Neuigkeiten aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Mars.2, die Zukunft von Xtext und der erste Plattform-Entwickler der Foundation

Dominik Mohilo

(c) shutterstock.com / solarseven

Es ist wieder Zeit für unsere Wochenschau auf die Ereignisse rund um Eclipse. Dieses Mal beschäftigt uns das Release von Eclipse Mars.2, eine neue Personalie bei der Eclipse Foundation, die JavaScript-Tools in Neon und, und, und…

Eclipse Update 4.5.2 (Mars.2)

Pünktlich wie immer hat die Eclipse Foundation das neueste Update für ihre IDE veröffentlicht. Mit Mars.2, welches das letzte große Update vor Eclipse Neon ist, wurden 95 Bugs gefixt. Auch zahlreiche Projekte wurden aktualisiert, zum Beispiel die Eclipse Web Tools Platform, in der 22 Fehler behoben wurden.

Die Namensgebung Mars.2 (anstelle von SR2) ist übrigens ein Hinweis darauf, dass sich in Zukunft am Veröffentlichungsprozess etwas ändern wird: Der seit Eclipse Europa (Version 3.3) bewährte Release Train, bestehend aus dem Hauptupdate und zwei Service Releases wird ersetzt. Zukünftig wird es neben dem Hauptrelease drei Updates geben (bspw. Neon.1, Neon.2, Neon.3), die im Turnus von drei Monaten erscheinen sollen. Diese können dann auch neue Features enthalten.

Die Entwickler-Packages der aktuellen Version 4.5.2 sind für Windows, Linux und Mac OS X auf der Download-Seite der Eclipse Foundation verfügbar.

Eclipse Neon: Bower, npm und JSON-Editor in Eclipse

Von Mars zu Neon: In den Entwicklerreleases für die neue Eclipse-Version „Neon“ wurden, wie Ilya Buziuk auf Twitter berichtet, drei wichtige Tools für die JavaScript-Entwicklung integriert. Im zugehörigen YouTube-Video zeigt er, wie man Bower, npm und den JSON-Editor in Eclipse Neon einbinden kann. Einen Demo-Code für die Integration der beiden Package Manager und des JSON-Editors gibt es auf der zugehörigen GitHub-Seite.

Neuer Platform Developer für Eclipse

Die Eclipse Foundation hat, wie bereits von uns berichtet, vor einigen Wochen angekündigt, die Stelle eines Senior Eclipse Platform Developers auszuschreiben. Zum 1. Februar wurde diese Stelle, wie Paul White verkündete, mit Mikaël Barbero besetzt. Barbero war bereits seit einiger Zeit Vollzeitmitglied der Foundation und hat dort die Rolle des Release Engineers ausgeübt. Nun wird der neue Chefentwickler auch die technische Führung des FEEP-Programms übernehmen und an technischen Schlüsselpunkten die Entwicklung selbst in die Hand nehmen.

Die Eclipse Foundation hat Barberos ehemalige Stelle als Release Engineer für Eclipse nun offiziell ausgeschrieben. Mikaël, wir wünschen dir ein gutes Händchen beim Verbessern von Eclipse!

Eine verbesserte User-Experience – Packages, Welcome Screen und USS

In einem lesenswerten Artikel auf Eclipse.org hat Brian de Alwis seine Erfahrungen zu Eclipse als IDE niedergeschrieben. Er berichtet darin unter anderem, warum seine Kollegen Eclipse als Entwicklungsumgebung verworfen haben und weshalb die Arbeit an dem Projekt Eclipse noch lange nicht abgeschlossen ist.

Das Überraschende dabei: Neben typischen Bemerkungen wie „zu speicherfressend“ seien es vor allem ganz einfach zu behebende Probleme, wegen denen sich Kollegen von Eclipse abwenden:

But what really surprised me is how quickly many dismissed Eclipse as a contender for reasons that I knew were easily fixed. They couldn’t figure out how to get started (what’s a project?). They didn’t like some of the default settings (no line numbers?) and couldn’t figure out how to change them.

Ein weiteres Problem, so de Alwis, ist der zuweilen etwas schwierige Einstieg in Eclipse. In der Tat gibt es in Eclipse unzählige Individualisierungsmöglichkeiten, doch es ist schwer, diese als Einsteiger zu erfassen.

Ein erster Ansatz zur Verbesserung der Usability war die Einführung der vorgefertigten Packages. Nun wurde die Kontrolle über die Welcome Screens der Packages den jeweiligen Package-Verwaltern übergeben, da diese am besten wissen, welche Informationen für die jeweilige Zielgruppe relevant sind. Die Welcome Screens können so von den Package-Verwaltern an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst werden. Doch da geht noch mehr…

USS – der neue User Storage Service
Mit dem USS der Eclipse Foundation können Nutzer außerdem ihre Einstellungen und weitere Informationen auf den Servern der Foundation speichern. Im Moment nutzt Oomph diese Daten, um eine computerübergreifende Persistenz der Einstellungen zu gewährleisten. Zukünftig soll auch der Marketplace Client (MPC) die Userdaten im USS nutzen und erkennen, welche Plug-ins bei dem jeweiligen Nutzer besonders beliebt sind. Eine Neuinstallation soll dadurch vereinfacht werden.

