Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Neon M7, Andmore-Update und das neue Projekt Eclipse Hono

Dominik Mohilo

(c) shutterstock.com / solarseven

Gerade wurde mit dem siebten Milestone von Eclipse Neon (4.6) die letzte Hürde für die letzte Phase vor der finalen Veröffentlichung genommen. Doch auch in anderen Projekten ist viel los: Eclipse VIATRA läuft erstmals stabil, LiClipse wurde ebenfalls auf die aktuellen Versionen von Java und der Eclipse IDE geupdated und sogar Andmore wurde aktualisiert. Außerdem stellen wir Ihnen diese Woche Eclipse Hono vor…

Eclipse Neon in den Startlöchern

Wie JAXenter vorige Woche berichtete, hat die Version 4.6 von Eclipse mit dem Codenamen Neon den siebten und letzten Meilenstein erreicht. Damit ist der Release Train fast im Zielbahnhof angekommen, lediglich die vier geplanten Release Candidates stehen noch an, bis im Juni dann wie gewohnt das Major Release erscheint.

Im Fokus der Entwickler standen für den letzten Milestone erneut die Verbesserung der Usability und die visuelle Weiterentwicklung der IDE. Besonders die Plattform und die Java Development Tools wurden im Hinblick auf die User Experience und die Bedienbarkeit hin verbessert, optisch sind vor allem die endlich zum Dark Theme passenden Scrollbars hervorzuheben.

Eine komplette Änderungsübersicht für M7 ist auf der Seite New and Noteworthy der Eclipse Foundation zu finden.

Die Releasenamen von Eclipse [Update]

Heute Mittag (11. Mai 2016) hat Lars Vogel, Projektleiter des Eclipse Platform UI, in der aktuellen Diskussion um die Releasenamen den Vorschlag gemacht, die weitere Kommunikation mittels eines offiziellen Bugs durchzuführen und damit aus der IDE-DEV-Mailingliste auszugliedern.

Hintergrund: Tracy Miranda, Mitgründerin der Kichwacoders, hatte vor etwa zwei Wochen vorgeschlagen, die Releasenamen von Eclipse (Mars, Neon, Oxygen) weitestgehend abzuschaffen und durch ein vermeintlich eindeutigeres Namensschema zu ersetzen. In der daraufhin folgenden Diskussion wurden mehrere Vorschläge gemacht, die nun im offiziellen Bugreport mit allen Eclipse-Nutzern besprochen werden sollen.

Je nach Resonanz könnte es also sein, dass es bald Releases mit Namen wie „Eclipse 2017“, „Eclipse 2017.01“ oder „Eclipse 17.0“ geben wird. Ob das wirklich weniger verwirrend ist, ist gerade im Hinblick auf den Eclipse Simultaneous Release Plan mit dem Major Release im Juni und den Update Releases im September (Neon.1), Dezember (Neon.2) und März (Neon.3) fragwürdig.

Eclipse Hono

Das Projekt Hono ist bereits seit einiger Zeit im Eclipse-Inkubator und wird unter dem Schirm von Eclipse IoT entwickelt. Die beiden Unternehmen Bosch und Red Hat unterstützen das Projekt und stellen auch die Projektleiter: Henryk Konsek (Red Hat) und Kai Hudalla (Bosch).

Mit Eclipse Hono wurde eine Plattform für das skalierbare Messaging im Internet der Dinge (IoT) geschaffen. Die generelle Architektur des Projektes basiert dabei auf der Idee, eine skalierbare AMQP Messaging Middleware zwischen Geräte und Backend Services zu schalten. Ist es dem jeweiligen Gerät nicht möglich, AMQP zu verwenden, verbindet es sich mit dem Protocol Adapter, der für die Konversion von AMQP und nicht-AMQP verantwortlich ist.

Hono nimmt in IoT-Projekten eine zentrale Rolle in Sachen Telemetrie und Kommunikation ein. Geräten erlaubt es, telemetrische Daten an die Cloud zu senden, und Backend Services können dank Hono telemetrische Daten speichern und Befehle an die Geräte schicken.

Die Architektur von Hono wird über die Erstellung vieler zustandsloser Hono Processes implementiert, die mit der skalierbaren AMQP Messaging Cloud verbunden sind. Diese basiert auf dem Apache Qpid Dispatch Router.

Hono Process ist für die Sicherheit, das Managen der Gerätidentitäten und das Handlen der Mandantenfähigkeit (multi-tenancy) der mit der Cloud verbundenen Clients verantwortlich. Die derzeitige Implementierung basiert dabei auf einer JVM, die eingebettete Vert.x-Proton-Server betreibt.

