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Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Lang lebe TeXlipse und warum sich ein Projektumzug ins Eclipse-Universum lohnt

Dominik Mohilo
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© Shutterstock.com / solarseven

Während der Winterschlaf in der Natur nun wieder kurz bevorsteht oder sogar schon begonnen hat, ist im Eclipse-Universum eher Zeit zum Aufwachen: Das Projekt TeXlipse wurde gerade aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Zudem gab es eine kurze Diskussion über den Grund, gut laufende, externe Projekte ins Eclipse-Ökosystem zu integrieren.

Proposals gut laufender (externer) Projekte

Angelo Zerr, im Eclipse-Universum bekannt durch seine Toolings für TypeScript und Angular 2 in Eclipse, hat laut der ide-dev-Mailingliste und der Projekt-Seite auf GitHub, den Antrag gestellt, das Projekt textmate4e in das Eclipse-Ökosystem einzugliedern.

Das Projekt von Angelo stellt in Eclipse den TextMate Tokenizer für Java zur Verfügung (org.eclipse.textmate4e.core), der einen Java-Port von vscode-textmate darstellt und in TypeScript geschrieben ist. Das Java-API kann mit sämtlichen Java-UI-Toolkits verwendet werden.

Kurz wurde im Zuge des Proposals in der o.g. Mailing-Liste die Frage besprochen, ob und warum es sinnvoll sei, gut laufende Projekte in das Eclipse-Ökosystem einzugliedern. Während Seitens Pascal Rapicaults Zweifel über den Nutzen herrschen, ist der allgemeine Tenor doch recht positiv:

Den Entwicklern solcher Projekte stehe, wie Sopot Cela von Red Hat feststellt, im Bestfall eine aktive Community zur Verfügung, die dabei hilft, das Projekt voranzutreiben. Die Lizensierung löse für Entwickler solcher Anwendungen rechtliche Fragen und schon allein aus Promotionszwecken lohne es sich, sein Projekt der Eclipse Community in Form eines Proposals näher zu bringen. Die Eclipse Community auf der anderen Seite profitiere durch qualitativ hochwertige Erweiterungen für die Entwicklungsumgebung und die diversen Installationspakete. Eigentlich eine klassische Win-Win-Situation.

An das Wunder der Wiederbelebung toter Projekte durch eine Open Source Community glaubt Pascal Rapicault dennoch nicht. Auch die Hoffnung, dass Entwickler sich ihr Projekt “kostenfrei entwickeln lassen”, sei eher trügerisch. Da konnte ihm auch Sopot Cela nicht widersprechen. Ob dieser Ansatz dem grundsätzlichen Gedanken einer Open Source Community wie der von Eclipse überhaupt entspricht, ist mindestens fragwürdig. Über qualitativ hochwertige und aktiv betreute Projekte, wie dem von Angelo Zerr, sollte sich die Community von Eclipse trotzdem freuen.

Eclipe ioFog: IoT Microservices at the Edge

Vor einigen Wochen haben wir über das Webinar der Eclipse IoT Working Group zum Thema Fog-Computing berichtet. Kilton Hopkins, Projektleiter von ioFog (ehem. ioFabric), sprach im Zuge des Meetups über die Konzepte, die hinter dem Fog Computing stecken und stellte das Projekt vor.

Nun können sich Interessierte auch den Videomitschnitt des Talks ansehen:

Mit ioFog geht der Datentransfer von miteinander verbundenen Geräten nicht den Umweg über die Cloud, Daten werden stattdessen direkt auf so genannten Edge Devices, also am “Rand” des Datennetzes, verarbeitet. Weitere Informationen zu ioFog gibt es auf der Projekt-Homepage.

Neuer Schwung für TeXlipse

Im Newsletter der Eclipse Foundation dreht sich in diesem Monat alles um die Eclipse Science Working Group. Auch Torkild U. Resheim von der Itema AS hat sich mit einem Beitrag an diesem Themenkomplex beteiligt und angekündigt, dass TeXlipse nicht den Gang des Vergänglichen gehen wird. Die Eclipse Science Working Group hat das Projekt nun offiziell übernommen, nachdem die einstigen Entwickler seit über fünf Jahren nicht mehr daran gearbeitet hatten. Torkild ist nun neuer Leiter des Projektes rund um das Plug-in, dessen Aufgabe es ist, Eclipse mit der Unterstützung für LaTeX-Projekte auszustatten. Dadurch kann die Dokumentpräparation direkt in den normalen Entwicklungsprozess in Eclipse eingebunden werden.

Der lange Stillstand in der Verwaltung und Entwicklung von TeXlipse bedeutet allerdings keinesfalls, dass das Plug-in in seiner jetzigen Form nicht mehr nutzbar wäre: Abhishek Anand hat TeXlipse in Neon ausprobiert und seiner Aussage nach funktioniert alles so, wie man es von dem Tool erwarten würde.

TeXlipse / Quelle: Eclipse Foundation

TeXlipse / Quelle: Eclipse Foundation

Für die Zukunft soll ein Continuous-Build-System aufgebaut werden und der Code für zukünftige Verbesserungen umstrukturiert werden. An der Funktionsweise von TeXlipse selbst soll wenig bis gar nichts geändert werden, aber natürlich werden Vorschläge für neue Features gerne entgegengenommen. Ein erster Schritt, um TeXlipse neues Leben einzuhauchen, war es, den Source Code nach GitHub zu verlegen, wo das Science-Team nun mit den Aufräumarbeiten beginnen wird.

Wer sich TeXlipse ansehen mag, findet das Tool im Marketplace, weitere Informationen zum Projekt an sich gibt es auf der entsprechenden Homepage.

Nicht verpassen: Virtual IoT Meetup

Am 8. Dezember ist es wieder soweit: die Eclipse IoT Working Group trifft sich für ein virtuelles Meetup. Diesmal steht das Treffen unter dem Motto “10 Gründe, weshalb Java die beste Plattform ist, um IoT-Anwendungen zu entwickeln”. Als Speaker wird Simon Ritter, Deputy DTO bei Azul Systems, die Zuschauer zum Webinar begrüßen.

Inhaltlich wird es – wie der Titel bereits hergibt – darum gehen, warum sich Java für die Entwicklung von IoT-Anwendungen besonders gut eignet. Dies gilt, so Ritter, besonders dann, wenn man Gateways mit Eclipse Kura erstellt oder sein Smart Home mit dem Framework Eclipse SmartHome entwickelt. Gezeigt wird auch, wie das Zulu JDK, ein kostenfreier Build des OpenJDKs, für eingebettete Anwendungen in Intel- oder ARM-basierten Architekturen nutzen kann.

Alle Informationen zum Webinar gibt es auf Meetup, ansehen kann man sich den Livestream auf YouTube oder direkt hier:

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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