Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Sirius 4.1, Docker-Support in Eclipse Che und ein Jubiläum

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Was, 15 Jahre ist das schon her? Na, dann herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Eclipse! Doch gibt es noch mehr Neuigkeiten aus dem Eclipse-Universum, denn auch ein solches Jubiläum lässt die Softwareschmieden nicht still stehen: Eclipse Sirius erschien in Version 4.1 und auch die Science Working Group war fleißig in den letzten Monaten. Außerdem fand die erste CheConf statt, auf der einige wichtige Ankündigungen gemacht wurden…

Eclipse wird 15!

Es ist schwer vorstellbar, aber als die Eclipse-Plattform im Jahr 2001 das Licht der Welt erblickte, waren viele Dinge noch nicht erfunden. Das iPhone beispielsweise lag noch ganze sechs Jahre in der Zukunft und das erste Smartphone mit Android-Betriebssystem kam erst rund sieben Jahre später in den Handel. J2SE 1.3 war gerade aktuell und Sun Microsystems ließ sich noch nicht träumen, einst von Oracle aufgekauft worden zu sein.

Mittlerweile zeichnet sich Java 9 am Horizont ab und Smartphones haben sich nahtlos in unseren Alltag integriert. Auch das Internet of Things ist seit einigen Jahren immer weiter auf dem Vormarsch. Andere Technologien, Firmen und Programmiersprachen haben Höhen und Tiefen erlebt, doch Eclipse war in den vergangenen 15 Jahren eine Konstante, die heute aus der Welt der Entwickler nicht mehr wegzudenken ist.

Mit einer stetig wachsenden Projekt-Vielfalt sowie einer engagierten Community sieht es auch für die kommenden 15 Jahre rosig für die beliebte Entwicklungsumgebung aus. Wir wünschen dafür alles Gute und viel Erfolg weiterhin und natürlich

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Eclipse!

Die Eclipse-Plattform wird 15 / Quelle: Eclipse Fdn. via Twitter

Die Eclipse-Plattform wird 15 / Quelle: Eclipse Fdn. via Twitter

Open IoT Challenge: Last-Minute-Teilnahme

Wer sich für das Internet der Dinge interessiert, wird es bereits mitbekommen haben: Die Open IoT Challenge 3.0 wurde vor einigen Wochen eröffnet. Noch bis Freitag dieser Woche (25. November) können Entwickler und Tüftler ihre Ideen einsenden.

Einzige Bedingung: Der Vorschlag muss auf offenen Standards basieren, und lediglich Open-Source-Tehchnologien dürfen eingesetzt werden. Ein fertiges Produkt ist allerdings nicht nötig, um an der Challenge teilzunehmen. Die Umsetzung des Projekts muss, falls es akzeptiert wird, bis zum 26. Februar 2017 vollendet werden.

Die Einsender der zehn besten Vorschläge erhalten Anfang Dezember ein Hardware-Kit, das ihnen bei der Umsetzung ihres Projektes helfen soll. Zu gewinnen gibt es Preise im Wert von über 20.000 Euro für die drei besten Projekte. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Offiziellen Website.

Eclipse Sirius 4.1

Eclipse Sirius basiert auf dem Eclipse Modeling Framework (EMF) und dient dem Erstellen von domänenspezifischen grafischen Modeling-Workbenches. Mit Version 4.1 legen die Entwickler den Grundstein für zukünftige Versionen, finalisieren das Feature Properties View und verbessern die Nutzerfreundlichkeit.

Die Properties View hat bereits seit Sirius 4.0 die Möglichkeit bereitgestellt, die Anzeige der Properties dynamisch und Query-basiert zu definieren. Nutzer können dank dieses neuen, integrierten Weges exakt festlegen, wie die Eigenschaften von Elementen angezeigt werden. Eigenes Coding ist dafür nicht notwendig.

Für die individuelle Anpassung wurden ebenfalls neue Features implementiert, etwa das neue Reference Widget. Dieses erlaubt Nutzern, sich die Beziehungen eines bestimmten Objektes in einer vorgefertigten Liste anzeigen zu lassen. Diese Liste kommt mit fünf Buttons für das Verwalten der Elemente.