Interesse geweckt? Dann auf zur Webseite des Projektes.

Version 1.2 von Eclipse VIATRA veröffentlicht

Wie bereits angekündigt, sind die Projekte VIATRA und EMF-IncQuery zu einem gemeinsamen Projekt verschmolzen (JAXenter berichtete). Mit Version 1.2 wurde nun das erste Stable Release veröffentlicht, das die folgenden Bibliotheken enthält:

  • Query: Enthält die Mustersprache, den Query-Editor, den Codegenerator und die Query-Evaluationslaufzeit.
  • Transformation: Enthält die Event-basierte virtuelle Maschine, die interne Transformations-DSL und damit verbundene Entwicklungstools.
  • CEP: Enthält das Complex Event Processing Framework.
  • DSE: Enthält das Design Space Exploration Framework.
  • Integration: Enthält GMF, Graphiti, MWE2, UML, MoDisco und die Xcore-Integrationsfeatures.
  • Addon: Enthält Frameworks, die die Kernfunktionalität erweitern, und das Viewers-Framework für die on-the-fly Modellvisualisierung.
  • Model obfuscator: Enthält ein alleinstehendes Tool für die Obfuskation von EMF-Modellen.

Das aktuelle Update bringt in erster Linie Bugfixes. Außerdem wurde eine Migrationsanleitung veröffentlicht, die den Upgradeprozess von EMF-IncQuery und VIATRA auf die aktuelle Version deutlich erleichtern soll. Für neue Nutzer von VIATRA empfiehlt sich das ebenfalls mit der neuen Version veröffentlichte Tutorial.

Weitere Informationen zum aktuellen Update, insbesondere zu den über 80 gefixten Problemen, sind in den Release Notes zu finden. VIATRA kann über die Webseite des Projektes heruntergeladen werden, steht aber auch im Eclipse Marketplace zur Verfügung.

Eclipse Andmore erfährt Update

Ob es am Aufruf von Doug Schaefer lag (JAXenter berichtete) ist unklar, Fakt ist jedenfalls, dass Eclipse Andmore, das Eclipse-Plug-in zur Android-Entwicklung, ein Update erfahren hat: Milestone 7 von Andmore 0.5 steht zum Download bereit. Die aktuelle Version bietet ein großes Upgrade der Support-Bibliotheken, sodass es nun möglich sein sollte, mit allen Android-Versionen bis „M“ zu arbeiten. Es wird auch empfohlen, das SDK zu updaten.

Es kann unter Umständen möglich sein, dass auch die Arbeit mit Android N funktioniert, allerdings ist dies nicht sicher und muss noch getestet werden; für Erfahrungsberichte sind die Entwickler dankbar.

Im Marketplace von Eclipse kann die aktuelle Version heruntergeladen werden, immer den aktuellsten Download findet man hier. Den Sourcecode und weitere Informationen gibt es auf der GitHub-Seite von Andmore und der Seite intellectualcramps.

LiClipse 3.0.1: Zwei wichtige Änderungen

Für Nutzer des kostenpflichtigen LiClipse ändert sich mit Version 3.0.1 zweierlei: Zum einen basiert LiClipse nun auf dem aktuellsten (Developer) Build der Entwicklungsumgebung, nämlich Eclipse 4.6 Milestone 7. Zum anderen wird nun Java 8 benötigt, um LiClipse zu verwenden.

Da mit dem Update der eingebaute Support für die beliebig einstellbaren Scrollbars der Trees und Tabellen entfernt wurde, ist eine Wiederherstellung nur über das Xiliary Plug-in bzw. Clean Sheet möglich.

Wer noch eine Lizenz für Version 2.x von LiClipse hat, muss sie erneuern; Nutzer, die ihre Lizenz innerhalb des letzten Monats erworben haben, bekommen ein kostenfreies Update. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite von LiClipse und im aktuellen Blogpost von Fabio Zadrozny.

Virtual Meetup zu OSGi

Unter dem Titel „Concierge – Bringing OSGi (back) to Embedded Devices“ hat Benjamin Cabé von Eclipse IoT ein virtuelles Treffen für den 2. Juni 2016 anberaumt. Starten wird das Virtual Meeting, das per Livestream verfolgt werden kann, um 17 Uhr (MESZ). Speaker bei diesem Event wird Dr. Jan S. Rellermeyer sein, der in der Optimized Systems Group von IBM arbeitet.

Verfolgt werden kann die Veranstaltung auf YouTube oder direkt hier:

Das war es schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities. Schauen Sie also nächste Woche wieder vorbei!

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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