Entwicklungsprojekten, Java-Frameworks spielend zu integrieren und „Maven-by-the-books“ für Build-Zwecke zu nutzen. Das Update bringt neben CSS3-Support auch die Integration von modernen JavaScript-Bibliotheken, die der Implementierung projektspezifischer UI-Komponenten dient.

Im aktuellen Milestone 6 von Eclipse Neon werden die wichtigsten Teile des Scout SDKs verfügbar. Mit der M5-Version stand bereits die Scout-spezifische Java-Codevervollständigung für Form Fields, Table Columns, Menus und Codes bereit, M6 fügt dem Scout SDK nun Component Wizards für Scout-Forms, –Pages, –Code-Types und mehr hinzu.

Außerdem wurde mit Milestone 6 die Eclipse Hilfe mit wichtigen Informationen und How-Tos zum Scout-Paket befüllt. Der Eclipse Scout User Guide ist über den Druck der Taste F1 oder durch das Aufrufen des Menüs Help → Help Contents erreichbar.

Für das finale Release von Eclipse Neon planen die Entwickler von Scout unter anderem den Tablet-Support für das HTML5-UI. Auf den Mobile-Support von Scout wird man wohl noch ein wenig warten müssen.

Weitere Informationen zu Eclipse Scout sind dem Artikel zum aktuellen Update auf dem Scout-Blog zu entnehmen.

Video-Kurs: Java in Eclipse coden lernen

Wie Jamie Mathieson auf Twitter ankündigte, gibt es auf YouTube nun die ersten beiden Teile seines Java-Kurses zu sehen. Als Entwicklungsumgebung hat er sich – selbstverständlich – Eclipse ausgesucht, sodass der Kurs auch für erfahrenere Programmierer, die sich mit Eclipse auseinandersetzen wollen, durchaus einen Mehrwert hat.

Teil 1 des Kurses

Teil 2 des Kurses

Auch die Eclipse Foundation ist auf den Kurs aufmerksam geworden und hat ihn gleich der eigenen Video-Playlist hinzugefügt. Die Eclipse Video-Playlist ist im offiziellen YouTube-Kanal der Eclipse Foundation zu finden.

Vert.x 3.3 und Keycloak – ein Tutorial

Das polyglotte und ereignisorientierte Anwendungsframework Vert.x wird bald in Version 3.3 erscheinen. Die hochperformante, reaktive und leichtgewichtige Plattform bietet, dank Keycloak, die Möglichkeit, Applikationen abzusichern. In Version 3.3 soll diese Absicherung noch einfacher programmierbar sein.

Keycloak beschreibt sich selbst als Open Source Identity and Access Management for Modern Applications and Services. In Vert.x-Anwendungen können mit Keycloak unkompliziert Authentication– und Authorization-Funktionen implementiert werden. Die einfachste Art und Weise, dies zu tun, ist es, einen (gesicherten) Bereich in Keycloak aufzusetzen und diesen dann in die Konfiguration der Vert.x-App zu exportieren.

Das Ganze könnte wie folgt aussehen:

  1. Man erstellt eine OAuth2Auth-Instanz mit OAuth2Auth.createKeycloak(...).
  2. Die Konfiguration des Keycloak-Admin-GUI kopiert man.
  3. Man erstellt einen Callback, basierend auf dem, was in Keycloak eingegeben wurde.
  4. Die Resource wird mit router.route("/protected/*").handler(oauth2) gesichert.

Im YouTube-Channel von Vert.x gibt es dazu ein Video-Tutorial:

Eclipse DemoCamps 2016

Im entsprechenden Eintrag im Eclipse-Wiki sind die ersten Termine für die diesjährigen Eclipse DemoCamps verfügbar. Wie die Eclipse Foundation per Twitter mitgeteilt hat, werden noch weitere Veranstalter für DemoCamps und Hackathons gesucht:

Bisher angekündigte DemoCamps im Juni

  • Braunschweig – 31. Mai, bei der BREDEX GmbH – organisiert von der BREDEX GmbH
  • Bonn – 13. Juni, im Collegium Leoninum Bonn – organisiert von der itemis AG
  • Hamburg – 15. Juni, in der Nordakademie, Dockland – organisiert von Stefan Reichert and Martin Lippert
  • München – 20. Juni, im Capgemini Büro in München – organisiert von der BSI Business Systems Integration AG
  • Zürich, Switzerland – 21. Juni, im ETH Hauptgebäude – organisiert von der JUG Swiss Eclipse User Group
  • Shenzhen, China – 30. Juni, (Ort wird noch gesucht) – organisiert von der SZJUG (Shenzhen Java User Group)

Bisher angekündigte DemoCamps im August

  • Trondheim, Norwegen – 25. August, organisiert von der Itema AS

Das war es schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities. Schauen Sie also nächste Woche wieder vorbei!

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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