Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Ein neues Logo für die Foundation & die Gewinner der Open IoT Challenge 4.0

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Im Falle der Eclipse Foundation hat ein Bild (das Logo) meist nur eines gesagt: Wir haben eine Entwicklungsumgebung. Da diese Einschränkung schon lange überholt ist, gibt es nun ein Redesign des Logos und der Homepage. Außerdem stehen nun die Gewinner der diesjährigen Open IoT Challenge fest und ganz nebenbei wurde Oxygen.3a veröffentlicht. Das und mehr diese Woche in Eclipse Weekly.

2018 – Das Jahr des (Re)Designs!

Wie viele unserer Leser sicher bereits mitbekommen haben, wird derzeit hinter den Kulissen das neue Logo für Jakarta EE (ehem. Java EE) vorbereitet. Die Community hatte ihren Favoriten gewählt, aber natürlich möchte man das finale Ergebnis so lange herauszögern, bis das Logo den letzten Feinschliff erhalten hat.

Völlig aus dem Nichts hingegen kam die Ankündigung von Mike Milinkovich, Exectuive Director der Eclipse Foundation, dass die Foundation ein neues Logo bekommen habe, das wir euch natürlich in all seiner Pracht nicht vorenthalten möchten:

Das neue Logo der Eclipse Foundation / Quelle: Eclipse Foundation

Auch die Homepage der Eclipse Foundation wird in den kommenden Wochen auf ein neues Design (natürlich angepasst an das neue Logo) umgestellt. Dieses hat den Codenamen „Quicksilver“ und sieht schlicht, aber modern aus, auch hiervon gibt es bereits eine kleine Preview (siehe unten).

Doch warum das Redesign für die Foundation und die Homepage? Auf seinem Blog erklärt Mike Milinkovich die Situation: Bislang war die Eclipse IDE das Flaggschiff der Foundation und durch die enge Verbindung zwischen beiden war es nur logisch, auch das gleiche Logo und das gleiche Design für Produkt und Organisation zu verwenden.

Codename: Quicksilver / Quelle: Eclipse Foundation

Doch die letzten Jahre (die Leser dieser Kolumne werden es sicher mitbekommen haben), ist der Begriff „Eclipse“ zu sehr viel mehr geworden, als dem puren Markennamen einer Entwicklungsumgebung. Viele Technologien wie Jakarta EE, deeplearning4j und aus dem IoT-Bereich haben unter dem Dach der Eclipse Foundation ein neues Zuhause gefunden, längst gibt es etliche Projekte die mit dem Kernprodukt nur wenig oder gar nichts mehr zu tun haben.

Kein Wunder also, dass man nun den konsequenten Schritt zur Trennung zwischen Foundation und Produkt auch im Design der Logos und der Webseite geht. Doch mit dem Redesign der Homepage selbst war es das noch nicht: Es soll neue Designs auch für das Nachrichtenportal Planet Eclipse, für statische Webseiten, die Eclipsepedia und den Marketplace geben. Überarbeitet werden wohl auch das Eclipse Bugzilla, Gerrit und das Forum. Es ist also viel zu tun und viel Eye Candy ist unterwegs auf die Bildschirme der Community.

Open IoT Challenge 4.0 – Die Gewinner

Die diesjährige Open IoT Challenge (4.0), die seit vier Jahren von der Eclipse IoT Working Group veranstaltet wird, ist beendet, die Gewinner sind ausgelobt und wurden vor wenigen Tagen von der Eclipse Foundation offiziell verkündet. Ohne unsere Leser lange auf die Folter spannen zu wollen hier nun die Gewinner:

Platz 3: Smart Solar Water Heating

Der dritte Platz geht an das Projekt Smart Solar Water Heating. Basierend auf Technologien des Internet of Things und der Künstlichen Intelligenz ist es dem Team gelungen, passive Solaranlagen für das Erhitzen von Wasser zu verbessern. Zum Einsatz kamen offene Standards wie OMA, LWM2M und MQTT sowie verscheidene Open-Source-Projekte wie Eclipse Wakaama, Eclipse Leshan und Eclipse Kura für die Telemetrie und die Kontrolle.

Für die Konnektivität der verwendeten Geräte und Sensoren und die Vorhersage der Verfügbarkeit des heißen Wassers, wurden weitere Open-Source-Technologien eingesetzt, darunter Enmasse und Apache Spark, deployt über die Plattform OpenShift Origin. Auf GitHub gibt es umfangreiche Informationen zum Projekt, genau wie auf dem offiziellen Blog des Teamleiters.

Smart Solar Water Heating / Quelle: Domenico Francesco Bruscino

Platz 2: Trusting IoT

Die Menschen werden immer älter. Das geht auf bessere Lebensumstände und fortschrittliche Medizin zurück. Das macht die Altersvorsoge zu einem zentralen Thema in Forschung und Politik. Für Seniorenresidenzen und Altersheime ist das von Trusting IoT vorgestellte Projekt gedacht: Durch ein Indoor-Positionierungssystem soll sichergestellt werden, dass unsere älteren Mitbürger in diesen Heimen angemessen behandelt werden.

Das System basiert auf Eclipse Kura und Blutooth-Ortungsgeräten, wichtiger Bestandteil ist auch das verteilte Register IOTA. Letzteres sorgt mit einer unveränderbaren und permanenten Aufenthaltshistorie für Klarheit, wo genau die Bewohner eines mit Trusting IoT ausgestatteten Heims zu jedem Zeitpunkt waren.

