Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Kotlin in Eclipse, Sirius in Neon und ob mit FEEP Vogelgezwitscher gemeint ist

Dominik Mohilo

© shutterstock.com / solarseven

Der finale Countdown läuft: Nur noch zwei Wochen bis Eclipse Neon endlich veröffentlicht wird. Doch dazu an anderer Stelle mehr, denn nun ist es erst einmal wieder Zeit für unsere wöchentliche Berichterstattung über die Geschehnisse im Eclipse-Universum. In dieser Woche möchten wir euch einen kleinen Vorgeschmack auf Sirius unter Eclipse Neon geben und berichten, worum es sich bei FEEP handelt.

FEEP = Vogelzwitschern?

Natürlich ist mit FEEP nicht der transkribierte Gesang der heimischen Singvögel gemeint. FEEP steht für Friend of Eclipse Enhancement Program. Manchmal ist weniger eben mehr. Das FEEP wurde gegen Ende letzten Jahres mit dem Ziel gestartet, das an die Foundation gespendete Geld sinnvoll für die Weiterentwicklung der Entwicklungsumgebung selbst einzusetzen. Während bis dato die gespendeten Gelder generell zurück in die Community flossen, werden die Gelder nun gezielt für die Verbesserung der Eclipse-Plattform eingesetzt.

Die Foundation hat bekannt gegeben, dass bereits signifikante Verbesserungen umgesetzt werden konnten. Dabei arbeitet sie eng mit den Vertretern des Eclipse Architecture Councils und dem Project Management Committee (PMC) zusammen. Diese Zusammenarbeit geht zu Gunsten der Community als Ganzes – die Gelder fließen also wie gehabt in die Community, nur auf anderem Wege.

Es gibt sogar eine Liste von konkreten Funktionen, Features und Projekten, die dank der Spenden seit dem Start des FEEP umgesetzt werden konnten:

  • Die Installation von Eclipse unter OS X funktioniert nun einfacher, da Eclipse als eine native OS-X-Applikation verfügbar ist.
  • Der GTK3-Support wurde deutlich verbessert – eine gute Nachricht für Linux-Nutzer.
  • Alle Workbench-Editoren werden nun automatisch gespeichert, was weniger Datenverlust bedeutet.
  • Das Dark Theme für Windows wurde verbessert.
  • Die IDE verbraucht weniger Zwischenspeicher, was weniger OutOfMemoryErrors bedeutet.
  • Das neue Kompressionsschema (xz) beschleunigt die Downloadgeschwindigkeit von p2-Metadaten, was weniger Wartezeit für Prozesse bedeutet, die auf diese Metadaten angewiesen sind.

Für die Zukunft sind bereits Punkte definiert worden, an denen die Foundation gerne arbeiten würde. Dazu gehören unter anderem eine noch schnellere Downloadleistung in Sachen Updates der Plattform, weitere Verbesserungen des Dark Themes für Windows, die Möglichkeit auszuwählen, welche Java-Runtime für den Start von Eclipse genutzt werden soll und Verbesserungen des XML-Editors.

Die Eclipse Foundation bittet in diesem Zusammenhang um Mithilfe:

Eclipse-Nutzer und –Interessierte werden gebeten, die zwölf Punkte umfassende Umfrage bis 17. Juni auszufüllen. Ziel ist es, das Friend of Eclipse Donation Program und das Friend of Eclipse Enhancements Program (FEEP) zu verbessern. Zu finden ist die Umfrage bei Surveymonkey.

Weitere Informationen zu FEEP gibt es auf dem Blog von Mikael Barbero und der Spendenseite der Eclipse Foundation; welche Vorteile großzügige Eclipse-Freunde zu erwarten haben, erfährt man hier.

Eclipse Sirius 4.0.0

Bald ist es soweit: Eclipse Neon wird aller Voraussicht nach am 22. Juni veröffentlicht. Mit Neon erhalten über 80 Projekte ein Update, unter anderem auch Sirius, das auf Version 4.0.0 geupdated wird. Eclipse Sirius ist ein Framework, mit dem sich individuelle und maßgeschneiderte grafische Modeling Workbenches erstellen lassen. Dabei wird vom Eclipse Modeling Framework (EMF) und dem Graphical Modeling Framework (GMF) Gebrauch gemacht. Die so erstellten Modeling Workbenches erlauben es Nutzern schließlich, dank der Editoren, aus denen sie zusammengestellt sind, EMF-Modelle zu erstellen, zu bearbeiten und zu visualisieren.

Sirius 4.0.0 wird einige neue Features beinhalten, zwei davon hat Mélanie Bats bereits auf ihrem Blog vorgestellt: Properties View und Metamodel Warning. Mit ersterem ist Sirius nun um einen integrierten Weg bereichert worden, die Anzeige der Properties dynamisch und Query-basiert zu definieren. Es ist möglich, exakt festzulegen, wie die Eigenschaften von Elementen angezeigt werden – und das gänzlich ohne eigenes Coding. Das Ganze soll genauso einfach sein wie die entsprechende Funktion für Sirius-Diagramme.

Die neue Properties-Ansicht / Quelle: Blog von Mélanie Bats

Die neue Properties-Ansicht / Quelle: Blog von Mélanie Bats

Metamodel Warning sorgt dafür, dass eine Warnung erscheint, wenn der Specifier sein Metamodel nicht expliziert definiert. In Zukunft soll die Definition des Metamodels ein Muss sein, so Bats. Neben den genannten Änderungen wurde auch die Performance an verschiedenen Stellen und das Diagrammrendering (insbesondere für SVG-basierte Formen) verbessert. Und natürlich wurden etliche Bugs gefixt, wie man dem Release Review entnehmen kann.

