Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Orion 15, das Common Debug Protocol und der Tipp der Woche

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Eclipse Weekly meldet sich aus der Sommerpause zurück! In dieser Woche berichten wir detailliert über die Neuerungen in Eclipse Orion 15, das mit Eclipse Oxygen veröffentlicht wurde. Außerdem gibt es wieder den Eclipse-Tipp der Woche und möglicherweise eine Antwort auf die Frage, was das „nächste große Ding“ in der Welt der Entwicklungsumgebungen sein wird.

Eclipse Orion 15 – Das ist neu

Vor rund einem Monat hat mit der Veröffentlichung von Eclipse Oxygen auch die „IDE in der Cloud“, Eclipse Orion, einen neuen Meilenstein erreicht: Version 15. Auch wenn die eigentlich für dieses Update geplante Unterstützung für kollaborative Entwicklung nicht an Bord ist, hat das Team die dreimonatige Entwicklungszeit genutzt, um zahlreiche neue Features zu implementieren und etliche Bugs zu fixen. Insgesamt konnten von 18 Entwicklern über 190 Verbesserungen umgesetzt werden.

Features

Die Nutzbarkeit einer Entwicklungsumgebung ist natürlich ein wichtiges Aushängeschild: Wer verwendet schon gerne sperrig zu bedienende „Helfer“? Eben. Um die User Experience (UX) möglichst angenehm zu gestalten, wurde in Orion 15 die Bedienung via Tastatur, die Menünavigation und das Handling von Splittern verbessert. Eine wichtige Verbesserung ist etwa, dass sämtliche Bereiche, die per TAB-Taste fokussiert werden können, nun auch eine entsprechende Umrahmung erhalten, sobald sie tatsächlich mit TAB angewählt werden.

Klare Sache: dieses Icon wurde gerade per TAB fokussiert. / Quelle: Orion News

Einfacher wird es auch, sich durch die Menüstruktur des Hauptmenüs zu navigieren, sofern man sich auf der Edit-Seite befindet: Liegt der Fokus auf dem Hauptmenü, kann man mit den Pfeiltasten das Menü durchsuchen und Einträge auswählen. Die neue Tastenkombination CMD + SHIFT + . hingegen macht es möglich, durch sämtliche Splitter einer Seite zu rotieren. Hat man einen fokussiert, kann er per Pfeiltasten verschoben werden, per Escape-Taste wird der Fokus wieder auf das ursprüngliche Element gelegt. Übrigens: Nutzer des Code Edit Widgets können nun die gesamte Tastenbelegung für die Steuerung des Widgets selbst bestimmen. Im entsprechenden Wiki-Eintrag gibt es Details dazu.

Lesen Sie auch unser Interview mit Mike Milinkovich: „Das Highlight von Eclipse Oxygen ist der Java 9 Support“

Wer Docker mag, wird Orion 15 lieben, denn die neueste Version der Entwicklungsumgebung hat mehr im Gepäck als nur eine verbesserte Bedienbarkeit. Ab sofort wird die Arbeit mit Dockerfiles auch durch Content Assist unterstützt, auswählen kann man dieses Feature mit der Tastenkombinaton STRG + Leertaste. Die Content-Assistenz innerhalb von CSS-Dateien wurde sogar komplett neu aufgezogen und hält nun eine komplettere und korrektere Assistenz für Regeln und Attribute bereit. Verbesserungen gab es auch bei der Assistenz für HTML- und JavaScript; hier werden obsolete und nicht mehr aktuelle Vorschläge nun anders gekennzeichnet als valide.

Content Assist für Dockerfiles / Quelle: Orion News

Innerhalb von .tern-project-, package.json– und .eslintrc-Dateien wird in Orion 15 ein sogenannter Hover Support verfügbar. Man erhält also, wenn man den Cursor auf eine bestimmte Stelle im Code rückt, zusätzliche Informationen und Hilfe zu den jeweils angewählten Objekten. Nicht verfügbar ist dies bislang in den *.yml– und *.yaml-Varianten der ESLint-Konfigurationsdateien.

Die Unterstützung für das Öffnen mehrerer Dateien in einem einzelnen Editor, stand schon lange auf der To-Do-Liste der Orion-Macher. Dieser Traum wird nun Wirklichkeit, wenn man das Feature in den Einstellungen aktiviert. Die entsprechenden Tabs können einzeln geschlossen, verschoben, neu organisiert und gewechselt werden.

Eine komplette Änderungsübersicht gibt es im Beitrag von Mike Rennie auf der Homepage der Orion News, Orion selbst kann auf GitHub und dem OrionHub gefunden werden.

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Tipp der Woche #2

Der Twitter-Account erfreute sich auch im Juli wieder eines Zuwachses von 750 Followern, was mehr als doppelt so viele neue Abonnenten darstellt, wie im Juni. Fast verdreifacht hat sich sogar die Zahl der Impressions: Diese stiegen von 130.000 im Juni auf etwa 350.000 im vergangenen Monat. Das sind, gerade in den Sommermonaten, fantastische Zahlen.

Nächster Halt: Common Debug Protocol?

Das Language Server Protocol (LSP) hat sich mittlerweile in vielen Projekten und Entwicklungsumgebungen zu einem festen Standard entwickelt. Warum auch nicht? Es ist hervorragend dafür geeignet, diese für Entwickler sehr wichtigen Tools auf einem aktuellen Stand in Sachen Sprachunterstützung zu halten.

Auf dem Blog der Kichwa Coders führte Tracy Miranda jüngst aus, dass der Schritt in die Cloud praktisch unausweichlich ist. Die Tools allerdings, die Entwickler nutzen, müssten allerdings noch eine Reihe an Funktionalitäten mit sich bringen, um wirklich ausgereift zu sein.

Für Cloud IDEs wie Eclipse Che, so Tracy Miranda weiter, sei das Language Server Protocol ein essentieller Bestandteil, denn es erlaubt der Entwicklungsumgebung, so wenig wie nur irgend möglich über Sprache und deren Spezifikationen zu wissen. Stattdessen delegiert sie diese Aufgabe an den Language Server. Mittlerweile unterstützt das LSP 35 Sprachen, allein im letzten Monat wurden acht neue Sprachimplementierungen eingefügt.

Was sich die Welt der Entwickler nun wünscht, das ist laut Tracy Miranda ein Äquivalent für das Language Server Protocol für das Debuggen. Und wer hätte das gedacht: Es existiert bereits. Allein die Umsetzung und Adaption hat noch nicht annähernd so viel Fahrt aufgenommen, wie das beim LSP der Fall war. Wird das Common Debug Protocol also das nächste große Ding im Bereich der Entwicklungsumgebungen? Wir dürfen gespannt sein.

Lesen Sie auch unser Interview mit Jan Köhnlein zu Xtext und dem Language Server Protocol

Wenn die Funktionalität und die Implementierung von Sprachen und Tools in jeder IDE durch ein entsprechendes, von allen Entwicklungsumgebungen nutzbares Protokoll von Statten geht, so wird es zwangsläufig immer unwichtiger, welche IDE man am Ende nutzt. Die Frage wird dann eher lauten, welche Entwicklungsumgebung die beste Performanz bietet und welche sich für zusätzliche Bereiche, etwa das Erstellen von Workspaces und das kollaborative Arbeiten, eignen.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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