Aufenthaltsorte überwachen mit Trusting IoT / Quelle: Trusting IoT

Alle Informationen über Trusting IoT, können auf der offiziellen Homepage des Projekts eingesehen werden, im Abschlussbericht für die Open IoT Challenge 4.0 gibt es ebenfalls interessante Einblicke.

And the winner is: Active-IoTy

Gewinner der diesjährigen Open IoT Challenge ist das Project Active-IoTy, das die Jury besonders durch die sehr gründlichen durchgeführten Tests beeindruckte. Mit dem Ziel, eine möglichst kostengünstige Zeiterfassungs- und Zeitmanagementlösung zu erstellen. Das Team setzte hierfür auf RFID, JSON-LD und MQTT, wodurch Informationen leicht gesammelt, veröffentlicht und geteilt werden können. Zum Einsatz kamen auch die Eclipse Projekte Paho und Mosquitto.

Besonders fortschrittlich gedacht hat das Team in Bezug auf die Nutzbarkeit: Praktisch jedes Gerät kann genutzt werden, um Checkpoints zu implementieren. Diese werden dann eingesetzt, um die Zeiterfassung durchzuführen. Man kann sich darunter „virtuelle Tore“ vorstellen, die von den Teilnehmern an Marathonläufen oder anderen Laufevents durchschritten werden. So wird dem System mitgeteilt: „Läufer X passierte Checkpoints Y zu exakt der Zeit Z“.

Einen umfangreichen Bericht, inclusive aller technischen Details, gibt es auch hier im Abschlussbericht des Projektes.

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern!

Neue Mitglieder für die Foundation

Doch nicht nur eine neue Markenpräsenz in Form von schicken Grafiken bringt das zweite Quartal 2018 für die Eclipse Foundation mit sich: Auch neue offizielle Mitglieder darf die Organisation begrüßen. Heißen wir daher Lightbend und Mindus ganz herzlich Willkommen im Eclipse-Universum.

Lightbend

Lightbend mag unseren Lesern – besonders jenen, die sich für die reaktive Programmierung interessieren – von den Themen Scala, Akka, Lagom und dem Play Framework bekannt sein. Das Unternehmen möchte in Zukunft Seite an Seite mit der Eclipse Foundation die Entwicklung von Jakarta EE (ehem. Java EE) vorantreiben und unterstützen. Einbringen will sich Lightbend besonders im Hinblick auf ihre Kernbereiche, also Reactive, Daten-Streaming und Microservices Patterns.

Ziel ist es, reaktive Prinzipien auf die Plattform zu bringen. Dazu sollen im ersten Schritt neue reaktive und Stream-basierte Messaging APIs und die Unterstützung von Servlet 3.1 für Reactive Streams kommen. Man verspricht sich davon, Jakarta EE um moderne Stream-native und eventgetriebene Programmiermodelle zu bereichern. Doch damit nicht genug:

There are also proposals in front of the JDK itself. For example, a Reactive Streams-based alternative to java.util.stream (the Reactive Streams APIs are already available in the JDK as the java.util.concurrent.Flow API). Having a native implementation of the Reactive Streams specification in the JDK itself would make it easier to build Reactive and stream-based JDK components on top, for example async HTTP, async JDBC, and support for streaming in WebSockets.

Jonas Bonér, Autor des Reactive-Manifests, Urheber von Akka und CTO bei Lightbend

Mindus

Mindus Vision ist, so die Selbstaussage, eine leicht zugängliche, nachhaltige und agile Plattform für die Entwicklung gestreamter und eventgetriebener Apps. Dazu passt die erweiterbare Eclipse IDE natürlich wunderbar. Die Plattform iizi basiert auf Eclipse und es lassen sich gestreamte Apps für iOS, Android und das Web entwickeln – basierend auf einer einzigen Code-Basis in Java.

Eclipse IDE was chosen for its openness. We needed a powerful IDE with lots of extensibility and plugin possibilities, a good and solid architecture and API being multi-platform, supporting the Java language among other thing.

Christopher Mindus, Co-Founder and CTO of Mindus

Mindus teilt, so heißt es auf dem offiziellen Blog des Unternehmens, den Glauben der Eclipse Foundation daran, dass Technologien und deren Tools bzw. Plattformen am meisten von einer offenen, mächtigen und loyalen Community vorangetrieben werden. Kostenfrei müssen die Tools auf der anderen Seite dann aber offenbar nicht sein.

Die Pressemitteilung von Lightbend kann man sich in voller Länge auf GlobeNewswire ansehen, die von Mindus gibt es auf dem Blog des Unternehmens.

Java 10 in Eclipse Oxygen.3a

Eclipse Photon ist nur noch wenige Wochen entfernt und mit Eclipse Oxygen.3a ist seit 11. April die wohl letzte Version der aktuellen Entwicklungsumgebung verfügbar. Wichtigstes Feature ist – natürlich – der offizielle Support für Java 10. Wie bereits für Eclipse Oxygen.3 und die inoffiziellen Java 10 Features und die Verbesserungen des Gradle bzw. PHP Toolings, hat Holger Voormann auch für den jüngsten Spross der Eclipse-Familie ein Video vorbereitet, dass wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen:

Die Release Notes für Oxygen.3a enthalten übersichtlich sämtliche Neuerungen in Bezug auf die Unterstützung von Java 10.

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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