Das neue Reference Widget / Quelle: Eclipse Sirius

Das neue Reference Widget / Quelle: Eclipse Sirius

In puncto User Experience können sich die User über die verbesserte Darstellung bei der Auswahl eines Labels oder einer Verknüpfung freuen. Klickt man eine Verknüpfung an, wird automatisch das zugehörige Label ausgewählt und umgekehrt. Snap-to-Shape ist nun zudem auch für sogenannte Border Nodes verfügbar, sodass diese in Relation zueinander automatisch angeordnet werden können.

Die automatische Auswahl von Labels bzw. Verknüpfungen / Quelle: Eclipse Sirius

Die automatische Auswahl von Labels bzw. Verknüpfungen / Quelle: Eclipse Sirius

Die Arbeiten an Sirius sind natürlich nicht endgültig abgeschlossen. Mit dem DRepresentationDescriptor wurde etwa das Fundament für eine bessere Skalierbarkeit gelegt. Eine vollständige Änderungsübersicht gibt es auf der Homepage von Sirius

CheConf 2016

Tyler Jewell, CEO bei Codenvy, sagte vor kurzem, dass Marketing einen wichtigen Teil im Projekt Che einnehme. Bis zu 15 Stunden würden pro Woche ausschließlich für das Content Marketing eingeplant. Einen weiteren Schritt, Eclipse Che und dessen Bekanntheit voranzutreiben, haben die Macher der Entwicklungsumgebung nun mit der ersten Konferenz getan.

Über 2.000 Entwickler aus 90 Ländern und 800 Unternehmen nahmen an der CheConf 2016 teil, wie die digitale Konferenz benannt wurde. Der Erfolg von Che gibt den Köpfen hinter dieser Strategie jedenfalls recht: Eclipse Che ist nach eigenen Angaben eines der am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekte überhaupt.

Dieses Wachstum soll mit Eclipse Che 5.0 nun weitergehen: Ziel ist es laut Jewell, es noch leichter zu machen, an Projekten mitzuarbeiten. Dies könnte die Beliebtheit von Eclipse Che noch vergrößern. Noch in diesem Jahr soll Version 5.0 veröffentlicht werden, ließ der Projektleiter verlauten.

Weiteren Schub bekommt das Projekt durch die angekündigte direkte Mitarbeit an Che durch Docker Inc., dem Unternehmen hinter der gleichnamigen Container-Technologie. Für die neue Version der Entwicklungsumgebung ist geplant, Che selbst als Docker-Container betreiben und andere Container für etwaige Workspaces erzeugen zu können. Nutzer sollen sogenannte Che Agents als Docker Container deployen können, mit denen sich unter anderem die Unterstützung neuer Sprachen über das Language Server Protocol integrieren lassen.

Docker Compose Workspaces / Quelle: Tyler Jewell

Docker Compose Workspaces / Quelle: Tyler Jewell

Neben technischen Talks zur Arbeit mit Che in Verbindung mit Docker sowie der Integration des Language-Server-Protokolls gab es auf der virtuellen Konferenz Talks zu neuen Che-Features und Tipps zur Nutzung von Che bspw. als IoT IDE. Die Talks können hier angesehen werden, die Keynote direkt bei uns:

Neues von der Science Working Group

Etwa einen Monat ist es her, seit fünf Projekte der Eclipse Science Working Group als vollwertige Mitglieder des Eclipse-Universums gemeinsam veröffentlicht wurden: Eclipse Integrated Computational Environment (ICE), Eclipse Advanced Visualization Project (EAVP), Eclipse January, Eclipse Triquetrum und Chemclipse. Das ambitionierte Ziel dieser Zusammenarbeit untereinander ist laut der offiziellen Pressemitteilung der Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Open Source Software-Communities.

Auch Eclipse-Chef Mike Milinkovich freute sich über die Veröffentlichungen der Science Working Group. Die sei ein tolles Beispiel dafür, wie weltführende wissenschaftliche Organisationen mit anderen zusammenarbeiten, um die nötige kostenfreie Software für die nächsten großen wissenschaftlichen Durchbrüche zu kreieren.

Das war es schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities. Schauen Sie also nächste Woche wieder vorbei!

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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