Wer sich für das Projekt Sirius interessiert, findet reichlich Material zum Thema auf der Web-Seite des Projektes

Kotlin Eclipse Plug-in 0.7 veröffentlicht

Ungewöhnlich, aber wahr: Kotlin geht nicht nur mit der hauseigenen Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA, sondern auch mit Eclipse. Um dies möglich zu machen, hat die Firma JetBrains das Kotlin Eclipse Plug-in ins Leben gerufen.

Mit Version 0.7 des Plug-ins wird Eclipse durch eine aktualisierte Version des Kotlin-Compilers für Kotlin 1.0.2 fit gemacht. Auch die Code-Formatierung wurde für das Update neu erstellt, die Entwickler von JetBrains haben dafür eine viel bessere Lösung gefunden: Anstatt einfach die relativ simple und bisher verwendete Implementation weiterzuentwickeln, haben sie den viel besseren Formatter des Plug-ins für IntelliJ geportet. Dies ist größtenteils geglückt, sodass Nutzer sich nun über eine ganze Reihe bereits angewandter Fixes freuen können, die für das entsprechende IntelliJ-Plug-in erstellt wurden. Für die Zukunft sogar noch besser: Weitere Verbesserungen am Plug-in für die hauseigene Entwicklungsumgebung werden automatisch auch für das Plug-in der Konkurrenz-IDE verfügbar sein.

Das verbesserte Code-Formatieren / Quelle: JetBrains

Das verbesserte Code-Formatieren / Quelle: JetBrains

Zu den weiteren Highlights der neuen Version gehört das nun etwas intelligentere Verhalten der automatischen Einrückung und die Verbesserung der Auto-Vervollständigung durch diverse Fixes bei der Priorisierung von Varianten. Das neue Feature Organize Imports vereinfacht, wie der Name bereits vermuten lässt, mit Version 0.7 des Plug-ins die Verwaltung von Imports Hinzu kommen einige Quickfixes.

Da Kotlin relativ neu ist und in vielen Unternehmen der Zwang zur Verwendung einer bestimmten IDE besteht, ist dieses Plug-in, wie man den Kommentaren zum Veröffentlichungs-Blogpost entnehmen kann, sehr willkommen:

Thanks for the updated plugin, working for a large enterprise where eclipse is the only option :-(. Showing the benefits of integrating Kotlin in a large legacy project with this plugin will help me and our company.

— missourian

Eine vollständige Auflistung der Änderungen ist auf dem Blog von JetBrains zu finden.

VIATRA 1.2.1

Kürzlich wurde Version 1.2 von Eclipse VIATRA veröffentlicht (JAXenter berichtete). Es enthielt über 80 Bugfixes, eine Migrationsanleitung und Tutorials, doch die wirkliche Neuigkeit war natürlich die Verschmelzung der Projekte VIATRA und EMF-IncQuery.

Mit dem aktuellen Update 1.2.1 ging es erneut um Bugfixes, die durch die Zusammenlegung der Projekte notwendig geworden sind: Es wurde eine Ausnahme im auf der lokalen Suche basierenden Query-Evaluationsalgorithmus gefixt und die Maven-Artefakte wurden korrigiert.

Weitere Informationen zum aktuellen Update, vor allem zu den Hotfixes, sind auf der Projektseite zu finden. Wie gewöhnlich ist die neueste Version von VIATRA über die Download-Seite der Eclipse Foundation und den Marketplace zu beziehen.

Eclipse DemoCamps

Wie bereits in Eclipse Weekly vom 6. April angekündigt, hat die Saison der Eclipse DemoCamps wieder begonnen. Hier eine aktualisierte Liste mit den bald stattfindenden DemoCamps:

Die angekündigten Eclipse DemoCamps 2016

  • Poznan, Polen – 9. Juni – organisiert von IBM und PSI
  • Bonn – 13. Juni, im Collegium Leoninum Bonn – organisiert von der itemis AG
  • Hamburg – 15. Juni, in der Nordakademie, Dockland – organisiert von Stefan Reichert and Martin Lippert
  • München – 20. Juni, im Capgemini Büro in München – organisiert von der BSI Business Systems Integration AG
  • Zürich, Switzerland – 21. Juni, im ETH Hauptgebäude – organisiert von der JUG Swiss Eclipse User Group
  • Bangalore, Bangalore – 22 Juni, bei Infosys Ltd., Bangalore – organisiert von Ancit Consulting und Infosys
  • Walldorf, 29. Juni, bei SAP Walldorf – organisiert von SAP
  • Shenzhen, China – 30. Juni, (Ort wird noch gesucht) – organisiert von der SZJUG (Shenzhen Java User Group)
  • Budapest, Ungarn – 6. Juli, bei KÉK – organisiert von IncQuery Labs Ltd.
  • Guatemala, Guatemala – 9. Juli, bei Centro Tics Intecap – organisiert von der Guatemala Java Users Group
  • Trondheim, Norwegen – 25. August – organisiert von der Itema AS

Life is good

Die Welt ist ja bekanntlich ein Dorf. Wie klein die Welt allerdings tatsächlich ist, das hat Sopot Cela, Committer in den Projekten Eclipse Platform und e4, jüngst auf einer Bahnfahrt erleben können:

Mal sehen, ob ich in der Straßenbahn morgen jemanden sehe, der Eclipse Weekly auf seinem Handy liest… 😉

Das war es schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities. Schauen Sie also nächste Woche wieder vorbei!

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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