DBeaver 3.6 / 3.6.1

Kennen Sie DBeaver? Das plattformunabhängige Datenbank-Tool wurde jüngst mit einem Doppel-Update (Hauptversion und Hotfix) um eine umfangreiche PostgreSQL-Unterstützung erweitert. Eine hundertprozentige Implementierung der PostgreSQL-Features sei allerdings noch nicht gegeben, so Team Leader Serge Rieder. Kleinere Fehler wie der Multi-Database-Support wurden im zur Version 3.6 zugehörigen Hotfix behoben. Die PostgreSQL-Erweiterung soll in zukünftigen Updates weiter verbessert und ausgebaut werden. Mit Version 3.6 von DBeaver wurde außerdem der Cassandra-Treiber auf 3.0 aktualisiert und ein Amazon-Redshift-Treiber hinzugefügt.

Nochmal JavaScript: Eclipse Orion 11.0

Die Browser-IDE Orion, die besonders für die Entwicklung von Webanwendungen mit JavaScript geeignet ist, wurde im aktuellen Update mit einigen zusätzlichen Funktionen ausgestattet. JavaScript-Entwickler können sich über das neue Reference-Feature freuen, mit dem sich ihr Code schnell durchsuchen und umschreiben lassen soll. Neben der Implementierung von Content-Assist innerhalb von JSDoc, dessen Zweck die Erleichterung der API-Dokumentation ist, wurde die ESLint-basierte Code-Analyse von Orion mit neuen Regeln und Quick Fixes erweitert.

Das neue Reference-Feature verbessert die Suche im Quelltext. / Quelle: http://planetorion.org

Das neue Reference-Feature verbessert die Suche im Quelltext. / Quelle: http://planetorion.org

Für HTML-Coder bringt Orions Content-Assist-Feature den Support für Accessible Rich Internet Applications (ARIA), einen neuen Parser (HTMLParser 2), der die Ranges genauer machen soll, und Tag-Highlighting.

Tag-Highlighting und HTML-Assist in Orion 11 / Quelle: http://planetorion.org

Tag-Highlighting und HTML-Assist in Orion 11 / Quelle: http://planetorion.org

Eclipse mit Python erweitern

In einem Artikel auf dem Portal opensource.com hat Tracy Miranda die Möglichkeiten vorgestellt, die das Projekt Eclipse Advanced Scripting Environment (EASE) mit sich bringt. Dank EASE ist es möglich, Eclipse mit Scriptsprachen wie Python oder JavaScript zu erweitern – ohne auch nur eine Zeile Java schreiben zu müssen.

Das umfangreiche How-To zeigt unter anderem, wie man mit etwa 70 Zeilen Code in Python eine Autosave-Funktion für Eclipse erstellen kann. Diese speichert den aktiven Editor alle 30 Sekunden oder wenn er deaktiviert wird.

Auf JAXenter können Sie die Möglichkeiten von EASE übrigens im Artikel „Eclipse EASE: Scripting für alle!“ nachvollziehen – spannend!

Die Zukunft von Xtext

Die Entwicklung von Xtext geht auch unter dem neuen Namen TypeFox kontinuierlich weiter. Vor wenigen Wochen wurde die Version 2.9 veröffentlicht, mit der der Code-Generator komplett neu implementiert wurde. Der neue Generator nutzt Dependency Injection und soll viel leichter zu konfigurieren sein.

An der Realisierung des neuen Generators haben sich auch zwei der drei neuen Mitarbeiter von TypeFox beteiligt: Christian Schneider, der gerade an der Universität Kiel seinen Doktor macht, und Dr. Miro Spönemann, der für das Redesign des neuen Generators verantwortlich war. Beide sind schon seit längerer Zeit im Development-Prozess von Xtext eingebunden. Anton Kosyakov, der nun ebenfalls zum Stammpersonal des Kieler Start-Ups gehört, ist bereits seit 2013 Committer für Xtext und Xtend. Er hat große Teile der Xtext- und Xtend-Plug-ins für IntelliJ IDEA geschrieben. Auf der Unternehmensseite von TypeFox wurden die neuen Mitarbeiter vorgestellt.

Mit dieser bereits vor einigen Wochen angekündigten Vergrößerung des Stammpersonals stellt TypeFox sicher, dass die Entwicklung des Frameworks auch in Zukunft gewährleistet ist. Im Interview mit unserem Eclipse Magazin gab Xtext-Erfinder und TypeFox-Gründer Sven Efftinge einen kleinen Ausblick auf die unmittelbare Zukunft von Xtext:

Für Xtext werden wir uns zunächst auf die Stabilisierung der neuen Themen konzentrieren. Dazu gehört die Web- und IDEA-Integration sowie der neue Codegenerator und die Maven und Gradle-Unterstützung. Und natürlich wollen wir weiterhin das Core-Framework verbessern, indem wir Bugs fixen, Performance verbessern und kleinere neue Features entwickeln.

JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities.

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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